Großer Kader wird Reichel zum Verhängnis
Mit Lukas Reichel wollte eigentlich auch ein zweiter deutscher Stürmer in der NHL für Furore sorgen. Kurz vor dem Saisonstart aber wurde Reichel ins Farmteam Providence Bruins in die AHL geschickt.
„Wir haben Lukas verpflichtet, weil er etwas Besonderes hat. Er hatte wirklich ein gutes Training Camp“, attestiert Sturm. „Das Problem war, dass wir einen sehr sehr großen Kader haben. Also mussten einige Spieler gehen. Es wurde auch niemand von der Waiver-Liste gezogen.“
Also wird sich der 24-jährige Nürnberger zunächst in der AHL beweisen müssen. Von einer Rückkehr in die NHL ist Reichel aber nicht weit entfernt, wie Sturm versichert:
„Meine Nachricht an ihn war einfach, dass er weiterarbeiten muss. Seine Chance wird mit Sicherheit früher oder später kommen. Es gibt immer mal Verletzungen - dann muss er bereit sein. Ich bin froh, dass er sich bei uns richtig gut präsentiert hat.“
Keine Hilfe für Talente, die sich für einen NHL-Spot empfehlen wollen, war die verkürzte Preseason in diesem Jahr.
„Für die jungen Spieler war das sehr schwierig“, räumt Sturm ein. „Wir hatten vielleicht sieben Trainingseinheiten und davon zwei mit dem endgültigen Kader. Da war es schwer für die Spieler, sich zu beweisen, und auch für uns Trainer, die Jungs auf den Punkt zu bringen.“
Der Kampf um die Stanley Cup Playoffs hat begonnen
Im Falle der Bruins hat das offensichtlich bestens funktioniert. Der 3:0-Start gegen die Rangers buchte die ersten Zähler auf das Punktekonto. Insbesondere in der schweren Atlantic Division, in der sich alle acht Teams als Playoff-Contender sehen, wird am Ende jeder Punkt zählen.
„Es wird mit Sicherheit eine Schlacht für uns werden, dessen sind wir uns bewusst“, prophezeit Sturm einen großen Kampf bis zum Schluss. „Die Division ist sehr sehr stark. Insbesondere die Mannschaften, die in der letzten Saison nicht in den Playoffs waren, haben gut eingekauft und getradet. Sie sind heiß. Es wird noch schwieriger, die Playoff-Plätze zu erreichen.“
Um sich gegen Konkurrenten wie die Buffalo Sabres, Tampa Bay Lightning, Montreal Canadiens, Ottawa Senators, Detroit Red Wings, Florida Panthers und Toronto Maple Leafs durchzusetzen, will Boston vor allem eines: bei sich bleiben.
„Insbesondere in den ersten Monaten ist die Nachricht an meine Jungs, dass wir uns auf uns konzentrieren. So, wie wir spielen wollen. Alles andere erledigt sich von alleine“, erklärt Sturm. „Wir gehen es von Tag zu Tag an. Ich will meine Jungs so vorbereiten, dass wir die bestmögliche Chance haben.“
Vorfreude auf NHL-Spiele in Deutschland
In der Spielzeit 2027/28 wartet dann ein ganz besonderes Highlight auf Sturm und seine Bruins: Boston spielt im Rahmen der NHL Global Series Germany 2027 gleich zwei reguläre Saisonspiele in München.