Durch die geänderten Rahmenbedingungen wird es in der Zukunft für Torhüter schwierig werden, den Rekord von Brodeur zu brechen. Der Kanadier stand in 1266 Matches auf dem Eis. Wenn Fleury diese Anzahl erreichen will, müsste er noch fast fünf Saisons aktiv sein und jedes der 82 Matches einer normalen Spielzeit absolvieren. Entsprechend länger, wenn er sich die Last mit einem anderen Schlussmann teilt. Auch die noch aktiven Vielspieler sind weit von Brodeur entfernt, der Rekord an gewonnenen Partien scheint außer Reichweite. Mit 36 Jahren neigt sich die Karriere von Fleury dem Ende entgegen. Auf Brodeur fehlen ihm noch 206 Erfolge. Selbst bei 30 Siegen pro Saison müsste er noch fast sieben Spielzeiten in der NHL aktiv sein. Dann wäre Fleury 43 Jahre alt.
Wenn selbst ein herausragender Torhüter wie Fleury, der meist in starken Mannschaften aktiv war, und auch bei Arbeitsteilung mit einem Kollegen viele Starts bekam, den Rekord von Brodeur nicht gefährden kann, dann stellt sich die Frage, ob der Bestwert jemals erreichbar sein wird. Mit Tuukka Rask ist, laut Brad Marchand "einer der besten Torhüter der Liga der vergangenen Dekade" für die Boston Bruins aktiv. Marchand ist sich sicher, dass Rask dem Team jeden Abend die Chance auf Siege gibt und in der Crunch-Time zur Stelle ist. Rask steht bei 299 Siegen und damit kurz vor einem Meilenstein. Mit 34 Jahren ist aber auch Rask schon in einem Alter, in dem nicht damit zu rechnen ist, dass er den Rekord noch wird brechen können. Noch eher wäre es Carey Price zuzutrauen, der nach 705 Matches auf 360 Erfolge kommt, aber im gleichen Alter ist wie Rask.
Unter den jüngeren Torhütern kommt Andrei Vasilevskiy ins Blickfeld. Mit 26 Jahren hat er noch viele Spielzeiten vor sich und rangiert in der ewigen Bestenliste bereits auf Rang 103. Mit 184 Siegen in 292 NHL-Partien kann er eine starke Siegquote aufweisen und entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Vielspieler der Tampa Bay Lightning. Nach seinen ersten beiden Spielzeiten stand er immer mindestens 50 Mal auf dem Eis. 2017/18 kam er auf 65 Einsätze. Sollte er seine Siegquote von 63 Prozent beibehalten und lange zu den Vielspielern der NHL gehören, könnte er dem Brodeur-Rekord gefährlich werden. Trotzdem bleibt es ein langer, steiniger Weg, bei dem nichts dazwischenkommen darf.