Gavin McKenna 09242026

TORONTO - Wenn Gavin McKenna daran denkt, welche Gefühle ihn überkommen werden, wenn er am Samstag in Tempe, Arizona, zum Training der Toronto Maple Leafs das Eis der Mullett Arena betritt, wird ihm bewusst, wie weit ihn seine Eishockeykarriere im vergangenen Jahr gebracht hat.

Am 3. Oktober 2025 erzielte der aus Whitehorse in der kanadischen Provinz Yukon stammende Spieler in derselben urigen 5000-Zuschauer-Eishalle bei seinem Debüt für Penn State zwei Vorlagen und verhalf den Nittany Lions damit zu einem 6:3-Sieg gegen Arizona State.

Am Mittwoch, 355 Tage später, verbuchte der 18-jährige Stürmer, der an allererster Stelle im NHL Draft 2026 von den Maple Leafs ausgewählt wurde, seinen ersten Punkt als Profi: Er lieferte die Vorlage für ein Tor von John Tavares beim 6:1-Sieg Torontos gegen die Ottawa Senators in einem Vorbereitungsspiel in der Scotiabank Arena.

OTT@TOR: Tavares verwertet Nylanders Zuspiel bei einem Überzahl-Konter

Nach dem Training in Toronto am Donnerstag fliegen die Maple Leafs nach Arizona, um an einer Teambildungsmaßnahme teilzunehmen, die von dem dort ansässigen Mannschaftskapitän Auston Matthews geleitet wird. Teil des Besuchs wird am Samstag ein Training in eben dieser Mullett Arena sein.

„Wenn ich auf das erste Spiel mit Penn State zurückblicke, war es auf jeden Fall ein verrücktes Jahr“, sagte McKenna nach dem Sieg der Maple Leafs gegenüber NHL.com. „Es gab viele Höhen und Tiefen.“

Er grinste breit.

„Aber im Moment ist die Stimmung wahrscheinlich so gut wie nie zuvor.“

Aus gutem Grund.

McKennas Entwicklung in nur einer Woche Trainingslager war, gelinde gesagt, bemerkenswert. Der First-Overall-Pick im Draft 2026 passt sich schnell an die begrenzte Zeit und den begrenzten Raum in der NHL an und zeigte eine deutliche Verbesserung gegenüber seinem ersten Einsatz, einer 1:4-Niederlage in der Preseason gegen die Montreal Canadiens am Samstag.

Tatsächlich scheint in der Achterbahnfahrt, den er in den letzten zwölf Monaten sowohl auf als auch abseits des Eises durchlebt hat, jener unvergessliche Sieg gegen Arizona State - ein Spiel, in dem er fast jedes Mal, wenn er den Puck berührte, von den Wildcats-Fans ausgepfiffen wurde - schon eine Ewigkeit her zu sein.

„Hoffentlich werde ich dieses Mal keine Buhrufe hören, wenn ich dort die Straße entlanglaufe“, sagte er lachend.

„Aber es hat Spaß gemacht, in Arizona zu sein. Es ist ein cooler Ort. Ich freue mich darauf, wieder dorthin zu fahren. Es macht immer viel Spaß, Zeit mit seinem Team zu verbringen. Daher ist es eine wirklich gute Idee, dorthin zu kommen. Zu Beginn der Saison möchte man schnell den richtigen Draht zueinander finden.“

Genau das tat er am Mittwoch, insbesondere mit seinen Sturmpartnern Tavares und William Nylander.

McKenna_vsSens

Die Schüchternheit und Vorsicht, die er zeitweise gegen die Canadiens an den Tag gelegt hatte, wichen gegen die Senators Selbstvertrauen und Gelassenheit - unter anderem, als er im ersten Drittel Ottawas Stürmer Michael Amadio mit einer unglaublichen Finte nahe der blauen Linie der Maple Leafs aus dem Gleichgewicht brachte, was dem Publikum einen kollektiven Ausruf der Bewunderung und Ehrfurcht entlockte.

Auf die Frage, welche Fortschritte McKenna in diesem, seinem zweiten Spiel, seit seinem Debüt bei den Maple Leafs vier Tage zuvor gemacht habe, antwortete Torontos Trainer Jim Hiller: „Ich glaube, das haben wir alle gesehen, oder? Ich meine, ja, er war ziemlich ruhig und entspannt. Darüber haben wir nach dem letzten Spiel gesprochen. Es gab einige Dinge, bei denen er das Gefühl hatte: ‚Weißt du, das habe ich nicht ganz so gut umgesetzt.‘ Es wird ein Prozess für ihn sein, das zu verstehen und sich anzupassen. (Trotzdem) war es ermutigend, dass er nach Spiel 1 zurückkommen und zeigen konnte, was er heute Abend geleistet hat.“

Ein weiteres Beispiel für die bedeutenden Fortschritte, die er seit seiner Zeit an der Penn State bereits gemacht hat - einer Zeit, in der er, wie er selbst zugibt, viel gereift ist.

In seinen ersten 16 Spielen dort erzielte er nur vier Tore, was Kritik auslöste, er würde dem Hype nicht gerecht, der ihn begleitet hatte, als er von der Canadian Hockey League an die „Big-Ten“-Universität wechselte.

Nachdem er Kanada Ende Dezember und Anfang Januar bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Minneapolis und St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, vertreten hatte, spielte er in der Schlussphase mit deutlich mehr Selbstvertrauen. McKenna erzielte in seinen letzten 19 Spielen 33 Punkte (elf Tore, 22 Vorlagen) und beendete die Saison mit insgesamt 51 Punkten (15 Tore, 36 Vorlagen) in 35 Spielen.

Die Maple Leafs waren so beeindruckt, dass sie ihn als Ersten auswählten, nachdem sie die NHL Draft Lottery gewonnen hatten - ein unvergesslicher Abend, an dem der Pick vom kanadischen Popstar Justin Bieber verkündet worden war. In den folgenden Tagen warf er den ersten Wurf bei einem Spiel der Toronto Blue Jays und besuchte ein Fußball-WM-Spiel.

Seine vielleicht größte Errungenschaft in der Saisonpause, wie er selbst zugibt, ist die Verbesserung seiner Beinarbeit - ein Aspekt, auf den er sich bei den Trainingseinheiten auf dem Eis in Vancouver konzentriert hat, an denen auch der Jungstar der San Jose Sharks, Macklin Celebrini, teilnahm.

„Wenn man mich fragen würde, welcher Aspekt seines Spiels mich am meisten überrascht hat, würde ich sagen: sein Laufspiel“, so Hiller. „Ich weiß nicht, ob man vor seinem Wechsel schon so über ihn gesprochen hat, aber sein Laufspiel und seine Geschwindigkeit auf gerader Strecke sind ziemlich gut. Natürlich wissen wir, dass er sehr wendig ist, aber das ist das, was mir bisher besonders aufgefallen ist.“

Preseason Statistiken

Selbst McKenna hat in dieser Hinsicht eine Verbesserung bemerkt.

„Das war für mich in diesem Sommer ein wichtiger Schwerpunkt“, sagte er. „Das ist eine schnelle Liga. Die Jungs können in dieser Liga wirklich gut eislaufen. Für mich ist das etwas, worauf ich stolz bin. Ich möchte ein guter Skater sein und meine Gegner damit täuschen, und ich glaube, das hat mir heute geholfen.“

McKenna sagte, er sei begeistert von der Aussicht, am kommenden Dienstag sein erstes NHL-Saisonspiel gegen die Canadiens in der Scotiabank Arena (7 p.m. ET; Mittwoch, 1 Uhr MESZ) zu bestreiten, wenn eine Reihe seiner Freunde und Familienangehörigen für diesen großen Abend anreisen werden. Doch zuerst steht die Reise nach Arizona an, die das Team seiner Meinung nach noch enger zusammenschweißen wird.

General Manager John Chayka sieht das genauso.

„Für Auston bedeutet das viel. Seine Heimatstadt. Dabei geht es darum, sich besser kennenzulernen und eine wertvolle Zeit miteinander zu verbringen. Und er kann den Jungs zeigen, wo er aufgewachsen ist“, so Chayka.

Als Teil der Teambildung wird Matthews die Maple Leafs zu einem Abendessen bei sich zu Hause einladen.

McKenna jedenfalls ist voll und ganz dabei.

„Wie ich schon sagte: Das wird großartig“, meinte er. „Ich freue mich schon darauf.“

Genauso wie die Fans der Maple Leafs, als sie am Mittwoch seine Leistung verfolgten.

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