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Ekman-Larsson schürt Erwartungen in Arizona

31 in 31: Viel Talent im jungen Coyotes-Rudel, Grabner bringt Erfahrung

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Arizona Coyotes

Hinter den Arizona Coyotes liegt eine Saison zum Vergessen: Nach 53 Niederlagen aus 82 Spielen (Bilanz: 29-41-12) schlossen die Yotes die reguläre Saison als schwächstes Team in der Western Conference ab. Ligaweit standen nur die Ottawa Senators (67 Punkte) und Buffalo Sabres (62) schlechter da als die Wüstenhunde (70). Vor allem die Torfabrik verweigerte die Produktion: Mit nur 208 Toren stellte Arizona die zweitschlechteste Offensive der NHL. Wie schon in den letzten Jahren war auch auf die Special Teams kein Verlass: Eine Powerplay-Erfolgsquote von 16,9 Prozent (26.) sowie von 79,6 Prozent im Penalty Killing (19.) bedeuten stark ausbaufähige Werte. Unter dem Strich scheiterten die Coyotes zum sechsten Mal in Folge an der Playoff-Qualifikation (25 Zähler Rückstand).

 

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Dennoch beendete Arizona die Saison mit einem guten Gefühl: In den letzten 29 Hauptrunden-Spielen gelangen 17 Siege und eine 17-9-3-Bilanz. Dabei mauserten sich die Coyotes sogar zum Favoriten-Schreck und feierten sieben Siege (7-5-1) gegen spätere Playoff-Teams. Und genau dort wollen die Yotes ab der kommenden Saison wieder hin. "Das ist der nächste Schritt", sagt General Manager John Chayka, der die Wandlung vom Liga-Underdog zum Endrunden-Aspiranten vollziehen möchte und versichert: "Die Denkweise hat sich geändert."

Diese Aussage füllte der ultimative Schlüsselspieler im Kojoten-Rudel direkt mit Leben: Star-Verteidiger Oliver Ekman-Larsson verlängerte seinen 2019 auslaufenden Vertrag vorzeitig um satte acht Jahre. Ein starkes Zeichen, das sich die Wüstenhunde ab der nächsten Saison jährlich 8,25 Millionen US-Dollar an Jahresgehalt kosten lassen. Wahrscheinlich gut angelegtes Geld, denn Ekman-Larsson zählt vor allem dank seiner Pass-Fähigkeiten zu den besten Abwehrspielern der Liga. In der abgelaufenen Saison gelangen dem 27-jährigen Schweden in 82 Spielen 42 Scorerpunkte (14 Tore, 28 Assists).

Video: VAN@ARI: Ekman-Larsson trifft per Onetimer im PP

"Ekstatisch", sei Chayka nach der Unterschrift Ekman-Larssons gewesen. "Er ist ein spezieller Spieler und Persönlichkeit. Wir möchten um ihn herum eine Mannschaft aufbauen. In dieser Liga kannst du nicht ohne einen Star, einem Elite-Verteidiger, gewinnen." Und auch der Linksschütze glaubt an einen dauerhaften Aufschwung in Arizona: "Ich habe bei den Coyotes verlängert, weil ich an unser Team glaube."

Dieser Glaube wurde über den Sommer durch Transfers und Free-Agent-Signings verstärkt. Michael Grabner schloss sich den Yotes als vertragsloser Spieler an. Der Österreicher soll die lahmenden Special Teams mit seinen Fähigkeiten auf ein neues Level heben und für mehr Tore sorgen. In den letzten zwei Jahren gelangen Grabner jeweils 27 Saisontore. Überdies bringt der 30-Jährige viel Erfahrung mit, was im drittjüngsten Team der NHL (25,38 Jahre) nach den Colorado Avalanche (25,26) und Carolina Hurricanes (25,32) von großem Wert sein dürfte.

Zudem fädelten die Coyotes einen Trade mit den Montreal Canadiens ein, der für Aufsehen sorgte: Mit Max Domi gaben sie einen vielversprechenden Flügelstürmer ab, holten dafür aber mit Alex Galchenyuk einen ebenso talentierten Center. Galchenyuk musste bei den Habs immer wieder zwischen Flügel und Zentrum pendeln und erreichte aus diesem Grund nie sein Leistungslimit. Umso beeindruckender ist es, dass er die Saison dennoch mit 51 Scorerpunkten (19 Tore, 32 Assists) aus 82 Partien abschloss. Der 24-jährige US-Amerikaner ist sich mit seinem neuen Klub einig, dass noch mehr geht, wenn er als Vollzeit-Center eingesetzt wird. "In den Gesprächen die ich mit ihm hatte, habe ich bemerkt, dass er an Begeisterung durch die Decke geht", plauderte Coyotes-Coach Rick Tocchet aus dem Nähkästchen. "Er hat gerade heraus gefragt, ob er Center spielen dürfe und ich möchte ihm diese Möglichkeit geben. Er ist sehr begeistert."

Video: COL@MTL: Galchenyuk schießt zum PP-Tor ein

Mit Galchenyuk, Derek Stepan, Brad Richardson, der seinen Vertrag in der Wüste verlängerte (zwei Jahre, 2,5 Millionen) und Top-Talent Dylan Strome ist Arizona auf der Mittelstürmer-Position tief und qualitativ hochwertig besetzt. Vor allem vom erst 21-jährigen Strome wird viel erwartet. Der Kanadier machte in der vergangenen Spielzeit beim AHL-Farmteam Tucson Roadrunners mit 53 Punkten (22 Tore, 31 Assists) aus 50 Spielen auf sich aufmerksam und wies seinen Scoring-Touch auch in der NHL nach (21 Partien, vier Tore, fünf Assists). Strome ist aber nur eines von vielen Rohdiamenten in der Organisation der Coyotes. Dazu zählt auch der diesjährige Erstrunden-Draft-Pick Barrett Hayton (18).

Arizona verfügt über eine junge, schnelle Mannschaft, die allerdings noch Zeit zum Reifen braucht. Insofern ist schwer abzusehen, ob die Coyotes gleich 2018/19 in die Playoffs durchstarten können. Spannend wird sein, ob Goalie Antti Raanta sein starkes Niveau halten kann.

 

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Ungewiss ist, inwieweit die unerfahrenen Yotes auf Rückschläge reagieren, immerhin gerieten die Wüstenhunde schon im Vorjahr von Beginn an in eine Negativspirale mit 41 Niederlagen in ihren ersten 53 Spielen (Bilanz: 12-32-9). Trotz des Aufschwungs zum Ende der vergangenen Saison wird Arizona die Playoffs verpassen - allerdings deutlich knapper als zuvor.

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