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NHL.com/de diskutiert über die Wechsel-Highlights

Was waren die Höhepunkte zur NHL Trade Deadline in den vergangenen Jahren? Unsere Autoren erörtern das im Writers' Room

von NHL.com/de @NHLde

Während der Saison 2019/20 wird das Team von NHL.com/de jeden Samstag in der Rubrik "Writers' Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Welches waren die Highlights bei den Spielerwechseln zur 'NHL Trade Deadline' in den vergangenen Jahren?

Am Montag, 24. Februar, schließt um 21 Uhr MEZ das aktuelle Transferfenster in der NHL. In den vergangenen Tagen fanden bereits diverse Spielerwechsel statt, die für Aufmerksamkeit sorgten. Insbesondere Verteidiger waren gefragt. Weitere Wechsel werden in den nächsten Stunden und Tagen folgen. Speziell am Montag dürfte es traditionell noch einmal besonders hoch hergehen.

Wie in den vergangenen Jahren wird NHL.com/de das Geschehen begleiten und direkt von den wichtigsten Transaktionen berichten und diese einschätzen.

Jetzt, so kurz vor dieser aufregenden Phase im Eishockeykalender, haben unsere Autoren die Gelegenheit genutzt und über die Highlights der vergangenen Jahre diskutiert. Was waren die spektakulärsten Trades und was haben diese am Ende bewirkt?

Hier sind die gesammelten Stimmen aus der NHL.com/de-Redaktion:

Robin Patzwaldt: Für mich persönlich sind die Carolina Hurricanes noch immer das Paradebeispiel für gelungene Verstärkungen rund um die NHL Trade Deadline. Anfang 2006 sicherten sich die Verantwortlichen aus Raleigh die Dienste der beiden Routiniers Marc Recchi und Doug Weight. Recchi kam von den Pittsburgh Penguins, Weight von den St. Louis Blues nach North Carolina.

Beide Spieler entpuppten sich im weiteren Saisonverlauf als Gewinn für ihr neues Team und führten den Kader des gefühlt permanenten Underdogs zum ersten und bis heute einzigen Stanley-Cup-Titel der Franchisegeschichte. Legendär war der Lauf des Teams über Monate hinweg bis zum vielumjubelten Sieg nach sieben umkämpften Spielen im großen Finale gegen die Edmonton Oilers im Frühsommer.

Recchi und Weight hatten daran großen Anteil. Beiden gelangen alleine in den Playoffs starke 16 Punkte für ihr Team und sie waren jeweils mit Game-Winnern in Erscheinung getreten. Wenn sich Neuverpflichtungen zu diesem späten Zeitpunkt einer Saison jemals wirklich ausgezahlt haben, dann unbestritten in diesem Fall. 

Heute noch denke ich gerne an diese ungewöhnliche Spielzeit der Hurricanes zurück. Ohne die beiden spät hinzugenommenen Veteranen wäre das Eishockeymärchen in Carolina in dieser Form nicht möglich gewesen 

Christian Treptow: Da ich es mit den Colorado Avalanche halte, sind mir noch sehr gut die Trade Deadlines 2000 und 2001 in Erinnerung. 1999 wechselte Ray Bourque zusammen mit Dave Andreychuk von den Boston Bruins nach Denver. Im Gegenzug gingen Brian Rolston, Martin Grenier, Samuel Pahlsson und ein Erstrundenpick an die Ostküste. Die Bruins waren damals Schlusslicht in ihrer Division, die Avalanche galten als ernsthafter Kandidat auf den Titel. 

Bourque wollte sich unbedingt den Traum vom Stanley Cup erfüllen. Gereicht hat es in diesem Jahr nicht ganz. Colorado verlor im Finale der Western Conference in sieben Spielen gegen die Dallas Stars. Allerdings verlängerte Bourque um eine Spielzeit - seine insgesamt 22. - bei den Avalanche. 

Im Jahr darauf legte Colorado noch mal in der Verteidigung nach. Defender Rob Blake und Stürmer Steven Reinprecht (später in der DEL in Mannheim und Nürnberg aktiv) kamen im Tausch für Aaron Miller, Adam Deadmarsh und Draftpicks von den Los Angeles Kings in die Rocky Mountains. 

In dem Jahr sollte es dann endlich mit dem Cup-Gewinn klappen. Avalanche-Kapitän Joe Sakic übergab den Pokal sofort an Bourque, dessen Bart schon einige Graustufen aufwies. Am Ende war Bourque im Alter von 40 Jahren das entscheidende Puzzlestück auf dem Weg zum Titel einer Mannschaft, die mit Joe Sakic, Peter Forsberg, Patrick Roy und Milan Hejduk schon jede Menge Starpower hatte. 

Die Mannschaft gab alles, um dem Routinier zum Abschluss einer illustren Karriere den krönenden Abschluss zu ermöglichen. Und auch wenn das jetzt schon fast 20 Jahre her ist, werden mir die Bilder immer präsent bleiben.

Christian Rupp: Ich unterbreche die Schwärmereien nur ungern, möchte aber den Scheinwerfer auch mal drehen. Nämlich auf Teams, die mit Last-Minute-Trades nicht den gewünschten Effekt erzielten. 

Präsent sind mir da noch die Transfers der Nashville Predators in der Vorsaison. Die Idee, mehr Physis in einen ansonsten eher kleinen, beweglichen und schnellen Kader zu holen, erscheint auf dem ersten Blick sinnvoll. Doch passten am Ende weder Brian Boyle noch Wayne Simmonds ins System der Predators. Statt der erhofften Verstärkung wirkten die Neuzugänge wie Fremdkörper. 

Natürlich lag das spätere Erstrunden-Aus des Central-Division-Siegers nicht nur an diesen beiden Personalien, doch hatte sich offensichtlich etwas an der Team-Hygiene verändert. 

Auch der Tausch von Kevin Fiala und Mikael Granlund trug sicher einen Teil bei. Der Vertrag des für den schnellen Schweizer geholten finnischen Centers läuft im Sommer aus - sollten die Playoff-Chancen in Music City bis zur Deadline weiter schwinden, ist er schon wieder ein Trade-Kandidat. 

Fazit: Blanker Aktionismus bringt auch den vielversprechendsten Titelanwärtern nichts. Der neue Spieler muss zu 100 Prozent ins Teamgefüge passen und wirklich weiterhelfen, immerhin wird meist auch ein Stück Zukunft in Form von Draft Picks dafür weggegeben. Dass man das große Ziel Stanley Cup auch ohne Deadline-Deals erreichen kann, zeigen die St. Louis Blues, die sich mit einem eingespielten Kader zum Champion kürten.

Video: MIN@VAN: Fiala vom Kreis aus dem Handgelenk rein

Stefan Herget: Genau, Christian Rupp. Man muss festhalten, dass immer viele Trades getätigt werden, aber nur wenige den gewünschten Effekt bringen, weil eben auch nur eine Mannschaft den Titel holen kann. Für diese haben sich dann Verstärkungen gelohnt, für die anderen nicht. Eventuell gilt Ersteres auch noch für Teams, die in einem der nächsten beiden Jahre gewinnen.

Insofern hat mir gefallen, dass GM Joe Sakic von den Avalanche vor drei Tagen im Avs-TV gesagt hat, dass er Trades nicht um jeden Preis machen wird und nicht die Zukunft für kurzfristigen Erfolg schwächen wird. 

Robin Patzwaldt: Natürlich lohnt sich das nicht in jedem Fall, da habt ihr Recht. Doch das Risiko und die Überlegungen, die dahinterstecken, machen einen Großteil der Faszination an der NHL Trade Deadline aus. Freuen wir uns daher auf die Entwicklungen der verbleibenden Stunden bis zum Ende der Wechselfrist für diese Spielzeit!

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