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Alles andere als ein guter Start für die Bolts

Die Tampa Bay Lightning bleiben beim Start in das Eastern Conference Finale gegen Washington in den Startblöcken hängen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Der Start in das Eastern Conference Finale verlief für die Tampa Bay Lightning am Freitagabend alles andere als ideal. Gegen die Washington Capitals setzte es in der heimischen Amalie Arena eine bittere 2:4-Niederlage, so dass der Druck vor Spiel 2 am Sonntag (8 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS) an gleicher Stelle beachtlich angestiegen ist.

Verteidiger Dan Girardi zog unmittelbar nach Spielende ein simples, aber aus Sicht des Team bitteres Fazit: "Was immer wir heute auch gemacht haben, am Sonntag müssen wir genau das Gegenteil davon machen. Das war überhaupt nicht unser übliches Spiel. Sie waren haushoch überlegen. Wir hatten nicht genug Zeit und Platz auf dem Eis. Wir müssen uns jetzt sammeln und den Reset-Knopf drücken."

Auch sein Trainer Jon Cooper stimmte weitestgehend damit überein: "Sie waren bereit für ein Finale der Eastern Conference, wir hingegen haben agiert wie in Spiel 38. So einfach war das heute."

 

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Die Bolts hatten tatsächlich über die komplette Spielzeit nicht den Hauch einer Chance, lagen zwischenzeitlich schon mit 0:4 zurück, ließen den notwendigen Einsatz über nahezu die komplette Spielzeit hinweg völlig vermissen.

Damit wiederholte sich für die Gastgeber ein Erlebnis, das es schon in der Runde zuvor gegen die Boston Bruins auf recht ähnliche Art und Weise zu bestaunen gab. Auch hier folgte nach einem erleichternden Sieg in Spiel 5 zum Serien-Ausklang gegen die New Jersey Devils und einer damit verbundenen Pause, ein ähnlicher Rückschlag in Spiel 1, als sie mit 2:6 den Kürzeren zogen. Danach ging es gut, denn das Franchise aus Florida konnte den Schalter rechtzeitig wieder umlegen und die folgenden vier Partien und damit die Serie wieder nach fünf Spielen für sich entscheiden. Das wird sicherlich nicht beliebig häufig so wiederholen lassen, zumal die Gegner von Playoff-Runde zu Runde bekanntlich härter zu knacken sind.

Wie drastisch der Leistungsabfall nach der mehrtägigen Pause zwischen den einzelnen Playoff-Runden diesmal war, das zeigt schon ein kurzer Blick auf die Statistiken der Begegnung vom Freitag. Die 21 Torschüsse, die die Lightning auf den Kasten der Gäste abgefeuert haben, waren die geringste Anzahl an Versuchen in dieser KO-Phase.

Video: WSH@TBL, Sp1: Kucherov bedient Stamkos im PP

Grundsätzlich scheint ein Serienauftakt jedoch nicht die große Stärke des Teams zu sein. Nur ganze neun von 23 Mal gelang es ein Spiel 1 einer Serie siegreich zu beenden. Sogar bei den Heimspielen ist die Bilanz mit 5-8 inzwischen deutlich negativ. Selbst wenn diese Statistik auf die reine Amtszeit von Trainer Cooper begrenzt wird, ist diese mit 4:7 klar negativ.

Wenn eine Mannschaft in den ersten 10 Spielminuten eines so wichtigen Spiels lediglich einen Torschuss zustande bringt, es bis zur ersten Drittelpause nur deren zwei sind, was einen neuen Negativrekord in der Franchise-Geschichte bedeutete, dann stehen die sportlichen Erfolgsaussichten naturgemäß schlecht.

Umso erstaunlicher, dass es die Bolts fast trotzdem noch mit einem Unentschieden in die erste Pause geschafft hätten. Doch der Treffer zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich von Nikita Kucherov, sieben Sekunden vor Ende des Drittels fand wegen zu vieler Spieler auf dem Eis keine Anerkennung. Postwendend setzte es das 0:2 durch Alex Ovechkin.

Nach zuvor acht PO-Siegen in Serie gegen die Capitals nahmen die Dinge damit zu Ungunsten der Gastgeber endgültig ihren Lauf, den das Team nicht ansatzweise mehr aufzuhalten vermochte, so dass der Heimvorteil in der 'Best of 7'-Serie damit für Tampa direkt zum Serienauftakt erneut verlorenging.

 

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Braden Holtby im Tor von Washington sollten diesmal 19 Saves zum souveränen Erfolg seiner Jungs ausreichen.

Steven Stamkos und Ondrej Palat trafen noch für Tampa Bay, als das Spiel beim Zwischenstand von 0:4 im Schlussdrittel quasi schon zu Ungunsten der Hausherren entschieden war. Von dieser Ergebniskosmetik sollten sich die Anhänger des Titelträgers von 2004 also nicht täuschen lassen. In Spiel 1 der Serie gegen die Caps war das Team nahezu chancenlos.

Bis in zwei Tagen müssen somit viele Dinge deutlich besser werden, wenn der Favorit in der Serie nicht rasch sehr deutlich ins Hintertreffen geraten will.

Video: WSH@TBL, Sp1: Palat trifft gegen Holtby

Zumindest war die Selbstkritik bei den Spielern nach der Auftaktpleite beachtlich groß und freimütig. "Die Pause zwischen den Spielen lassen wir heute nicht als Entschuldigung gelten", suchte Kapitän Stamkos erst gar nicht nach Ausreden.

"Sie wollten es heute einfach mehr", sah Chris Kunitz die Ursache für die Pleite eindeutig bei der eigenen Teamleistung. "Wir müssen in Spiel 2 einfach wieder ganz anders auftreten, wenn wir dann eine Chance haben wollen."

Ryan Callahan bildete da keine Ausnahme: "Das ganze Spiel war einfach nicht gut genug. Zu dieser Jahreszeit muss das einfach ganz anders sein."

Bedenklich zudem, dass Star-Torhüter Andrei Vasilevskiy nach zwei Dritteln vorzeitig vom Eis geholt werden musste. Nicht gerade eine Selbstvertrauen bildende Maßnahme. Doch bei vier Gegentreffern bei 25 Torschüssen sah Coach Cooper keine andere Möglichkeit. Positiv war in der Folge, dass Nachfolger Louis Domingue bei seinen sieben Saves durchaus solide wirkte, bei seinem Playoff-Debüt aber auch davon profitierte, dass die Caps mit fortschreitender Spieldauer das Ergebnis mehr und mehr verwalteten.

Die Ursachen für die Pleite zum Serien-Auftakt sind von allen Beteiligten der Bolts scheinbar erkannt. Stellt sich die Frage, ob tatsächlich die entsprechenden Konsequenzen daraus gezogen werden können.

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