st louis blues 1-28

In einem spannenden Spiel bauten die St. Louis Blues ihre aktuelle Erfolgsserie auf fünf Siege in Folge aus. Gegen die Los Angeles Kings sicherten sie sich am Sonntag zu Hause im Enterprise Center einen 4:3-Sieg nach Verlängerung. Es war bereits ihr dritter Sieg in der Verlängerung in Folge. Für die Kings vertieft sich die Krise immer mehr, denn es war ihre 14. Niederlage in 16 Spielen.

„Ich denke, wir haben eigentlich solide gespielt“, bemühte sich Kings-Trainer Todd McLellan um eine Erklärung. „Wir müssen die Strafen abstellen. Ein Mal war es ein schlechter Wechsel, der nicht sein muss. Wenn wir das in den Griff kriegen und weniger Strafen kassieren, haben wir eine Chance zu gewinnen, aber das ist uns heute nicht gelungen.“

Starke Unterzahl hält Kings im Spiel

Die vielen Strafen waren ein Problem für die Kings, aber eine starke Unterzahl ermöglichte ihnen immerhin einen Punkt durch das Erreichen der Verlängerung. Adrian Kempe brachte Los Angeles zunächst gut ins Spiel. Er zog bereits nach 27 Sekunden eine Strafe und sorgte so für das einzige Powerplay der Kings, das aber ungenutzt blieb. In der fünften Spielminute lieferte er dann mit einem Direktschuss das 1:0 für die Gäste.

LAK@STL: Kempe und Kopitar sorgen für den ersten Treffer des Spiels

Danach brachte sein Team sich aber selbst in Probleme. Nick Leddy glich für die Blues aus und Los Angeles geriet kurz danach direkt in Unterzahl. Das hätte ein entscheidender Moment werden können, wäre die Unterzahl der Kings nicht in so hervorragender Form gewesen.

Beim Stand von 1:1 kam in der 25. Minute die zweite Unterzahl, doch Jaret Anderson-Dolan hielt mit seinen Kollegen nicht nur den Puck aus dem eigenen Tor, sondern sorgte mit einem Mann weniger auf dem Eis sogar noch für die erneute Führung (26.). Die Freude währte aber nur kurz, denn Pavel Buchnevich gelang weniger als eine Minute später ein Powerplaytor für die Blues.

„Sie haben sogar in Unterzahl getroffen, aber unser Powerplay hat eine schnelle Antwort gefunden“, kommentierte Blues-Trainer Drew Bannister.

Bannisters Team hatte noch deutlich mehr Chancen seine zahlreichen Vorteile zu nutzen, denn Los Angeles kassierte im zweiten Drittel noch zwei weitere Strafen und geriet auch im Schlussabschnitt zwei Mal in Unterzahl. Buchnevichs Ausgleich zum 2:2 sollte bei sechs Powerplays allerdings der einzige Makel einer ansonsten beeindruckenden Leistung der Unterzahlformationen der Kings bleiben.

„Unser Penalty Kill hat starke Arbeit geleistet, aber wir haben einfach zu viele Strafen genommen, auch ich selbst“, gestand Kings-Stürmer Trevor Moore. „Wir haben heute ein ziemlich gutes Spiel geliefert, aber nicht gut genug. Wir dürfen keine solchen Fehler machen und unnötige Strafen nehmen. Wir müssen in der Verlängerung auch mal den Deckel drauf machen und Siege einfahren.“

Blues setzen OT-Serie fort

Nach Buchnevichs Ausgleich gingen die Blues durch Jordan Kyrou zum ersten Mal in Führung (33.), doch Phillip Danault traf noch vor der zweiten Drittelpause zum 3:3. Ein torloses Drittel bedeutete dann die Extraschicht für zwei Teams, denen dieses Prozedere nur zu bekannt ist. Die Erfahrungen damit könnten in letzter Zeit aber kaum unterschiedlicher sein.

Die Kings mussten seit 30. Dezember in sechs von 15 Spielen in die Verlängerung und verloren jede dieser Partien. Die Blues entwickeln sich hingegen offenbar zu Overtime-Spezialisten. In der gesamten Saison mussten sie in neun von 48 Spielen in die Verlängerung, davon gewannen sie zwei im Penaltyschießen, fünf in der Verlängerung und nur zwei Mal verließen sie das Eis als Verlierer. Während ihrer laufenden Erfolgsserie von fünf Spielen fuhren sie die vergangenen drei Siege alle in der Verlängerung ein.

LAK@STL: Schenn bringt Sieg in der Verlängerung

„Wir finden einfach einen Weg zu gewinnen, das ist super“, freute sich Kyrou. „Dabei geht es vor allem um die Mentalität. Wir spielen gut als Team. Wir sind auf dem Eis immer füreinander da. Wir spielen zusammen. Das ist gut für den Charakter und wir haben in den letzten Spielen viel Stärke bewiesen.“

Am Sonntag war es Brayden Schenn, der nach 61:04 Minuten die Erlösung brachte. Buchnevich kam im eigenen Drittel an den Puck und spielte einen Steilpass auf Schenn, der dann aus dem Bullykreis zum 4:3 abschloss.

„Wenn man in der Verlängerung eine Puckeroberung sieht, startet man immer durch“, erklärte Schenn. „Da gibst du einfach alles. Selbst wenn du den Puck nicht kriegst, verschaffst du deinem Mitspieler damit mehr Raum um selbst zu gehen. Buchnevich hat ein starkes Auge für den Pass und hat mir den Puck serviert.“

Direktes Duell sorgt für Gleichstand

Das Aufeinandertreffen der Kings und Blues war nicht irgendein Spiel, es war ein direktes Duell um die Plätze für die Stanley Cup Playoffs in der Western Conference. Die Kings rutschten in den vergangenen Wochen auf den vierten Platz der Pacific Division ab und stehen mit 54 Punkten aus 47 Spielen (22-15-10) auf dem ersten Wildcard-Platz der Conference.

Die Blues kletterten durch den Sieg auf den vierten Platz der Central Division und belegen mit ebenfalls 54 Punkten (26-20-2) die zweite Wildcard. Sie liegen in der Tabelle nur hinter den punktgleichen Kings, weil sie bereits ein Spiel mehr hinter sich haben. Hinter den beiden Kontrahenten vom Sonntag lauern die Nashville Predators mit 53 Punkten und die Seattle Kraken, die ihr Konto mit einem Sieg gegen die Columbus Blue Jackets auf 52 Punkte erhöhten.

Die Kings sind am Mittwoch bei den Verfolgern aus Nashville zu Gast (7:30 p.m. ET; NHL.tv; Do. 1:30 Uhr MEZ), die Blues empfangen am Dienstag die Blue Jackets (8 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport; Mi. 2 Uhr MEZ).

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