raffl

Acht Jahre hatte Michael Raffl das Trikot der Philadelphia Flyers getragen und 504 Spiele in der NHL absolviert, bis er kurz vor der Trade Deadline nach Washington abgegeben wurde. Die Flyers bekamen dafür einen Fünftrunden-Pick für den NHL Draft 2021. Beim 1:0-Sieg gegen die New York Islanders, der erst im Penaltyschießen zustande kam, erlebte der Österreicher nun einen erfolgreichen Einstand für sein neues Team.

"Es ist schön, mit einem Sieg zu starten", sagte der 32-Jährige nach dem Erfolg gegen die New York Islanders. Raffl stand 13:32 Minuten auf dem Eis und gab zwei Torschüsse ab. "Nach dem zweiten Drittel haben so ziemlich alle Spieler einen Gang hochgeschaltet und wir haben als Gruppe besser gespielt", sagte Raffl über den Spielverlauf. "Manchmal kommt es nur auf ehrliche und harte Arbeit an. Ich denke, das haben wir getan und wir waren dadurch über zwei Drittel die bessere Mannschaft."
Im Mittelpunkt des Spiels standen die Torhüter. Semyon Varlamov, der Goalie der New York Islanders, parierte alle 28 Schüsse der Capitals. Auch Ilya Samsonov, der Schlussmann von Washington, erwies sich als unüberwindbar und kam auf 26 Saves. Bei dem Penaltyschießen bewiesen die Goalies erneut ihre Qualitäten. Varlamov parierte zunächst gegen Jordan Eberle, Varlamov gelang selbiges gegen T.J. Oshie. Nachdem Anthony Beauvillier von den Islanders und Nicklas Backstrom von den Capitals jeweils den zweiten Penalty im Tor unterbrachten, fiel die Entscheidung im dritten Durchgang. Brock Nelson von den Islanders ließ die Chance ungenutzt, sodass Evgeny Kuznetsov den Sieg mit seinem Treffer perfekt machen konnte.

WSH@NYI: Samsonovs Shutout zum Sieg der Capitals

"Wenn es so eng wird wie in dem heutigen Spiel, muss man sich irgendwann einfach auf ihn verlassen. Er war großartig", sagte John Carlson, der Verteidiger der Capitals, über Torwart Samsonov. "Es ist nicht so, dass das einfach nur ein paar gute Saves von ihm waren. Es waren jedes Mal großartige Saves, wenn sie zu uns durchbrachen. Das hat heute den Unterschied ausgemacht." Peter Laviolette, der Trainer der Capitals, sieht das ähnlich: "Er hatte starke Saves, ganz besonders im ersten Drittel."
Der Erfolg gegen New York ist für Washington von großer Bedeutung, nachdem sie zuvor zwei von drei Spielen verloren hatten. Die Capitals stehen mit 64 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz der MassMutual East Division, haben mit den Pittsburgh Penguins (63 Punkte), den Islanders (63 Punkte) und den Boston Bruins (60 Punkte) allerdings drei Verfolger dicht auf den Fersen. Immerhin: Der Vorsprung auf die New York Rangers, die auf dem fünften Rang stehen, beträgt beruhigende zwölf Punkte.
Der Sieg gegen die Islanders brachte allerdings auch einen Wermutstropfen mit sich. Alex Ovechkin, der Kapitän der Capitals, musste im letzten Drittel vom Eis gehen und kehrte nicht wieder zurück. "Ich weiß selber noch nicht, was genau los war. Ich weiß nur, dass er dann nicht mehr einsatzbereit war", sagte Laviolette über den Gesundheitszustand des Superstars. Aus Sicht der Capitals bleibt zu hoffen, dass der beste Torschütze der Mannschaft (24 Tore in der laufenden Saison) nicht länger ausfallen wird.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
Das heiß umkämpfte Duell mit den Islanders war lediglich das erste von insgesamt drei aufeinanderfolgenden Spielen dieser beiden Teams. Samstag findet das zweite Aufeinandertreffen von Washington und New York statt (7:00 pm ET, NHL.TV, So. 1:00 MESZ). Für Raffl und die Capitals bietet dies eine gute Vorbereitung auf die bevorstehende Postseason.
"Diese drei Spiele ähneln eher einer Playoff-Serie als einer regulären Saison", sagt Trainer Laviolette. "Sie wissen, dass wir uns einige Dinge von ihnen noch einmal genau ansehen können. Sie werden genauso das gleiche tun und versuchen, ein paar Anpassungen vorzunehmen, um vielleicht etwas zu finden, was sie besser machen können."