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Deutsch-deutsches Duell in Brooklyn

Islanders treffen auf Penguins - Wege beider Klubs driften auseinander

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Es ist noch gar nicht so lange her, da begegneten sich die Pittsburgh Penguins und die New York Islanders auf Augenhöhe. Nach Beendigung der Hauptrunde 2015-16 lagen die Klubs gerade einmal vier Punkte auseinander. Beide zogen in die Playoffs ein - die Penguins direkt, die Islanders über die Wildcard. Vor ihrem Duell am Mittwochabend im Barclays Center in Brooklyn kann von einem Kräftemessen zweier gleichstarker Teams nicht mehr die Rede sein. Pittsburgh mischt im Osten zwar erneut vorne mit, New York dagegen belegt dort aktuell den letzten Tabellenplatz.

Bereits in den Playoffs der abgelaufenen Saison drifteten die Wege beider Mannschaften auseinander. Während die Penguins den Stanley Cup holten, war für die Islanders in der zweiten Runde gegen die Tampa Bay Lightning Endstation. Dennoch zeigten sich die New Yorker mit dem Erreichten zufrieden. Man wolle auf dieser Leistung aufbauen und in dieser Spielzeit den nächsten Qualitätssprung machen, verlautete aus dem Lager der Islanders. Im Moment geht es jedoch erst einmal um Schadensbegrenzung. Trotz eines mühevollen 2-1 nach Verlängerung am Montag zu Hause gegen die Calgary Flames beträgt der Abstand zu den Wildcard-Plätzen bereits sieben Punkte.

Von der Siegermentalität, mit der man in der Vorsaison den Playoff-Einzug perfekt machte, ist im Moment nichts mehr zu spüren. Die Spieler um Kapitän John Tavares haben große Schwierigkeiten, eine Führung zu behaupten. Etliche Partien gingen trotz teilweise deutlichen Vorsprungs am Ende noch verloren. Mitunter hat man den Eindruck, dass dies Spuren in den Köpfen der Spieler hinterlassen und die komplette Mannschaft verunsichert hat. Gegen Calgary mussten die Islanders wiederum den Ausgleich hinnehmen, nachdem sie in Front gelegen hatten. Immerhin gelang Tavares in der Verlängerung diesmal der Siegtreffer.

Die Erwartungen an den Sturmführer sind groß - womöglich zu groß. Mit 17 Punkten liegt Tavares zwar in der internen Scorer-Wertung auf Platz eins. Aber mit nur sechs Toren in 21 Begegnungen blieb der Superstar bisher deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Vor dem Calgary-Match war er viermal leer ausgegangen. "Man verlässt sich auf meine Tore. Von daher wurde es ja endlich Zeit", kommentierte er mit Blick auf seinen spielentscheidenden Treffer.

Mit seiner Aussage hat Tavares ein weiteres Manko in dieser Saison angesprochen: die mangelnde Torausbeute. Nur die Buffalo Sabres haben von den 16 Mannschaften im Osten einen schlechteren Wert vorzuweisen als die Islanders mit ihren 51 Treffern. Das liegt auch daran, dass die New Yorker mit Frans Nielsen, Kyle Okposo und Matt Martin drei erfolgreiche Stürmer ziehen ließen und die als Ersatz verpflichteten Andrew Ladd und Jason Chimera noch nicht überzeugten.

Vor allem in der ersten Saisonphase erwies sich zudem die Defensive als anfällig. Mit zur Verunsicherung beigetragen haben dürfte, dass sich Chefcoach Jack Capuano nicht auf eine Nummer eins im Tor festlegen wollte. Mal stand Jaroslav Halak im Kasten, mal Thomas Greiss. In drei der letzten vier Begegnungen begann der Deutsche und rechtfertigte seinen Einsatz mit guten Leistungen. Hinzu kommt Verletzungspech. So fehlt mit Dennis Seidenberg seit einigen Partien der offensivstärkste Verteidiger wegen eines Kieferbruchs.

Bei den Fans hat Trainer Capuano aufgrund des schwachen Saisonverlaufs nur noch wenig Kredit. Wie es bei der Klubführung aussieht, wird sich nach den nächsten Partien gegen die Penguins, die Washington Capitals und die Detroit Red Wings erweisen. Sollten alle drei Spiele verlorengehen, droht dem Trainer der Rauswurf.

Ganz anders stellt sich die Lage bei den Penguins dar. Zwar lief auch dort längst nicht alles rund - unter anderem setzte es ein peinliches 1-7 bei den Capitals -, doch die Mannen von Trainer Mike Sullivan liegen in der Metropolitan Division hinter den New York Rangers auf Platz zwei. Die Punktemaschine Sidney Crosby, Phil Kessel und Evgeni Malkin produziert auf Hochtouren. Zusammen haben sie bereits 62 Zähler auf ihrem Scorer-Konto. "Vor dem Tor ist Sid der beste Stürmer in der Liga. Er macht immer das Richtige", lobt Sullivan den Ausnahmestürmer Crosby.

Zurück in der Erfolgsspur ist Tom Kuhnhackl. Gegen die New Jersey Devils gelang ihm am Samstag sein erstes Saisontor. Zwischenzeitlich hatte ihn sein Trainer einige Male nicht mehr eingesetzt. "Zu Beginn des Jahres habe ich nicht so gut gespielt wie im vergangenen Jahr", räumte der Deutsche selbstkritisch ein. Doch zuletzt stellte Kühnhackl seine Stärken beim Forechecking, dem Blocken von Schüssen und dem Einleiten von Kontern wieder unter Beweis. Eine weitere Kostprobe davon möchte er am Mittwoch im deutsch-deutschen Aufeinandertreffen gegen Greiss abliefern.

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