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Minnesota vertraut auf bekannte Stärken

Die Wild machen keine großen Sprünge, vertrauen weiterhin auf eine geschlossene Mannschaftsleistung und den Nachwuchs

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley Cup Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Minnesota Wild.

Die Minnesota Wild erlebten in der vergangenen Saison einen nur allzu bekannten Ablauf. Man setzte sich in der regulären Saison mit 101 Punkten (45-26-11) als drittplatziertes Team der Central Division gewohnt heimstark (27-6-8) durch, scheiterte dann aber in den Playoffs bereits in der ersten Runde mit 1:4 an den Winnipeg Jets. Für ein Team, dass erst seit der Saison 2000/01 in der NHL ist, ist es durchaus respektabel, ein solch sicherer Stammgast in den Playoffs zu sein, doch nach der sechsten Enttäuschung innerhalb der ersten beiden Playoff-Runden in Folge, wollen die Wild natürlich mehr.

Das soll nun unter neuer Führung endlich vollbracht werden. Paul Fenton ersetzte im Mai Chuck Fletcher als General Manager und gibt nun die Marschrichtung vor. Bisher lassen große Paukenschläge aber noch auf sich warten.

 

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Bei den Wild standen diesen Sommer bisher eher die Abgänge im Vordergrund, weniger die Neuverpflichtungen. Matt Cullen, der älteste aktive Spieler der NHL, ging zurück zu den Pittsburgh Penguins, mit denen er zuvor zwei Mal den Stanley Cup gewonnen hatte. In der abgelaufenen Spielzeit war der 41-jährige Routinier auf der Center-Position für elf Tore und elf Assists in 79 Spielen verantwortlich.

Auch seinen Partner auf dem Flügel, Tyler Ennis, zog es zu einem anderen Team. Der kleine Flügelflitzer kam in der vergangenen Saison auf acht Tore und 14 Vorlagen in der dritten Reihe der Wild und wechselte jüngst zur Offensivmacht der Toronto Maple Leafs.

Ein weiterer Neuzugang des letzten Sommers, Daniel Winnik, bekam keinen neuen Vertrag und ist derzeit vereinslos. Das Arbeitstier in der Offensive erzielte in seinem einzigen Jahr bei den Wild sechs Tore und 17 Assists.

Den Abgängen stehen drei Neuverpflichtungen gegenüber, die aber genau wie die Verluste wohl nicht an den ersten beiden Reihen kratzen werden, sondern eher in der dritten Abwehr und dem dritten oder vierten Angriff der Wild einzuordnen sind. Torwart Andrew Hammond, Verteidiger Greg Pateryn und Stürmer Eric Fehr dürfen nun Minnesota ihr zu Hause nennen.

Video: MIN@DET: Dubnyk stellt sich auf und schnappt den Puck

Hammond ist als dritter Torwart hinter Superstar Devan Dubnyk und Backup Alex Stalock eingeplant. Vergangene Saison bekam er einen Einsatz bei den Colorado Avalanche, eine Niederlage gegen die Philadelphia Flyers, bei der er aber immerhin 31 von 33 Schüssen hielt.

Der 28-jährige Pateryn ist ein echter Defensivspezialist, der sein Geld vergangene Saison bei den Dallas Stars verdiente. Dort gelang ihm ein Tor und 13 Punkte, stand in der eigenen Abwehr aber wie eine Wand und erwies sich als effektiver und unangenehmer Gegner für die Angreifer der anderen Teams.

Fehr verbrachte die vergangene Saison teilweise in der American Hockey League, ehe er von den Toronto Maple Leafs zu den San Jose Sharks wechselte. Für die beiden NHL-Klubs kam er auf drei Tore und eine Vorlage. Er soll Erfahrung und Stabilität in die hinteren Reihen bringen.

Diese Erfahrung scheint auch nötig, denn ohne große Zugänge werden die Wild auf die jungen Talente aus den eigenen Farm-Teams setzen müssen. Das Potential dafür ist sicherlich vorhanden. Mit den Angreifern Jordan Greenway und Luke Kunin, sowie Verteidiger Carson Soucy hungern drei vielversprechende Kandidaten nach einem Stammplatz im Kader.

Video: Kunin nutzt Niederreiters Vorlage

Der 23-jährige und 196 cm große Kanadier Soucy durfte vergangene Saison bereits in drei regulären Saisonspielen und vier Playoff-Partien NHL-Luft schnuppern. Er könnte der Partner von Neuzugang Pateryn werden.

Greenway, der Soucy nochmal um drei Zentimeter überragt, kam ebenfalls schon zum Einsatz. In sechs Spielen in der regulären Saison bereitete er ein Tor vor, in den Playoffs stand er in allen fünf Begegnungen auf dem Eis und zeigte mit einem Tor und einer Vorlage, dass er dem Team auch auf höchstem Niveau helfen kann.

Kunin gilt als das größte Talent der Organisation. Der 20-jährige Amerikaner, den die Wild in der ersten Runde des NHL Drafts 2016 wählten (Nr. 15), bestritt 19 Spiele für die Wild und sammelte dabei zwei Tore und zwei Vorlagen. Mit der Nationalmannschaft der USA holte er in den Altersklassen U17, U18 und U20 bereits die Weltmeisterschaft.

Spannend bleibt die Frage nach den Verträgen von Matt Dumba und Jason Zucker. Die beiden Schlüsselspieler verhandeln derzeit noch mit der Vereinsführung und sind Restricted Free Agents.

Dumba ist mit seinen 23 Jahren einer der jüngsten Verteidiger der Wild, gehört aber seit 2014 zum Kern der Mannschaft. Er erzielte in der vergangenen Saison 14 Tore und 36 Assists und brachte es damit auf persönliche Bestmarken an Toren, Assists und Punkten.

 

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Auch Zucker bestritt die beste Saison seiner Karriere. Der 26-jährige entwickelte sich in den letzten beiden Jahren zum Torgarant der Mannschaft und kann mit 33 Toren und 31 Vorlagen ebenfalls auf persönliche Rekorde in beiden Bereichen stolz sein.

Insgesamt sieht das Team der Wild ähnlich aus wie in den vergangenen Jahren. Solide, konkurrenzfähig, nicht spektakulär und mit großen Stars gespickt, aber eine gute Mannschaft die aufeinander abgestimmt ist. Die jungen Spieler die Nachkommen haben Talent und können die Mannschaft ein Stück weiter bringen. Die etablierten Kräfte vermögen sich gegen die Konkurrenz in der Liga durchsetzen, sollten sie nicht zu oft verletzt sein, wie in der letzten Saison.

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