Am Sonntag endete die IIHF Eishockey Weltmeisterschaft 2023 in Tampere und Riga mit zwei spannenden Spielen um die Medaillen und überraschenden Gewinnern der Auszeichnungen. Lettland schlug die USA im Spiel um Bronze mit 4:3 nach Verlängerung. Deutschland hielt im Finale mit einer starken Leistung lange mit Kanada mit, unterlag letztendlich aber mit 5:2. Hier sind zehn Punkte, die man als Fazit aus dem Turnier mitnehmen kann:
Zehn erwähnenswerte Punkte zur IIHF Weltmeisterschaft 2023
Historische Erfolge, große Auftritte von jungen Talenten und wichtige Entscheidungen für die nahe Zukunft

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Die "Kleinen" sind im Konzert der "Großen" angekommen
Längst vorbei sind die Zeiten, in denen die Frage nicht war, ob Teams wie Deutschland und die Schweiz gegen die großen Gegner wie Kanada, Finnland oder Schweden gewinnen oder verlieren, sondern wie hoch sie verlieren. Die kleineren Eishockey-Nationen haben sich an die Spitzenteams herangearbeitet. Die Schweiz bewies ihre Qualität bereits 2012 und 2018 mit der Silbermedaille. Nun legten mit Deutschland und Lettland weitere Teams nach, während die Schweiz zum zweiten Mal in Folge ihre Gruppe in der Vorrunde gewann. Früher reichte den traditionellen Eishockey-Großmächten ihre C-Auswahl, um bei der WM zu bestehen, heute sehen die Dinge anders aus.
Historische Leistungen auf den Medaillenrängen
Dass Kanada Gold holt ist nichts besonderes, dass das Ahornblatt bei der Medaillenzeremonie jedoch zwischen der lettischen und der deutschen Fahne hing, wirkte für langjährige Fans des Sports aber skurril. Lettland holte als Gastgeber zum ersten Mal überhaupt eine Medaille. Für Deutschland war es die erste Medaille seit 1953. Damals holte das Team ebenfalls Silber, allerdings nahmen 1953 nur vier Mannschaften am Turnier teil. Ein Finalspiel gab es damals nicht, die Partie gegen Kanada am Sonntag war das erste echte Finale für die deutsche Auswahl.
Junge Talente aus Deutschland gehören zu den besten Spielern
Die deutsche Teamleistung war überragend und trug die Mannschaft zu Silber, doch auch individuelle Spitzenleistungen waren zu sehen. Mit Verteidiger Moritz Seider und Stürmer JJ Peterka, schafften es gleich zwei junge Deutsche ins All-Star-Team des Turniers. Außerdem wurden der Lettische Torwart Arturs Silovs, der kanadische Verteidiger MacKenzie Weegar und im Angriff der US-Amerikaner Rocco Grimaldi und der Tscheche Dominik Kubalik ausgewählt. Silovs war auch bester Torhüter und wertvollster Spieler des Turniers, Weegar der beste Abwehrspieler und Peterka wurde zum besten Stürmer gekürt.
Deutschland klettert in der Weltrangliste und sichert Qualifikation für Olympia
Der Erfolg ließ Deutschland in der Weltrangliste von Platz neun auf den fünften Rang klettern. Damit liegt die DEB-Mannschaft vor Schweden, Tschechien, der Schweiz und der Slowakei. Davor liegen nur Kanada, Finnland, Russland und die USA. Der Aufstieg in der Rangliste ist wichtig, da ein Platz unter den ersten acht Nationen die Teilnahme an den Olympischen Spielen garantiert, ohne zuvor ein Qualifikationsturnier bestreiten zu müssen. Die Schweiz ist auf Platz sieben ebenfalls qualifiziert.
Schweiz hadert mit Leistungsabfall in K.O.-Spielen
Die Schweiz lieferte erneut eine unglaubliche Vorrunde ab, wurde danach aber bitter enttäuscht. Seit der Silbermedaille 2018 schieden die Eisgenossen jedes Jahr im Viertelfinale aus, 2021 und dieses Jahr jeweils gegen Deutschland. In der Vorrunde holte die Schweiz im zweiten Jahr in Folge den ersten Platz in der Gruppe, gewann die ersten sechs Spiele und stellte einen Schweizer Rekord auf, indem sie mit 205 Minuten und acht Sekunden ohne Gegentor in das Turnier startete. Nach Siegen gegen Kanada und Tschechien in der Gruppenphase, war der Anspruch im Viertelfinale höher.
Österreich bleibt erstklassig
Die Österreichische Nationalmannschaft sicherte sich erneut den Klassenerhalt. In einem entscheidenden letzten Spiel der Vorrunde gegen Ungarn, das nichts für schwache Nerven war, fuhr das Team einen 4:3-Sieg im Penaltyschießen ein. Bernhard Starkbaum ließ im Shootout kein Tor zu, Manuel Ganahl und Dominique Heinrich trafen für die Mannschaft von Trainer Roger Bader. Neben einer Reihe von Veteranen wie Starkbaum, Stürmer Peter Schneider und Kapitän Thomas Raffl, sammelten viele junge Talente wie David Reinbacher und Marco Rossi Erfahrung. Sie werden in den kommenden Jahren Schlüsselfiguren des österreichischen Eishockeys werden.
Aufsteiger bleiben im Fahrstuhl
Österreichs Erfolg im letzten Gruppenspiel verdammte Ungarn zum erneuten Abstieg. In Gruppe B war die Angelegenheit klarer. Slowenien landete ohne Punkte und mit sechs Zählern Abstand auf Norwegen auf dem letzten Platz. So sind die beiden Aufsteiger des letzten Jahres auch die Absteiger dieses Turniers. Bei der WM 2024 werden sie durch Polen und Großbritannien ersetzt.
Skandinavische Vorherrschaft endet
In den vergangenen Jahren wurde das internationale Eishockey von den Großmächten aus dem hohen Norden dominiert, die in diesem Turnier aber enttäuscht wurden. In den vergangenen sechs Jahren stand immer entweder Finnland oder Schweden im Finale. Schweden gewann 2017 und 2018 Gold, Finnland holte 2019 und 2022 Gold und 2016 und 2022 Silber. Der Lauf der Teams aus dem hohen Norden endete dieses Jahr im Viertelfinale, als die Schweden mit 1:3 gegen Lettland ausschieden und die Finnen von den Kanadiern mit 1:4 aus dem Rennen gekegelt wurden.
Draft-Prospects machen Werbung für sich
Die WM ist immer eine Chance für junge Talente, um sich für die NHL zu empfehlen. So nutzten auch diese Saison einige Kandidaten für den NHL Draft 2023 die Gelegenheit und stellten ihr Können zur Schau. Allen voran überzeugten der kanadische Stürmer Adam Fantilli und der österreichische Verteidiger David Reinbacher. Fantilli kam auf zwei Assists und schoss im Halbfinalle gegen Lettland das spielentscheidende Tor. Reinbacher sammelte einen Assist und war in den ersten vier Spielen Österreichs einer der auffälligsten Spieler, ehe er sich verletzte.
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Nächste Heim-WM kommt
Am Rande des Turniers galt es für die IIHF auch noch organisatorisches zu klären. Dabei gab es eine freudige Nachricht für deutsche Fans, denn in wenigen Jahren steht die nächste Heim-WM an. Deutschland bekam den Zuschlag für das Turnier 2027. Dann werden Düsseldorf und Mannheim die Austragungsorte sein.

















