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Matthews und die Leafs auf Erfolgskurs

Der Nummer Eins-Pick des Vorjahres erfüllt mit den Toronto Maple Leafs aktuell die kühnsten Träume der Fans

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Wahrscheinlich hätten sich noch nicht einmal die eingefleischtesten Fans der Toronto Maple Leafs vor dem Saisonbeginn überhaupt auch nur vorstellen können, wie gut es bei ihrem jungen Team, und speziell auch bei Super-Rookie Auston Matthews in den letzten Wochen, ja sogar Monaten, sportlich läuft. Daran konnte auch die am Dienstagfabend erlittene 1:4-Niederlage daheim gegen die Washington Capitals nun nichts ändern.

Man mag es ja fast noch immer gar nicht so richtig glauben, doch nach eher trostlosen Jahren zuletzt ist die Traditionsfranchise aus der inoffiziellen Eishockeyhauptstadt der Welt ja tatsächlich so etwas wie die positive Überraschung der Spielzeit, steht aktuell unmittelbar vor dem endgültigen Einzug in die Playoffs. Und Matthews, der im vergangenen Jahr bekanntlich von dem Original Six-Team an Nr. 1 im Draft gezogen wurde, und sich dann über Monate hinweg ein faszinierendes Duell mit Patrick Laine von den Winnipeg Jets lieferte, bevor er nun sogar diesem endgültig in den Statistiken zu enteilen scheint, ist so etwas wie der klammheimliche Superstar des letzten Jahres geworden. 
Viel mehr hätte man wohl in und um Toronto nicht einmal zu träumen gewagt. Und der Traum muss ja so auch noch gar nicht ausgeträumt sein. Geht da vielleicht sogar noch mehr in diesem Jahr? Wir werden noch ein paar Tage abwarten müssen.

Fakt ist jedenfalls bereits jetzt, dass die Leafs durch den 4:2-Erfolg im KeyBank Center zu Buffalo am Montag einen weiteren großen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht haben.

Der junge Center erzielte dabei u.a. seinen bereits 39. Saisontreffer. Die Leafs, die die Begegnung im ersten Drittel durch gleich drei Tore innerhalb von nur 43 Sekunden bereits quasi vorentschieden, verbesserten sich durch den Erfolg auf eine Statistik von 11-2-1 in den letzten 14 Spielen. 

Die vier Begegnungen in Folge gewann man bis zum Montag allesamt, bevor es dann am Dienstag gegen die 'Caps' mal wieder eine Pleite gab. Mit nun 93 Zählern und einer Statistik von insgesamt 39-24-15 überholte man am Montagabend die Boston Bruins und rangierte danach schon auf Rang Zwei in der Atlantic Division.

Matthews selber lag nach gespielten 78 Spielen mit 39-28 und nun 67 Zählern insgesamt in diversen Statistiken auf Rekordkurs. Er überholte nun auch Peter Ihnacak, der es in der Spielzeit 1982-83 in 80 gespielten Begegnungen auf 28-38-66 brachte. 

Video: TOR@BUF: Matthews bricht zwei Rekorde

Der Nummer Eins Draft-Pick des Vorjahres erreichte damit ebenso einen neuen NHL-Rekord für in den USA geborene Neulinge in der Liga, erreichte den Wert von Neal Broten aus dem Jahre 1981-82, der damals schon auf 38 Treffer in seiner ersten Saison in der besten Eishockeyliga der Welt kam.

"Ich darf hier mit vielen guten Spielern zusammenspielen. Also gebührt ein großer Teil des Erfolges auch ihnen" gab sich Matthews nach dem Spiel in Buffalo gewohnt bescheiden. 

"Wir müssen uns nach wie vor an jedem Tag etwas verbessern. Das ist und bleibt unser Ziel. Wir sind in einer guten Position, aber wir müssen weitermachen." Das Alles klingt in den Ohren seiner sportlichen Konkurrenz wahrscheinlich fast schon wie eine Art von Drohung.
Teamkollege Frederik Andersen, der im KeyBank Center am Montagabend erneut mehr als nur ordentlich spielte, versuchte den Blick der Leafs auch gleich wieder zu schärfen. 

"Diese Woche wird entscheidend werden für uns. Das wird ein schweres Programm. Punkte müssen noch her. Und natürlich je mehr, je besser."
Gegen die Hauptsädter hat das am Dienstag dann nicht geklappt, doch noch ist die Woche ja auch nicht zu Ende. Bei Statistiken wie sie die Leafs zuletzt vorweisen konnten, muss es denen die es mit Toronto halten vermutlich so schnell gar nicht mehr Bange werden.

Matthews, der große Hoffnungsträger der gesamten Leafs-Nation, traf bis zur Nioederlage gegen Washington in fünf aufeinanderfolgenden Einsätzen, erzielte bis zu diesem Zeitpunkt in jedem seiner letzten neun Einsätze zumindest einen Punkt (8-4-12). Dass sich daran, trotz des jüngsten Rückschlags am Dienstagabend so schnell grundsätzliches auch nichts  ändern dürfte sollte erwartbar sein.

Er ist damit jedenfalls bereits jetzt erst der dritte Liganeuling der langen Franchisegeschichte dem es jemals gelang in mindestens fünf aufeinanderfolgenden Spielen einzunetzen. Lediglich Alf Skinner (1918, 6 Begegnungen) und Gaye Stewart (1942, 5 Spiele) hatten ähnlich gute Serien in diesem Bereich. Schon beeindruckend, wenn man dabei auch einmal an die lange und insgesamt sehr erfolgreiche Geschichte dieser Franchise zurück denkt.

Doch die Leafs sind aktuell natürlich längst nicht nur wegen ihrem gefeierten und von Rekord zu Rekord stürmendem 'Wunderkind' Matthews insgesamt so erfolgreich. 

Video: TOR@DET: Matthews zeigt tolle Technik beim PPG

Die Jungspunde William Nylander und Mitchell Marner sammeln in diesen Tagen ebenfalls sehr fleißig Pluspunkte. Beide steuerten auch beim Erfolg in West-New York je einen Punkt bei, wurden damit Rookies Nummer Zwei und Drei im Team, denen es damit nun gelang die 60-Punkte-Marke in dieser Spielzeit zu durchbrechen. Marner steuerte am Dienstag auch den Ehrentreffer seines Teams bei, erhöhte sein Toronto damit sogar noch einmal um einen weiteren Treffer.

Eine extrem starke Rookie-Präsenz also aktuell im Team, welche es in dieser Ausprägung in der besten Eishockeyliga der Welt bereits seit dem Jahre 1980-81 nicht mehr gab. 

Seinerzeit erreichten letztmals drei Liganeulinge in einem Team jeweils mindestens 60 Zähler in einer Runde. Damals gelang dies ganz konkret den Quebec Nordiques in Gestalt von Peter Stastny (39-70-109), Anton Stastny (39-46-85) und Dale Hunter (19-44-63). Nur die Älteren hier können sich vielleicht noch an diese Zeiten wirklich gut erinnern. 

Video: FLA@TOR: Matthews erzielt Leafs Rookie Rekord

Das verdeutlicht schon welch ungewöhnliche Saison die Franchise aus Toronto da gerade vor unser aller Augen abliefert. 

Und die laufende Spielzeit ist ja auch längst noch nicht vorbei. Die eine oder andere Statistik wird sich von Matthews & Co. schon noch nach oben schrauben lassen in den nächsten Tagen. Und wo der Traum der Leafs dann wirklich mit der Sommerpause einmal enden wird, das ist derzeit noch gar nicht abzusehen. 

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