Boston Bruins Trainer Marco Sturm - Es wird eine Schlacht werden

Der Start ist geglückt für den deutschen Trainer Marco Sturm: Seine Boston Bruins haben zum Auftakt die New York Rangers mit 3:0 besiegt. Darunter war ein Traumtor von Landsmann JJ Peterka. In einer digitalen Medienrunde am Donnerstag, bei der auch NHL.com/de Fragen stellte, sprach Sturm über den harten Kampf in der Atlantic Division, die NHL-Chancen für Lukas Reichel und die Vorfreude auf die Global Series 2027 in München.

BOS@WSH: Pastrnak trifft im Powerplay mit einem Laserstrahl

Sturms Geistesblitz: Peterka neben Pastrnak

„Als Trainer und auch als Team war es aufgrund der kurzen Vorbereitung schwierig, deswegen bin ich froh, dass es nicht nur ein Sieg geworden ist, sondern auch über die Art und Weise, wie wir gespielt haben“, blickt Sturm auf den erfolgreichen Season-Opener zurück. „Hoffentlich hilft uns der gute Start für die kommenden, schweren Spiele in Winnipeg und Minnesota.“

Dass mit Peterka auch noch ein deutscher Neuzugang das zwischenzeitliche 2:0 mit einem Kabinettstückchen besorgte, machte den Auftaktsieg umso süßer. 

„Generell freut mich das, nicht nur weil er Deutscher ist, sondern auch, weil er ein Neuzugang ist“, so Sturm. „Wenn du getradet wirst, in eine neue Stadt kommst und in eine neue Mannschaft, dann willst du, dass alles gleich wunderbar ist und alles klappt. Dass er dann das Tor schießt, war der perfekte Einstand für JJ. Ich hoffe, dass er dieses Selbstvertrauen mitnimmt. Er spielt in einer sehr guten Reihe mit (Elias) Lindholm und (David) Pastrnak.“

Auf diese Reihen-Zusammenstellung kam der 48-jährige Headcoach übrigens während eines Vorbereitungsspiels.

„JJ hatte in einer Reihe mit (Pavel) Zacha und (Casey) Mittelstadt angefangen, was eigentlich ganz gut war. Dann wollte ich für ein Drittel mal etwas ausprobieren, also habe ich JJ hoch zu David (Pastrnak) hochgezogen, und es hat sofort geklickt. David ist einfach auf einem anderen Level. Er sieht das Spiel und seine Mitspieler extrem gut. JJ kommt über seine läuferischen Qualitäten und kann sich gut freispielen. Ein David Pastrnak findet dich. Ihr Start war richtig gut. Man merkt, dass sie auch Spaß zusammen haben. Das ist entscheidend.“

NYR@BOS: Peterka erzielt sein erstes Tor als Bruins mit einem traumhaften Doppel-Tunnel

Großer Kader wird Reichel zum Verhängnis

Mit Lukas Reichel wollte eigentlich auch ein zweiter deutscher Stürmer in der NHL für Furore sorgen. Kurz vor dem Saisonstart aber wurde Reichel ins Farmteam Providence Bruins in die AHL geschickt.

„Wir haben Lukas verpflichtet, weil er etwas Besonderes hat. Er hatte wirklich ein gutes Training Camp“, attestiert Sturm. „Das Problem war, dass wir einen sehr sehr großen Kader haben. Also mussten einige Spieler gehen. Es wurde auch niemand von der Waiver-Liste gezogen.“

Also wird sich der 24-jährige Nürnberger zunächst in der AHL beweisen müssen. Von einer Rückkehr in die NHL ist Reichel aber nicht weit entfernt, wie Sturm versichert:

„Meine Nachricht an ihn war einfach, dass er weiterarbeiten muss. Seine Chance wird mit Sicherheit früher oder später kommen. Es gibt immer mal Verletzungen - dann muss er bereit sein. Ich bin froh, dass er sich bei uns richtig gut präsentiert hat.“

Keine Hilfe für Talente, die sich für einen NHL-Spot empfehlen wollen, war die verkürzte Preseason in diesem Jahr. 

„Für die jungen Spieler war das sehr schwierig“, räumt Sturm ein. „Wir hatten vielleicht sieben Trainingseinheiten und davon zwei mit dem endgültigen Kader. Da war es schwer für die Spieler, sich zu beweisen, und auch für uns Trainer, die Jungs auf den Punkt zu bringen.“

Der Kampf um die Stanley Cup Playoffs hat begonnen

Im Falle der Bruins hat das offensichtlich bestens funktioniert. Der 3:0-Start gegen die Rangers buchte die ersten Zähler auf das Punktekonto. Insbesondere in der schweren Atlantic Division, in der sich alle acht Teams als Playoff-Contender sehen, wird am Ende jeder Punkt zählen. 

„Es wird mit Sicherheit eine Schlacht für uns werden, dessen sind wir uns bewusst“, prophezeit Sturm einen großen Kampf bis zum Schluss. „Die Division ist sehr sehr stark. Insbesondere die Mannschaften, die in der letzten Saison nicht in den Playoffs waren, haben gut eingekauft und getradet. Sie sind heiß. Es wird noch schwieriger, die Playoff-Plätze zu erreichen.“

Um sich gegen Konkurrenten wie die Buffalo Sabres, Tampa Bay Lightning, Montreal Canadiens, Ottawa Senators, Detroit Red Wings, Florida Panthers und Toronto Maple Leafs durchzusetzen, will Boston vor allem eines: bei sich bleiben.

„Insbesondere in den ersten Monaten ist die Nachricht an meine Jungs, dass wir uns auf uns konzentrieren. So, wie wir spielen wollen. Alles andere erledigt sich von alleine“, erklärt Sturm. „Wir gehen es von Tag zu Tag an. Ich will meine Jungs so vorbereiten, dass wir die bestmögliche Chance haben.“

Vorfreude auf NHL-Spiele in Deutschland

In der Spielzeit 2027/28 wartet dann ein ganz besonderes Highlight auf Sturm und seine Bruins: Boston spielt im Rahmen der NHL Global Series Germany 2027 gleich zwei reguläre Saisonspiele in München.

JJ Peterka spricht im Interview mit Sky Sport über die Global Series 2027 in München

„Nachrichten und Anrufe kamen sofort rein. Die erste Frage war, ob das Oktoberfest zu dieser Zeit stattfindet. Die zweite Frage war, ob es während des Christkindlesmarkts stattfinden wird“, grinst Sturm, der viel Vorfreude versprüht: „Auch meine Trainer freuen sich schon auf die Reise und die Spieler. Ich finde es super, dass ich ihnen mein Heimatland zeigen kann, auch wenn es nur kurz ist. Es wird eine tolle Erfahrung werden.“

Fragen nach Tickets ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten, wie Sturm verrät: „Mit Sicherheit einige“, lacht Sturm. „Alleine für meine Familie. Landshut ist ja in der Nähe von München. Da wird auch viel Verwandtschaft dabei sein.“

Einen Wunsch-Gegner hat Sturm übrigens nicht. „Es wäre schön, gegen Leon zu spielen, aber sie (die Edmonton Oilers) sind ja in Köln. Also ist mir der Gegner eigentlich ziemlich egal.“

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