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Verletzte kehren im Rudel zurück in die Kader der Liga

Gleich sechs Verletzte kehrten zuletzt aus den Lazaretten der NHL zurück, darunter auch zwei Spieler, die erstmals in dieser Saison antraten

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Eine volle Saison in der NHL zu spielen ist wohl einer der härtesten Durchhaltetests in der Welt des professionellen Sports. Mit Vorbereitungsspielen, der regulärer Saison und den Playoffs können die Athleten auf deutlich über einhundert Spiele kommen. Sie blocken Schüsse mit bis zu 175 km/h, müssen Checks von Spielern einstecken, die teilweise deutlich über 100 kg wiegen und ein ums andere Mal die 60 Meter auf dem Eis in hohem Tempo entlang sprinten. Kein Wunder also, dass das auch immer wieder Opfer fordert und Spieler sich verletzen, teilweise auch über längere Zeit ausfallen. Umso mehr freuen sich Trainer, Mitspieler und Fans, wenn ein Spieler aus der Zwangspause wieder zurückkehrt.

Nun kam jüngst regelrecht eine ganze Flut an zuvor verletzten Spielern wieder zurück in die Kader ihrer Teams, die teilweise nur relativ kurz ausfielen, teilweise aber auch zu ihren ersten Einsätzen der Saison kamen.

Einer der längerfristiger Verletzten war Nashville Predators Verteidiger Ryan Ellis. Der 27-jährige Kanadier, der in den vergangenen Playoffs mit 13 Punkten in 22 Spielen einen großen Beitrag zum Erfolg seines Teams leistete, fehlte dem Vizemeister in den 38 Partien der Saison aufgrund einer Operation am Knie im Sommer. Bei der 0:3-Niederlage gegen die Vegas Golden Knights am Dienstag, trat er nun erstmals wieder an.

"Im ersten Drittel war ich noch etwas eingerostet", gab Ellis zu. "Im Laufe des Spiels kamen die Beine zurück und ich fühlte mich immer besser und wohler."

Ein ähnliches Schicksal hat Minnesota Wild Stürmer Zach Parise hinter sich. Er musste sich im Oktober einer Operation an der Wirbelsäule unterziehen und betrat ebenfalls erstmals in dieser Saison wieder die große Bühne der NHL. Parise fehlte bereits in der vergangenen Saison für 13 Spiele, war aber dennoch der fünftbeste Torjäger der Wild. Besonders in Anbetracht der bitteren Ausfälle anderer Spieler, ist Parises Rückkehr sicherlich ein Segen für die Wild. Nino Niederreiter fehlt derzeit noch und weitere wichtige Akteure, wie Torwart Devan Dubnyk, Verteidiger Jared Spurgeon und die Stürmer Charlie Coyle, Marcus Foligno und Mikael Granlund fielen in dieser Saison ebenfalls bereits aus.

Die Winnipeg Jets und die Pittsburgh Penguins freuen sich hingegen über Verstärkung in ihren strauchelnden Defensivabteilungen. Die Penguins stellen mit 129 kassierten Toren gemeinsam mit Schlusslicht Buffalo die schwächste Abwehr der Eastern Conference. Doch nun kehrten am Dienstag die Verteidiger Kris Letang (zwei Spiele verpasst) und Justin Schultz (zehn Spiele) wieder in das Aufgebot des Meisters zurück.

Bei den Jets, die zwar die Central Division anführen, aber nach Gegentoren nur im Mittelfeld der Western Conference liegen, kehrte Starverteidiger Dustin Byfuglien nach zehn versäumten Partien zurück.

Die Toronto Maple Leafs freuen sich darüber, dass einer ihrer besten Scorer der vergangenen Saison nur kurz ausfiel. Nazem Kadri verpasste lediglich zwei Spiele. In der vergangenen Spielzeit traf er 32 Mal und konnte 61 Zähler verbuchen.

Den größten Gewinn könnten unter all diesen Rückkehrern die Langzeitverletzten Ellis und Parise darstellen. Ein Ausfall für zwei Spiele, wie bei Letang, ist wohl kaum verantwortlich, für die schwache Leistung in der Abwehr. Auch die Rückkehr von Kadri nach zwei Spielen wird wahrscheinlich keinen allzu großen Einfluss auf die Teamleistung haben, schließlich punktete er schon vor der Verletzung in zwölf Begegnungen nicht.

Byfuglien könnte hingegen eine deutliche Verstärkung darstellen, auch wenn er in dieser Saison noch kein Tor erzielt hat. Er ist einer der erfahrensten Spieler in einem jungen Team und sammelte in den vier vorherigen Saisons immerhin 70 Tore und 206 Punkte, ist sicherlich in der Lage, der aktuell zweitbesten Offensive der Liga einen weiteren Schub zu verleihen.

Aber auch Ellis ist beim direkten Konkurrenten aus Nashville ein wichtiger Baustein. Die Offensivverteidiger sind das Prunkstück der Truppe aus Tennessee und waren maßgeblich am Erfolg in den letzten Playoffs beteiligt. Gegen die Golden Knights stand er mit dem Schweizer Kapitän Roman Josi auf dem Eis, was P.K. Subban und Mattias Ekholm zusammenbringen würde.

Die Wild hoffen auf mehr Torgefahr durch Parise. Im Gegensatz zu den Jets und den Predators, befindet sich Minnesota derzeit nicht auf einem Playoffplatz. Mit 45 Zählern liegen sie einen Punkt hinter den Anaheim Ducks und deren zwei hinter den Dallas Stars, die aktuell die beiden Wild Cards im Westen halten. Platz drei in der hart umkämpften Central Division hält Nashville mit 51 Punkten.

Gerade in der Central Division musste man zuletzt viel Geduld haben, bis die lädierten Athleten wieder einsatzfähig waren, und diese Geduld könnte auch weiterhin nötig sein. Nach solch langen Verletzungspausen kann man nicht unbedingt erwarten, dass die Akteure zurückkehren und umgehend wieder zu ihrer Bestform auflaufen.

Unter Umständen ist noch einige Zeit nötig, um wieder in die Gänge zu kommen, sich wieder an das hohe Tempo zu gewöhnen und wieder Spielpraxis zu sammeln. Doch wenn das alles geschieht, dürften die Rückkehrer den erbitterten Kampf um Punkte in der Central Division weiter anheizen und noch für einige Highlights sorgen.

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