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Die Ausgangslage für die Florida Panthers vor Spiel 3 im Stanley Cup Finale am Donnerstag (8 p.m. ET; NHL.tv und Sky Sport; Fr. 2 Uhr MESZ) in der heimischen FLA Live Arena gegen die Vegas Golden Knights ist klar. Nach den zwei vorangegangenen Niederlagen in den Begegnungen mit dem Kontrahenten aus Nevada muss dringend ein Sieg her. Andernfalls stünde die Vertretung aus Sunrise fortan in jeder Partie mit dem Rücken zur Wand.

Nach der Trainingseinheit am Mittwoch machten die Panthers deutlich, dass sie verstanden haben, in welcher Situation sie sich befinden und dass sie bereit sind, ein paar Gänge hochzuschalten, um der Finalserie eine Wende zu ihren Gunsten zu geben.

"Wir müssen eine Schippe drauflegen und uns cleverer anstellen", meinte Panthers-Kapitän Aleksander Barkov. Wichtig sei es, die Defensive der Golden Knights öfter in Verlegenheit zu bringen als in den ersten beiden Partien. "Es ist wichtig, mehr Zug zum Tor zu entwickeln und mehr Pucks aufs Netz zu bringen. Daran gilt es zu arbeiten", erläuterte der Angreifer. Er setzte sich in dieser Hinsicht ganz bewusst selbst unter Druck. "Auf diese Weise hole ich immer das Beste aus mir heraus", betonte er.

Barkov blieb beim 2:5 in Spiel 1 und beim 2:7 in Spiel 2 in der T-Mobile Arena von Vegas ohne Scorerpunkt. In den vorangegangenen 16 Partien hatte er 14 Zähler (vier Tore, zehn Assists) verbucht und besaß damit großen Anteil daran, dass die Panthers nach Seriensiegen gegen die Boston Bruins, Toronto Maple Leafs und die Carolina Hurricanes zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte nach 1996 das Finale um den Stanley Cup erreichten.

Verteidiger Brandon Montour zeigte sich im Hinblick auf das bevorstehende Duell mit den Golden Knights optimistisch. "Unser Team hat in diesen Playoffs schon oft seine Widerstandskraft unter Beweis gestellt. Morgen müssen wir selbstverständlich unser bestes Spiel raushauen. Darauf kommt es an, nichts anderes zählt", gab er als Marschroute aus.

Der Blueliner hofft auf die Unterstützung durch das eigene Publikum. "Unsere Fans waren in den Serien zuvor unglaublich gut drauf. Wir freuen uns deshalb enorm auf sie", sagte er.

Montour, der wie Barkov in den zwei bisherigen Finalspielen noch nicht als Scorer auf dem Spielberichtsbogen auftauchte, weiß ebenfalls um das Problem der mangelhaften Chancenerzeugung und -verwertung auf Seiten der Panthers. Ein Grund dafür sei aber auch Golden-Knights-Goalie Adin Hill gewesen. "Er ist ein großer und starker Bursche und hat unheimlich stark gehalten. Wir müssen dafür sorgen, dass er die Pucks nicht mehr so leicht sieht. Was mich persönlich betrifft, will ich versuchen, meine Torgelegenheiten besser zu nutzen. Ich hatte ja ein paar in den letzten Spielen", gab er zu Protokoll.

Nach Ansicht von Trainer Paul Maurice wäre es aber grundverkehrt, sich nur auf die Offensive zu konzentrieren. "Es ist generell schwer, in dieser Phase der Saison viele Tore zu schießen", erklärte er. Das sei auch nicht immer zwingend notwendig. Der Coach verwies explizit auf das Conference Finale gegen die Hurricanes, in dem zehn Treffer genügt hätten, um die Serie zu entscheiden. Viel wichtiger sei es, das Spiel aus einer gut strukturierten Defensive zu führen. Dann kämen Offensivaktionen oft von ganz allein.

Steigerungsbedarf sieht Maurice allerdings im Powerplay. Alle sieben Gelegenheiten in den beiden Partien gegen die Golden Knights ließen seine Schützlinge ungenutzt. "Ich denke, wir haben in Unterzahl insgesamt mehr Schüsse abgegeben als in Überzahl. Das müssen wir ändern", so der Coach der Panthers.

Golden Knights schießen 7 Tore beim Sieg in Spiel 2

Die Erfolgsquote im Penalty Killing ist mit 63,6, Prozent ebenfalls nicht berauschend. Vier von elf Powerplays der Golden Knights führten zu einem Gegentreffer. Immerhin gelang den Panthers im Gegenzug ein Shorthander.

Große Hoffnungen in Sachen Offensivpower ruhen auf Matthew Tkachuk. Er ist mit 22 Punkten (zehn Tore, zwölf Assists) aus 18 Einsätzen der erfolgreichste Scorer seiner Mannschaft. In den zwei Matches gegen Vegas trug er sich einmal in die Torschützenliste ein. In Spiel 3 wird er wie seine Teamkollegen alles daransetzen, den Bock umzustoßen und für den ersten Sieg der Panthers im Stanley Cup Finale überhaupt zu sorgen. Bei ihrer ersten Teilnahme hatten sie gegen die Colorado Avalanche mit 0:4 verloren. In diesem Jahr folgten die beiden Auftaktniederlagen gegen Vegas.