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Die Carolina Hurricanes sind die Mannschaft der Stunde in der Discover Central Division. Das 2:1 gegen die Detroit Red Wings am Sonntag war der achte Sieg in Folge. Die Mannschaft von Trainer Rod Brind'Amour ist das erste Team der NHL, dass in dieser Saison die Marke von 20 Siegen geknackt hat.

Torwart Alex Nedeljkovic beschreibt das Erfolgsrezept wie folgt: "Die Stimmung in der Kabine ist entspannt und es macht einfach Spaß. Sobald wir auf dem Eis sind, wird richtig hart gearbeitet. Wir tun alles, um bestmöglich auf die Spiele vorbereitet zu sein. Wir haben eine Menge Talent in unseren Reihen." Auch der Schweizer Nino Niederreiter führt die Erfolgsserie auf die Tiefe des Kaders zurück. "Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Das ist momentan der Schlüssel unseres Erfolges. Jeder macht genau das, was er tun muss, um uns weiterzuhelfen", lautet seine Einschätzung.
Dies trifft besonders auf Niederreiter selbst zu. Gegen Detroit erzielte der 28-Jährige sein 12. Saisontor. Vergangene Saison hatte der Flügelstürmer in 67 Saisonspielen insgesamt elf Tore erzielt. Nun benötigte er gerade einmal 27 Einsätze, um diese Marke zu überbieten. "Da ist immer auch ein bisschen Glück dabei", sagte er. "Ab und an laufen die Dinge anders als man es sich wünscht. Und manchmal läuft es genauso, wie man es sich vorgestellt hat. Ich hatte auf jeden Fall einen besseren Start in die Saison als in der vergangenen Spielzeit. Das hilft mir sehr." Seine persönliche Bestmarke aus der Saison 2016/2017, als er im Dienst der Minnesota Wild 25 Tore erzielte, könnte er möglicherweise trotz der verkürzten Saison knacken. In den vergangenen fünf Spielen hat Niederreiter fünf Scorer-Punkte verbucht.

CAR@DET: Niederreiter per Handgelenkschuss ins Lange

Der Sieg in Detroit war keineswegs ein Selbstläufer. Fast 46 Minuten blieb das Spiel torlos. Brind'Amour ist stolz, dass seine Mannschaft trotzdem nicht nervös wurde. "Wenn man ein junges Team hat, macht man sich Sorgen, weil die Jungs immer punkten wollen. Wir lernen aber, aus diesem Denken herauszukommen und uns auch bei einem Spielstand von 0:0 wohlzufühlen", so der Trainer. "Es ist in Ordnung, wenn man noch kein Tor erzielt hat. Man muss dann einfach geduldig bleiben und darauf vertrauen, dass man dennoch ein ordentliches Spiel macht. Genauso war das heute. Wir hatten nicht viel Raum, haben aber trotzdem gut gespielt. Je mehr wir dieses Denken haben, desto erfolgreicher werden wir sein."
In der 46. Minute erfolgte die Belohnung, als Dougie Hamilton die Hurricanes in Unterzahl in Führung brachte. Besonders beachtlich war, wie abgezockt der Verteidiger vor dem gegnerischen Tor agierte. Im Stil eines Stürmers ließ er den gegnerischen Kapitän Dylan Larkin, der sich in den Schuss werfen wollte, vorbeirutschen und schloss erst danach den Angriff ab. Es war das erste Unterzahl-Tor in der Karriere von Hamilton. "Es sah so aus, als würde er das öfter machen. Das war ein toller Schuss von ihm, er blieb sehr geduldig", lobte Niederreiter. Er selbst traf in der 52. Spielminute bei einem schnellen Gegenangriff mit einem Schuss aus mittlerer Distanz zum 2:0.
Der Churer würdigte die Leistung der Red Wings, die in den beiden Spielen zuvor gepunktet hatten und sich als starker Gegner herausstellen: "Wir wussten, dass das nicht einfach wird. Sie spielen hart und sehr simpel. Da mussten wir voll gegenhalten und mit der gleichen Energie spielen."

CAR@DET: Hamilton läuft Coast-to-Coast zum SHG

Ein Schlüssel zum Sieg war auch die Leistung von Schlussmann Nedeljkovic. Sein zweiter Shutout der Saison war zum Greifen nahe, bis den Red Wings 9,4 Sekunden vor Spielende in Person von Anthony Mantha doch noch der Anschlusstreffer gelang. Der Torwart lobte seine Vorderleute für die gute Defensivarbeit: "Die Jungs machen einen hervorragenden Job vor mir und sorgen dafür, dass ich den Puck sehen kann. Sie helfen mir, wenn ich den Puck pariere und erobern diesen zurück. Das war ein richtig gutes Spiel heute. Wir waren von Anfang an bereit."
Trainer Brind'Amour weiß um den positiven Einfluss seines Goalies, der in dieser Saison bei neun Einsätzen auf eine Fangquote von 92,9 Prozent kommt. "Goaltending ist so wichtig. Man braucht es einfach, um erfolgreich zu sein. Es gibt der ganzen Mannschaft Selbstvertrauen, wenn du weißt, dass dein Torwart dich aus verrückten Situationen retten kann. Er war gut, und ich freue mich für ihn."
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Brind'Amour ist längere Siegesserien mit den Hurricanes gewohnt. Drei Mal gelang es der Vertretung aus Raleigh in ihrer Franchise-Geschichte, neun Spiele in Folge zu gewinnen. In allein drei Fällen war Brind'Amour als Spieler daran beteiligt. Bereits jetzt ist er einer von nur sieben Akteuren in der NHL-Historie, die mit demselben Team als Spieler und als Trainer Siegesserien über jeweils mindestens acht Spiele hinlegten.
Im erneuten Aufeinandertreffen mit den Red Wings am Dienstag (7:30 p. m. ET, NHL.tv, Mi. 0:30 MEZ) könnte der Franchise-Rekord von neun Siegen in Folge eingestellt werden. Nedeljkovic stellt klar, dass die Hurricanes längst noch nicht satt sind: "Wir hatten bislang einen guten Lauf. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns." Berücksichtigt man die starke Form von Carolina, sollten die anderen Teams der Discover Central dies durchaus als Kampfansage verstehen.