Tobias Rieder

Als einer der ersten unrestricted Free Agents dieser Offseason unterschrieb Stürmer Tobias Rieder am 9, Oktober 2020 ein neues Arbeitspapier in der NHL. Nach einer von Höhen und Tiefen geprägten Zeit in Reihen der Calgary Flames, wird der gebürtige Landshuter in der kommenden Spielzeit das Trikot der Buffalo Sabres tragen.

In dieser Zeit wird er für seine Darbietungen an neuer Wirkungsstätte Bezüge von 700.000 US-Dollar kassieren. Der einst im NHL Draft 2011 in der vierten Runde (an Nummer 114) von den Edmonton Oilers ausgewählte Deutsche steht damit vor seiner fünften Station in der NHL.
Rieder ist schon jetzt voller Vorfreude, wie er am Montag ausdrücklich betonte: "Dieser Sommer war ein wenig verrückt. Im Vorjahr musste ich lange darum kämpfen einen Vertrag in der NHL zu bekommen. Dieses Mal war es für mich viel entspannter. Wenn du rasch weißt, dass du wieder mit in der Liga mit dabei sein wirst, kannst du dich viel besser auf das konzentrieren, was auf dem Eis benötigt wird. Die persönliche Vorbereitung auf die neue Spielzeit ist dann eine ganz andere. Man muss sich dann keine großen Sorgen um die eigene sportliche Zukunft mehr machen."

Tobias Rieder erzielt zwei Shorthander

Verstärkt wurde die gute Laune bei ihm durch die Tatsache, dass die Sabres unter anderem auch den begehrten UFA Taylor Hall für die Zukunft verpflichten konnten. "Die Verpflichtung von (Taylor) Hall hat die Vorfreude bei mir natürlich noch einmal enorm gesteigert. Es ist toll, mit einem so talentierten Spieler in einem Kader zusammenspielen zu dürfen", betonte Rieder.
Bei den Sabres soll der Center in der Saison 2020/21 mithelfen das zuletzt im Neuaufbau befindliche Franchise endlich wieder erfolgreich in die nächsten Stanley Cup Playoffs zu führen.
Nach einer vergleichsweise unauffälligen und durch das Coronavirus deutlich verkürzten regulären Saison 2019/20, in der ihm mit zehn Punkten (vier Tore, sechs Assists) in 55 Spielen die niedrigste Punktzahl seiner bisherigen Karriere gelang, zeigte Rieder in der ab August folgenden Stanley Cup Qualifikation und den Stanley Cup Playoffs, was für ein Potenzial in ihm steckt.
Die Flames starteten mit einer Best-of-5-Serie in die Qualifikation gegen die Winnipeg Jets und Rieder selbst stand dabei direkt im Mittelpunkt. Nach dem im Rückblick siegbringenden Treffer zur 2:1-Führung beim 4:1 direkt zum Serienauftakt gegen die Jets (am Ende stand es 3:1 Siege für die Flames), gelangen ihm am 13. und 16. August in der folgenden ersten Playoff-Runde gegen die Dallas Stars zwei weitere Tore.
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Zwar setzte es für das Team aus Calgary am Ende der Serie eine 2:4-Niederlage und damit zugleich das Ausscheiden aus der K.o.-Phase gegen die Texaner, doch gelang es dem Deutschen in insgesamt zehn Postseason-Spielen (drei Tore, zwei Assists) erfolgreich auf sich aufmerksam zu machen.
"Die vergangene Saison war für mich insgesamt ein ganz schönes auf und ab. Über den Sommer hinweg habe ich mich möglichst gut in Form gehalten und versucht mich optimal auf die kommenden Playoffs vorzubereiten. Es war dann sehr schön in dieser Phase ein paar wichtige Treffer zu erzielen. Du bist gleich ganz anders drauf, wenn du mit viel Selbstvertrauen spielen kannst. Daran will ich jetzt möglichst weiter anknüpfen."
Den Sabres waren seine soliden Leitungen ebenfalls nicht verborgen geblieben, so dass sie sich seine Dienste für die kommende Spielzeit sicherten. Mit Rieders Hilfe wollen sie ihrem jungen Kader mehr Stabilität und Routine verleihen, wie Buffalo-Coach Ralph Krueger kürzlich in einem Mediengespräch durchblicken ließ.

WPG@CGY, Sp1: Rieder verwertet Unterzahl-Alleingang

Ein Respekt, der Krueger auch von Seiten Rieders entgegengebracht wird: "Coach Krueger kenne ich schon vom World Cup of Hockey 2016. Das hat mir in meinem Entscheidungsprozess sehr geholfen, gar keine Frage. Er ist unglaublich professionell. Und als ich mitbekommen habe, dass sich in der Zukunft eine Zusammenarbeit auf Klubebene ergeben könnte, war die Entscheidung für mich schnell klar", erklärte der Nationalspieler am Mittwoch.
Rieder, der sich derzeit in Deutschland befindet und sich in diesen Tagen in Reihen des DEL2-Klubs EV Landshut im Trainingsbetrieb fit hält, stellte sich zur Wochenmitte erstmals ausführlich den Fragen der versammelten NHL-Medienschar. Dabei ließ er noch einmal durchblicken, dass er an seinem neuen Wirkungsort viel vorhat.
"Als ich erstmals mit dem neuen Coach gesprochen habe, war neben der Trainerfrage für mich die Tatsache mitentscheidend, dass mir der Coach hier zukünftig eine größere Rolle zutraut, auch und gerade im Unterzahlspiel. Mir gefällt die Richtung, in die sich die Organisation entwickelt. Und wenn du dich als Spieler gewertschätzt fühlst, dann ist das natürlich immer eine schöne Sache, die dir die Entscheidung erleichtert", sagte er im Hinblick auf seine zukünftige Zeit in Buffalo.
Wann und wie es in der NHL genau weitergeht, dass ist aktuell noch offen. Geplant ist ein Neustart der Liga im Januar. Dass Rieder es gar nicht abwarten kann wieder in Nordamerika auf dem Eis zu stehen, die neue Saison herbeisehnt, dass ließ er während der von den Sabres extra anberaumten Pressekonferenz alle wissen.