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Diese Vegas Golden Knights sollte man auf der Rechnung um den Divisionstitel in der Honda West Division haben. Weder die achttägige Pause aufgrund des NHL COVID-19-Protokolls, noch das Fehlen ihres erfahrenen Verteidigers Alex Pietrangelo tat der Form der Golden Knights einen Abbruch. Sie meldeten sich am Freitag mit einem 5:2-Erfolg im Heimspiel gegen die Los Angeles Kings zurück.

"Wenn man bedenkt, was sie durchgemacht haben. Es hat auch ein Großteil des Trainerstabs gefehlt, und die Vorbereitung wurde ihnen selbsttätig aufgetragen. Das Beeindruckende daran ist, dass sie die Disziplin und die Erkenntnis haben, was wichtig ist. Und sie haben es heute Abend geschafft", lobte Trainer Peter DeBoer seine Mannschaft.
Von der ersten Sekunde an zeigten sich die Golden Knights hochkonzentriert. Dementsprechend dauerte es eben nur 50 Sekunden, ehe Verteidiger Nicolas Hague mit seinem ersten Saisontor, dem zweiten in seiner noch jungen NHL-Karriere, die Golden Knights in Front schoss.

Karlsson

Das Toreschießen hat für den 22-Jährigen nicht die oberste Prämisse. "Mir geht es einfach darum, Selbstvertrauen beim Verteidigen zu bekommen. Ich fühle mich nie eingeschüchtert oder habe keine Ehrfurcht vor den Top-Reihen der anderen Teams. Ich habe das Gefühl, dass ich dieses Jahr viel besser verteidige. Daran habe ich versucht zu arbeiten. Darauf habe ich das Hauptaugenmerk gelegt, und ich fühle mich in diesem Bereich viel besser", erklärte Hague, dem als Rookie im Vorjahr ein Tor und zehn Assists in 38 Partien bei einem ausgeglichenen +/-Wert gelungen waren.
Für die Gäste aus Kalifornien blieb auch in den folgenden Minuten meist nur die Rolle des Zuschauers übrig. Vor allem die ersten zwei Sturmreihen der Golden Knights bekamen die Kings nicht richtig in den Griff. Bis zur 22. Minute schraubten Mark Stone, Jonathan Marchessault und William Karlsson Vegas-Vorsprung auf 4:0. Wobei der 22-jährige Hague an zwei Treffern mit der Vorarbeit beteiligt war und zu seinem ersten 3-Punkte-Spiel kam.
"Mir hat gefallen, wie wir ins Spiel gestartet sind. Es war toll, dass wir in Führung gegangen sind. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Endstand die Kräfteverhältnisse [über die gesamte Spielzeit gesehen] widerspiegelt. Wir hatten einige gute Momente und einige schlampige Momente", so DeBoer, der, darauf hinwies, dass er ebenso noch Verbesserungsbedarf sieht. Wie es sich für einen Coach gehört, drückte er etwas auf die Euphoriebremse.
Dem neutralen Betrachter blieb in der ersten halben Stunde der einseitigen Partie verstecktes Potenzial der Golden Knights weitestgehend verborgen. Im Spiel nach vorne nutzten sie konsequent ihre Chancen, und wenn ihre Defensive einmal Gelegenheiten der Kings zuließ, dann war Torwart Marc-Andre Fleury zur Stelle. Der 36-Jährige musste sich erst im Schlussabschnitt zweimal geschlagen geben, als die Partie längst entschieden war. Sein vierter Sieg in seinem vierten Saisoneinsatz geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr (4-0-0; GAA 1,26; 94,4 Prozent Rettungsquote, ein Shutout).

LAK@VGK: Stone trifft auf Paciorettys Vorlage

Auch die Special Teams der Golden Knights verrichteten ihre Arbeit ohne Fehl und Tadel. Ihr erstes Überzahlspiel, nachdem Kings-Stürmer Dustin Brown auf der Strafbank hatte Platz nehmen müssen, war nur von kurzer Dauer. Der 21-jährige Cody Glass beendete die nummerische Überlegenheit nach 15 Sekunden mit dem 5:0.
Max Pacioretty (drei Assists) und Karlsson (ein Tor, zwei Assists) komplettierten als Vorlagengeber bei Glass' Powerplay-Treffer ihr Drei-Punkte-Spiel. Für Pacioretty war es das zweite hintereinander, nach seinem Hattrick am 26. Januar gegen die St. Louis Blues.
Rost haben wir keinen angesetzt, verriet Karlsson. "Meine Beine haben sich richtig gut angefühlt. Das war wunderbar. Ein frühes Tor hilft einem schon, dann fällt das zweite und das Spiel nimmt seinen Lauf. Man bekommt einen zusätzlichen Schub."
Vegas' jüngster Auftritt steht exemplarisch dafür, dass bei ihnen im Kader der Mix aus routinierten NHL-Cracks und jungen, hochtalentierten Spielern passt. Die gute Stimmung in der Kabine tut ihr Übriges dazu, warum die Golden Knights zu den heißen Anwärtern auf die Tabellenführung in der Honda West zählen.

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Mit einer Bilanz von 6-1-1 aus acht Saisonspielen, liegen sie nur zwei Zähler hinter den punktgleichen Colorado Avalanche und Blues, die jedoch bereits drei Partien mehr bestritten haben. Vegas-Punktgewinnquote von 81,3 Prozent ist ligaweit die viertbeste.
"Es ist schwierig in dieser Liga zu gewinnen. Es war noch kein perfektes Spiel von uns, aber wir sind es angegangen und haben unseren Job erledigt", so DeBoer.
Ihre nächste Partie bestreiten die Vegas Golden Knights erneut gegen die Kings am kommenden Sonntag in der T-Mobile Arena von Las Vegas (3 p.m. ET; ATTSN-RM, FS-W, NHL.tv; So. 21:00 Uhr MEZ).