051723 DE Champion of Champions

In der NHL stehen derzeit die beiden Conference Finale 2023 auf dem Programm. In jedem Jahr ist es eine besondere Herausforderung die begehrte Trophäe zu erringen. Doch wer sind eigentlich die besten Teams aller Zeiten? Dieser Frage ist NHL.com/de in der neuen Serie 'Champion of Champions', die in sechs Teilen präsentiert wird, nachgegangen.

In dieser Folge: Die Ränge 6 bis 10

#6 Boston Bruins, Saison 1971/72, 119 Punkte, 76,3 Prozent Erfolgsquote, 4 Hall of Famer

Aufbauend auf Bobby Orrs legendärem Tor zum Stanley Cup Sieg im Jahr 1970 gewann Boston seine zweite Meisterschaft in drei Jahren. Orr erzielte im dritten Jahr in Folge mehr als 30 Tore und 100 Punkte, während Phil Esposito zum zweiten Mal in Serie mehr als 60 Tore und mehr als 130 Punkte sammeln konnte. Der Punkteschnitt von 76,3 Prozent ist der höchste eines Bruins-Champions-Teams in der Expansion-Ära der NHL, und die damaligen Bruins waren bis zu dieser Saison das letzte Bostoner Team mit 119 oder mehr Punkten.

Orr zeigt sein ganzes Können

Diese Mannschaft war eine der explosivsten aller Zeiten und wurde von den Legenden Orr und Phil Esposito angeführt. Orr gilt als der beste Verteidiger in der Geschichte des Eishockeysports und war vielleicht der beste Spieler in der Geschichte der Liga. Die Meisterschaft 1970 gilt als Bostons berühmtester Titel, da sie mit Orrs berühmtem Flugtor in der Verlängerung endete, das den Bruins den Titel gegen die St. Louis Blues bescherte. Allerdings waren die Bruins 1972 in Summe in den Augen vieler eine reifere und entschlossenere Mannschaft. In der regulären Saison erzielten sie eine Bilanz von 54-13-11 und beendeten das Jahr mit 119 Punkten. In den ersten beiden Runden der Stanley Cup Playoffs setzten sie sich gegen die Toronto Maple Leafs und die St. Louis Blues durch, bevor sie die New York Rangers in sechs Spielen besiegten und ihren zweiten Stanley Cup in drei Jahren gewannen.

#7 Colorado Avalanche, Saison 2000/01, 118 Punkte, 72,0 Prozent Erfolgsquote, 5 Hall of Famer

Bis zur vergangenen Saison war 118 der Franchise-Rekord in Sachen Punkte in Denver. In 2021/22 übertrafen die Avalanche diesen mit 119 Zählern aus der Hauptrunde. Joe Sakic und Patrick Roy stellten die damaligen Franchise-Rekorde bei Toren (54) und Siegen (40) auf und sicherten Colorado den zweiten Stanley Cup in sechs Spielzeiten. Die Avalanche 2000/01 sind vor allem als das Team in Erinnerung geblieben, das es Bostons Ray Bourque ermöglichte, seine legendäre Karriere mit einem Stanley Cup Triumph zu beenden, aber sie waren weit mehr als das. Sie waren ein sensationelles Team, das die reguläre Saison mit 52-16-10-4 und 118 Punkten beendete und auch in der Postseason nicht aufhörte phantastisches Eishockey zu spielen. Es war ein brillantes Team, das in der Offensive von Kapitän Sakic und Peter Forsberg angeführt wurde, während Bourque und Rob Blake zu den Schlüsselspielern in der Defensive gehörte. Im Tor stand Roy, der während der Playoffs, in denen die Vancouver Canucks, die Los Angeles Kings, die St. Louis Blues und die New Jersey Devils besiegt wurden, einfach sensationell war. Der Triumph gegen die Devils in der Finalserie kam in sieben hart umkämpften Spielen zustande. Das Team aus Denver lag mit zwei zu drei Siegen im Rückstand und lief Gefahr, von einem starken Team aus New Jersey besiegt zu werden. Doch die Avalanche spielte auswärts ein nahezu perfektes Spiel und gewannen 4:0, bevor sie nach Hause zurückkehrten und die Serie mit einem 3:1-Sieg beendeten. Dieser Sieg bescherte Bourque den Stanley Cup, der ihm so lange verwehrt geblieben war.

Bourque gewinnt in seiner 22. Saison den Cup

#8 Philadelphia Flyers, Saison 1973/74, 112 Punkte, 71,8 Prozent Erfolgsquote, 3 Hall of Famer

Die Flyers gewannen den Cup seinerzeit bereits in der siebten Saison ihres Bestehens und waren ein Jahr später das erste Expansionsteam, das zwei Titel in Folge gewann. Das beste Team aus Philadelphia in der Geschichte der NHL, schaffte 1973/74 in der regulären Saison 50 Siege und 112 Punkte. Rick MacLeish, der in der Hauptrunde 77 Punkte erzielte, steigerte sein Spiel in den Playoffs auf ein neues Niveau. In nur 17 Playoff-Spielen erzielte er weitere 13 Tore und es gelangen ihm 22 Punkte. Philadelphia setzte sich in der ersten Runde gegen die Atlanta Flames durch und besiegte anschließend die Rangers in sieben Spielen, um in das Stanley Cup Finale einzuziehen. Mit einem 4:2-Finalsieg gegen die Boston Bruins holte sich die damalige Mannschaft die erste Meisterschaft der Klubgeschichte.

Clarke trifft zum Sieg in der Verlängerung

#9 New Jersey Devils, Saison 2002/03, 108 Punkte, 65,9 Prozent Erfolgsquote, 4 Hall of Famer

Den Devils der Saison 2002/03 gelang es die meisten Punkte eines Cup-Sieger-Teams aus New Jersey anzuhäufen. Zudem sicherte sich der damalige Kader die dritte Meisterschaft der Organisation innerhalb von neun Spielzeiten. Die Devils dieser Spielzeit stellten im Rückblick vielleicht den ausgeglichensten Kader der drei Stanley-Cup-Meisterteams des Franchise. Die Vertretung aus New Jersey schloss die reguläre Saison mit 108 Punkten ab und wurden von ihrem überragenden Torhüter Martin Brodeur angeführt, der einen Gegentorschnitt von 2,02 und eine Fangquote von 91,4 Prozent erspielen konnte. Trainer Pat Burns legte großen Wert auf die Defensive, und die Devils spielten in einem Stil, der es den Gegnern extrem schwer machte, einen Angriff zu starten. Neben Brodeur verfügten der Kader über die Verteidiger Brian Rafalski, Scott Niedermayer und Scott Stevens, die den Gegner maximal unter Druck setzten. In den ersten beiden Runden der Postseason schalteten die Devils die Bruins und die Tampa Bay Lightning problemlos aus. Im Eastern Conference Finale besiegten sie die Ottawa Senators in sieben Spielen und anschließend die Mighty Ducks aus Anaheim im Stanley Cup Finale in sieben Spielen mit 4:3.

Elias bringt die Devils in Spiel 2 in Führung

#10 Pittsburgh Penguins, Saison 1990/91, 88 Punkte, 55,0 Prozent Erfolgsquote, 7 Hall of Famer

Der Titel im Frühsommer 1991 war der erste von zweien für die Superstars Marion Lemieux und Jaromir Jagr hintereinander. In der Mannschaft spielten sieben Hall of Famer, der zukünftige Hall of Famer Jagr ist dabei noch nicht einmal mitgerechnet. In der regulären Saison hatte das Team noch Probleme, doch in den Playoffs änderte sich alles. Sie begannen die Postseason mit einem Sieg gegen die Washington Capitals in sieben Spielen. In der zweiten Runde, nach einem 1:2-Rückstand gegen die Rangers, waren die Penguins nicht mehr zu stoppen. Sie gewannen elf Spiele in Folge und holten sich den Stanley Cup, den sie ein Jahr später erfolgreich verteidigen konnten, wodurch das Team von damals nicht nur in Pittsburgh Legendenstatus erhielt.

Lemieux mit einem sensationellen Tor

In der nächsten Folge dieser Serie beginnt der Countdown der Top-5-Teams, denen wir jeweils einen ausführlichen Beitrag widmen.