In der NHL stehen derzeit die beiden Conference Finale 2023 auf dem Programm. In jedem Jahr ist es eine besondere Herausforderung, die begehrte Trophäe zu erringen. Doch wer sind eigentlich die besten Teams aller Zeiten? Dieser Frage ist NHL.com/de in der neuen Serie 'Champion of Champions', die in sechs Teilen präsentiert wird, nachgegangen.
'Champion of Champions'-Serie: Die besten NHL-Sieger, Platz 5
Die Pittsburgh Penguins der Saison 2016/17 bei NHL.com/de in den Top 10 der herausragenden Cup-Gewinner der Expansion-Ära

In dieser Folge: Rang 5 - Die Pittsburgh Penguins der Saison 2016/17
Superstar Sidney Crosby und seine Mitstreiter schrieben im Frühsommer 2017 Eishockeygeschichte. Nach einer Hauptrunde mit 111 Punkten und einer Erfolgsquote von 67,7 Prozent schafften sie etwas, was in der NHL bis heute eine absolute Seltenheit ist. Der Mannschaft aus der Stahlstadt gelang es, den Stanley Cup erfolgreich zu verteidigen.
Nach dem Titel 2016, arbeiteten sich die Penguins auch zwölf Monate später ins Stanley Cup Finale vor und bezwangen dort die Nashville Predators in der Best-of-7-Serie mit 4:2.Es war die erste erfolgreiche Titelverteidigung in der Liga nach 19 Jahren und die erste im Zeitalter des Salary Cap.
Mit Kapitän Crosby, Evgeni Malkin, Kris Letang, Marc-Andre Fleury und Phil Kessel trugen seinerzeit gleich fünf zukünftige Hall of Famer das Trikot der Organisation. Dabei wäre die Mission der Penguins fast vorzeitig gescheitert. Sie zogen erst durch einen glücklichen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die Ottawa Senators in Spiel 7 des Eastern Conference Finales in das abschließende Duell der Saison gegen die Predators ein.
Die Penguins hatten nach dem Gewinn des Pokals in der vorausgegangenen Saison durch den Finalsieg gegen die San Jose Sharks (4:2) in der Offseason nicht viel verändert. Die Stürmer Beau Bennett und Eric Fehr wurden geholt und Verteidiger Ben Lovejoy und der Ersatztorwart Jeff Zatkoff verließen das Team als Free Agents. Trotz einer Reihe von Verletzungen, darunter die von Top-Verteidiger Letang (der 41 Spiele in der regulären Saison und die gesamte Postseason verpasste), Verteidiger Olli Maatta (27 Spiele), Verteidiger Trevor Daley (26), Stürmer Carl Hagelin (21), Center Malkin (20) und Torwart Matt Murray, der in den ersten drei Wochen der Saison und den ersten beiden Runden der Playoffs fehlte, hatten die Penguins genug Potenzial für einen erfolgreichen Anlauf auf die Titelverteidigung.
Unter Trainer Mike Sullivan, der das Amt in Pittsburgh am 12. Dezember 2015 übernommen hatte, beendeten die Penguins die Saison mit einer Bilanz von 50-21-11 und wurden Zweiter in der Metropolitan Division. Crosby kam auf 89 Punkte (44 Tore, 45 Assists), Malkin auf 72 (33 Tore, 39 Assists) und Kessel auf 70 Zähler (23 Tore, 47 Assists). Aber auch Justin Schultz, der 51 Punkte (12 Tore, 39 Assists) erzielte und damit der treffsicherste Defensivspieler der Penguins war, wusste zu überzeugen.
Auf dem beschwerlichen Weg ins Finale gegen Nashville gewannen die Penguins unter anderem gegen zwei Divisionsrivalen: In der ersten Runde der K.o.-Phase besiegten sie die Columbus Blue Jackets nach fünf Spielen und in der zweiten die Washington Capitals, die zuvor die Presidents' Trophy als punktbeste Mannschaft der Hauptrunde gewonnen hatten, nach sieben Spielen. Es war das zweite Jahr in Folge, in dem die Penguins die Capitals ausschalteten. Die US-Hauptstädter mussten noch ein Jahr warten, bevor sie 2018 ihren ersten Stanley Cup erobern konnten.
Ein entscheidender Moment, der die reguläre Saison und später die Postseason in Pittsburgh auf den richtigen Weg brachte, ereignete sich bereits am 16. Januar. Im Spiel gegen die Capitals trafen zwei Mannschaften aufeinander, die sich zu diesem Zeitpunkt in entgegengesetzte Richtungen bewegten: Die Penguins hatten drei Mal in Folge verloren, während die Capitals neun Mal hintereinander gewonnen hatten. Stürmer Conor Sheary traf in einer spektakulären Begegnung 34 Sekunden vor Ende der fälligen Verlängerung zum 8:7-Sieg der Penguins, der für Pittsburgh den Beginn einer vier Spiele andauernden Siegesserie bedeutete und sie mit frischem Selbstvertrauen versorgte, das sie bis zu einem erfolgreichen Saisonende tragen sollte.
Als vielleicht wichtigste Entscheidung des Trainerstabes blieb aus dieser Saison eine besonders erfolgreiche Maßnahme in Erinnerung. Sullivan versetzte Jake Guentzel Mitte Februar in die erste Reihe. Dort blühte er in der Folgezeit zusammen mit Crosby regelrecht auf. Guentzel erzielte alleine 16 Punkte (sieben Tore, neun Assists) in elf Spielen zum Ende der regulären Saison. Seine Offensivkünste waren eine willkommene Ergänzung, vor allem in der Phase, in der Führungsspieler Malkin in den letzten Wochen der Hauptrunde verletzungsbedingt fehlte.
Belohnt wurden die Verantwortlichen in Pittsburgh auch für ihre Entscheidung, Goalie Marc-Andre Fleury nicht abzugeben. Da Murray eine Schlüsselrolle beim Cup-Gewinn im Jahr 2016 gespielt hatte und Fleury auf der anderen Seite bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Stammspieler in Pittsburgh gewesen war, galt es lange Zeit als unklar, wie die Torwartsituation bei den Penguins 2016/17 aussehen würde. General Manager Jim Rutherford betonte, er wolle beide Torhüter behalten, was er auch tat. Das zahlte sich am Ende aus.
Trotz einer eher unterdurchschnittlichen Hauptrunde von Fleury (18-10-7), der den höchsten Gegentorschnitt (3,02) seit 2005/06 aufwies, sprang er in den entscheidenden Begegnungen erfolgreich ein, nachdem sich Murray beim Aufwärmen vor Pittsburghs Erstrundenauftakt gegen Columbus verletzt hatte. Fleury erzielte in der Folgezeit bei 15 Einsätzen eine Bilanz von 9-6 mit einem Gegentorschnitt von 2,56, einer Fangquote von 92,4 Prozent und zwei Shutouts, bevor Murray in der Mitte der Serie gegen Ottawa wieder die Rolle der Nummer 1 im Kasten Pittsburgh übernehmen konnte.
In Erinnerung geblieben ist aus jener Saison auch die starke Leistung von Crosby. Obwohl er die ersten sechs Spiele der regulären Saison wegen einer Gehirnerschütterung verpasst hatte, erzielte er 15 Tore in seinen ersten 16 Partien. Er führte die Liga bei den Toren (44) an und belegte den zweiten Platz bei den Punkten (89).
Rookie Guentzel vermochte es ebenfalls vollauf zu überzeugen. Er erzielte gleich bei seinem NHL-Debüt am 21. November 2016 zwei Tore. So richtig durchgestartet ist er aber in dieser Spielzeit erst, nachdem er in eine Reihe mit Crosby gestellt wurde. In 40 Spielen kam der damals 22-Jährige auf 33 Punkte (16 Tore, 17 Assists). Glänzen konnte in der Saison 2016/17 zudem Justin Schultz. Es war seine erste volle Saison bei den Penguins. In 78 Spielen sammelte er 51 Punkte (12 Tore, 39 Assists). Damit hatte er mehr Tore und Punkte erzielt als in den beiden vorangegangenen Spielzeiten zusammen.
Als die Penguins am 12. Juni zum zweiten Mal hintereinander den Pokal in den Himmel recken durften, war das nicht zuletzt Patric Hornqvist zu verdanken. Im sechsten Spiel ging es für Nashville bei einem 2:3-Rückstand in der Serie um alles. Hornqvist entschied, dass es für die Predators an der Zeit war, ohne Stanley Cup zu bleiben. Nachdem er einst von Nashville beim NHL Draft 2005 (Position 230) ausgewählt worden war, versetzte er ihnen den größten Schlag in ihrer Franchisegeschichte. 95 Sekunden vor Spielende zeichnete Hornqvist für das erste Tor des Spiels verantwortlich und legte so den Grundstein dafür, dass die Penguins zum zweiten Mal in Folge Meister wurden. Carl Hagelin sorgte 14 Sekunden vor Schluss mit einem Empty-Net-Goal für den 2:0-Endstand in Spiel 6.
PIT@NSH, Sp6: Hornqvist schießt das späte Führungstor
Pittsburghs Goalie Murray absolvierte eines der besten Spiele seines Lebens. Er wehrte alle 27 auf ihn abgefeuerten Schüsse ab und feierte seinen zweiten Shutout in Folge.
Bis heute bekommen alle, die es mit den Penguins halten, beim Gedanken an diese erfolgreiche Phase der Klubgeschichte noch leuchtende Augen.

















