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Kandidaten für einen Leistungssprung in 2019/20

Diese zehn Spieler, darunter auch zwei Schweizer und ein Deutscher werden kommende Saison positiv überraschen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Die Teams der NHL sind gespickt mit jungen, begnadeten Spielern. Manche von ihnen schafften es im zarten Alter von 18 oder 19 Jahren, umgehend nach ihrem Draft einzuschlagen wie ein Sidney Crosby, ein Alex Ovechkin oder ein Connor McDavid, um nur beispielhaft drei Namen aus den letzten eineinhalb Jahrzehnten zu nennen. Wiederum andere sind Späteinsteiger, die sich explosionsartig in der Liga anmelden. Und dann gibt es auch noch jene, die sich stetig weiterentwickelt haben und nach einigen Jahren NHL-Erfahrung plötzlich zu den besten ihrer Mannschaft zählen.

Folgend zehn Spielern, von denen zu erwarten ist, dass sie in dieser Saison einen riesen Leistungssprung vollbringen werden. Nicht berücksichtigt wurden jene Talente, die in 2019/20 ihre erste NHL-Partie bestreiten wie ein Jack Hughes, Draft-Pick Nummer 1 der New Jersey Devils in 2019 oder ein Kaapo Kakko, für den sich die New York Rangers an zweiter Stelle nach Hughes entschieden haben.

Unter den Auserwählten im Alter zwischen 20 und 27 Jahren stehen zwei Torhüter, zwei Verteidiger, zwei Center und vier Außenstürmer aus fünf Nationen.

1. Carter Hart

Video: PHI@PIT: Hart streckt sich und stoppt Hornqvist
Aus der Not herausgeboren, unter anderem dem Verletzungspech ihres Stammtorhüters Brian Elliott und der wenig konstanten Leistungen der Ersatzleute geschuldet, entschieden sich die Philadelphia Flyers am 18. Dezember 2018, in der Heimpartie gegen die Detroit Red Wings, einen damals 20-jährigen Torwart eine Chance zu geben. Und Carter Hart packte sie am Schopfe. Die Flyers gewannen ihre ersten zwei Partien mit Hart im Tor, wobei dieser in der Summe 51 von 54 Schüssen (94,4 Prozent) parierte. In den 3 1/2 Monaten bis zum Saisonende stand Hart in 30 von 50 Partien von Spielbeginn an im Tor der Flyers. Er brachte es dabei, mit einer für einen Rookie-Torwart eindrucksvolle Fangquote von 91,7 Prozent, auf eine Bilanz von 16-13-1. Dem Zweitrunden Draft-Pick (Nummer 48) der Flyers ist zuzutrauen, dass er mit Unterstützung des 34-jährigen Elliott, bereits in diesem Jahr Philadelphias Nummer 1 wird und sich zu einem der großen Torhüter in der Liga entwickelt.

2. Jakub Vrana
Jakub Vrana hat sich nicht nur seine ersten Lorbeeren in der NHL längst verdient, sondern sein Name wurde bereits auf dem Stanley Cup eingraviert. Im Anschluss seiner ersten vollen NHL-Saison 2017/18 gewann der 23-jährige tschechische Linksaußen mit den Washington Capitals die begehrte Trophäe. In der vergangenen Spielzeit stellte er mit 24 Toren, 23 Assists und 46 Punkten in 82 Spielen persönliche Bestmarken auf und war Washingtons sechstbester Scorer, obwohl ihm nur durchschnittlich 14:02 Minuten Eiszeit gewährt wurde. Sollte Vrana häufiger im Powerplay zum Zuge kommen und mehr Eiszeit erhalten, dann könnte er durchaus an der 70-Punkte-Marke kratzen. 

3. Ondrej Kase
Aus dem tschechischen Talent-Pool stammt ebenfalls Stürmer Ondrej Kase, den die Anaheim Ducks in der siebten Runde (Nummer 207) des NHL Draft 2014 für sich entdeckt hatten. Kase blickt auf eine 'Seuchen-Saison' zurück, in der er nur zu 30 Einsätzen kam. Aufgrund einer Gehirnerschütterung verpasste er die ersten 18 Spiele und Mitte Januar zog sich der 23-jährige Rechtsaußen eine Schulterverletzung zu, die ihn bis zum Saisonende außer Gefecht setzte. Sehr beachtlich waren dementsprechend seine 20 Scorerpunkte (11 Tore, 9 Assists) in den erwähnten 30 Partien. Mit seinem Punkteschnitt von 0,67 lag er bei den Ducks teamintern auf den dritten Rang, nur knapp hinter Ryan Getzlaf (0,72) und Max Comtois (0,70). Kase könnte sich, fünf Jahre nachdem er gedraftet wurde, als wahrer Glücksgriff für Anaheim erweisen - so ihm nicht erneut das Verletzungspech wiederfährt. 

 

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4. Shea Theodore
Die Wertigkeit eines Verteidigers für sein Team sollte man nicht an dessen Punktausbeute messen, doch Shea Theodore bringt die besten Voraussetzungen mit, dass er sich zu einem Topscorer unter den Bluelinern der Liga entwickelt. 2018/19 gelangen dem Mann mit der Nummer 27 bei den Vegas Golden Knights 37 Punkte (12 Tore, 25 Assists) in 79 Spielen. Er verdoppelte seine Torausbeute gegenüber der Vorsaison, in der er in 61 Partien sechsmal ins Schwarze traf. Mit 202 Torschüssen belegte Theodore den neunten Platz unter allen Verteidigern der NHL. Sollte er seine Schussquote von 5,9 Prozent nur um ein bis zwei Prozentpunkte verbessern können, dann wird er 2019/20 in einem Atemzug mit den treffsichersten Verteidigern genannt.

5. Timo Meier

Video: STL@SJS, Sp1: Meier mit großartigem Tor per Rückhand
Hatte Timo Meier nicht schon vergangenes Jahr seine Durchbruch-Saison? Keineswegs, in dem jungen Schweizer Rechtsaußen steckt noch viel mehr Potenzial als die starken 66 Punkte (30 Tore, 36 Assists) aus seinen 78 Auftritten mit den San Jose Sharks vermuten lassen. Leistungsträger wie Kapitän Joe Pavelski haben die Sharks verlassen und somit wird auf den 22-jährigen Außenstürmer mehr Verantwortung zukommen. Es würde auch verwundern, sollte die ihm gewährte Eiszeit von 16:58 Minuten pro Spiel nicht signifikant zunehmen und damit einhergehend seine Punktausbeute. Timo pack es an und knack die 80!  

6. Dylan Strome
Was ein Teamwechsel so alles bewirken kann! Am 25. November holten sich die Chicago Blackhawks Stürmer Dylan Strome in einem Trade von den Arizona Coyotes. Von den Coyotes beim NHL Draft 2015 an insgesamt dritter Stelle ausgewählt, gelangen dem 22-jährigen Center in 48 Partien für die Coyotes gerade einmal sieben Tore und neun Assists. Nach seinem Wechsel explodierte regelrecht die Leistungskurve des Kanadiers. In 58 Spielen für den Traditionsklub beeindruckte Strome mit 51 Scorerpunkten (17 Tore, 34 Assists). Auf eine ganze Saison hochgerechnet wären das gerundet bereits 77 Punkte. Doch Strome kennt kommende Saison seine Mitspieler sowie die Organisation noch besser - und vor allem die Chemie stimmt.

7. Pavel Buchnevich
Noch bevor Pavel Buchnevich am 13. Oktober 2016 zum ersten Mal für die New York Rangers seine Schlittschuhe schnürte, waren die Erwartungen an ihm hoch gesteckt. Doch der 24-jährige Außenstürmer, den die Rangers bereits beim NHL Draft 2013 gezogen hatten, konnte sie nicht umgehend erfüllen. Er stieß in einer Phase des Umbaus zu den Rangers, was es keinem jungen Spieler leicht macht, in der NHL auf Anhieb durchzuschlagen. Mit 21 Tore und 17 Assists in 64 Spielen der Saison 2018/19 gab der Russe Grund zu Optimismus im Big Apple. Die Rangers haben sich für die kommende Saison in der Offensive namhaft verstärkt - Stichwort Artemi Panarin - und Buchnevich könnte davon gehörig profitieren.  

8. Mikhail Sergachev
Eine Menge an Potenzial bringt der Erstrundenpick (Nummer 9) der Tampa Bay Lightning vom NHL Draft 2016 mit. Obwohl Mikhail Sergachev im Juni dieses Jahres erst seinen 21. Geburtstag beging, bestritt er schon 158 NHL-Partien und brachte es dabei auf 72 Punkte (15 Tore, 57 Assists). Vergangene Spielzeit trumpfte der aus Nizhnekamsk stammende Russe mit einem Punkteschnitt von 0,43 pro Spiel (75 Spiele, 6 Tore, 26 Assists) auf. Sollte er sich 2019/20 einen Stammplatz unter den Top-4-Verteigern der Lightning erkämpfen können, dann steht ihm ein goldenes Jahr bevor.

9. Nico Hischier

Video: NJD@MIN: Hischier verwertet den Rebound zum Sieg
Nico Hischier kann auf zwei erste NHL-Jahre bei den New Jersey Devils zurückblicken, die sich für ihn persönlich äußerst positiv anließen (151 Spiele, 37 Tore, 62 Assists). Um einiges an Erfahrung reicher, auch das Verfehlen der Playoffs in 2018/19 zählt dazu, will der 20-jährige Schweizer kommende Spielzeit durchstarten. Hischier sieht sich zwar selbst als typischen 2-Wege-Stürmer, doch die Verstärkungen, die in der Offseason von den Devils getätigt wurden, dürften auch der Punktausbeute von Hischier dienlich sein. Nicht jeder Nummer 1-Pick eines Draft-Jahrgangs bricht auf Anhieb in den ersten zwei Saisons die 60- oder 70-Punkte-Marke. In seinem dritten Jahr ist Hischier so weit.

10. Philipp Grubauer
Philipp Grubauer, seines Zeichens Schlussmann der Colorado Avalanche - und was für einer - ist mit seinen 27 Lenzen der Veteran unter den genannten Zehn. Der gebürtige Rosenheimer begann seine NHL-Karriere 2012/13 als Backup von Braden Holtby bei den Washington Capitals. Er war sechs Jahre lang immer zuverlässig zur Stelle, wenn die unangefochtene Nummer 1 der Capitals eine Pause benötigte oder verletzt pausieren musste. Nach dem Stanley Cup Gewinn 2018 gaben die Capitals Grubauer zusammen mit Brooks Orpik gegen einen Zweitrunden-Draftpick an die Avalanche ab. Ein Tauschgeschäft, das sich für Colorado auszeichnete. Grubauer verdrängte Colorados Stammtorwart Semyon Varlamov aus dem Kasten und hat kommende Spielzeit Gelegenheit als Nummer 1 der Avalanche richtig für Furore zu sorgen. Ja, das ist dem sympathischen Bayer zuzutrauen.

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