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Philipp Grubauer und die Seattle Kraken können mit einem guten Gefühl in die All-Star-Pause gehen. Am Samstag feierten sie zu Hause in der Climate Pledge Arena einen 3:1-Sieg gegen die Columbus Blue Jackets und gehen nun als Spitzenreiter der Pacific Division in ihre sechs spielfreien Tage. Der Sieg kam im Anschluss ihrer ersten Schwächephase im neuen Kalenderjahr. Nach einer sensationellen Serie von acht Siegen zu Beginn des Jahres, verbuchten die Kraken in den letzten sechs Spielen eine Bilanz von 2-3-1.

"Wenn man sich den Spielplan anschaut, die Reisestrapazen, die Zahl der Spiele, würde man von der Mannschaft Ermüdungserscheinungen erwarten", gab Trainer Dave Hakstol zu und lobte seine Mannschaft für ihr Durchhaltevermögen. "Den Monat mit einer Bilanz von 11-3-1 zu beenden, ist wirklich gut. Dieses Team sollte stolz darauf sein."
Nach einer 2:5-Niederlage nur einen Tag zuvor gegen die Calgary Flames, drohte ein enttäuschender Monatsabschluss. Doch die Kraken machten schnell klar, dass sie sich nur mit einem Sieg zufriedengeben würden. Nach einem Drittel stand es durch Morgan Geekie (9.) 1:0, ein Drittel später erhöhte Alex Wennberg (29.) auf 2:0, Eeli Tolvanen (46.) setzte im dritten Drittel den Schlusspunkt.

CBJ@SEA: Tolvanen im dritten Spielabschnitt

"Das bedeutet mir viel. Zu Beginn der Saison hatte ich eine harte Phase", ließ Tolvanen wissen, der am 12. Dezember von den Nashville Predators gekommen war. "Eishockey hat nicht mehr viel Spaß gemacht. Hierher zu kommen und das Vertrauen der Trainer zu kriegen und die Gelegenheit zu bekommen, viel zu spielen war ein wirklich gutes Gefühl."
Den Sieg gegen Columbus hatten die Kraken aber nicht nur ihren Stürmern, sondern auch einer starken Defensive und Torhüter Grubauer zu verdanken. In den ersten beiden Dritteln spielte Seattle den Gegner mit 27:13 Torschüssen an die Wand, ein klarer Kontrast zur Niederlage gegen die Flames, als Seattle mit 30:38 Versuchen das Nachsehen hatte.
"Im letzten Spiel haben wir unsere Geschwindigkeit nicht genutzt", bemängelte Wennberg. "Wir haben darüber gesprochen, dass wir das Spiel abhaken und uns auf das nächste konzentrieren müssen. Wir nehmen einfach ein Spiel nach dem anderen und schauen uns nur an, wie wir heute gespielt haben. Jetzt kriegen wir erstmal eine kleine Pause und dann konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel."

Die Blue Jackets machten im dritten Drittel nochmal Druck und näherten sich auf 25:31 Torschüsse an, doch Grubauer ließ im Schlussdrittel nichts mehr zu. Der Rosenheimer warf damit eine gewisse Last von seinen Schultern, denn er wartete seit dem 10. Januar auf seinen nächsten Sieg. Seitdem kam er zu zwei Einsätzen, in denen er gute Leistungen zeigte. Gegen die Colorado Avalanche und die Tampa Bay Lightning hielt er 53 von 56 Schüssen (94,6 Prozent). Am Samstag funktionierte es dann doch noch mit dem Sieg vor der Pause, und mit seinen 24 Saves verdiente sich der Schlussmann auch das Lob seines Trainers.
"Sein Auftritt kriegt nicht wirklich die Beachtung, die er verdient", betonte Hakstol den Beitrag Grubauers. "Das sieht man, wenn man sich das zweite Drittel und die Qualität der Chancen von Columbus anschaut. Das war für mich der Schlüsselmoment unseres Torwarts. Das zweite Drittel war entscheidend. Er war für seine Mitspieler da. Er hat einige Saves aus schwieriger Position gemacht. Da haben wir phasenweise schwach verteidigt und sahen müde aus."
Grubauer verlor diese Saison seine Position als Nummer eins zwischen den Pfosten an Neuzugang Martin Jones. In 17 Spielen kommt der deutsche Nationaltorwart auf eine Bilanz von 5-8-2, 89,7 Prozent Fangquote und 3,03 Gegentore pro Spiel. Mit seinen jüngsten Leistungen empfahl er sich aber für mehr Eiszeit auf Seattles Weg zur ersten Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs.
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Das Team befindet sich in seiner zweiten NHL-Saison. In ihrer ersten Spielzeit landeten die Kraken mit 60 Punkten (27-49-6) auf dem letzten Platz der Pacific Division. Diese Ausbeute überbieten sie nun bereits nach nur 49 Spielen mit 63 Punkten (29-15-5) und liegen als Überraschungsteam der Saison vor den Vegas Golden Knights (62 Punkte, 29-18-4) auf dem ersten Platz.
Zum Monatsauftakt im Februar stehen für die Kraken sechs spielfreie Tage an, ehe sie am 7. Februar bei den New York Islanders (7:30 p.m. ET; NHL.tv; 8. Feb. 1:30 Uhr MEZ) in eine Serie von fünf Auswärtsspielen hintereinander gehen.