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Josi führt fort, was Streit begonnen hat

Der Nashville-Verteidiger tritt zunehmend in die Fußstapfen seines Freundes und früheren Wegbereiter

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die Nashville Predators sind mit 22 Punkten aus elf Siegen und drei Niederlagen derzeit das Maß der Dinge in der NHL. Sie führen die Liga und damit die Western Conference und die Central Division an. Am Samstag besiegten sie mit den Boston Bruins ein weiteres Spitzenteam in ihrer Bridgestone Arena mit 1:0.

Schütze des einzigen Tores an diesem Abend war Kapitän Roman Josi, der so den 300. Punkt seiner Karriere einfahren konnte. Er ist der zweite Schweizer Verteidiger nach Mark Streit, der diese Marke knacken konnte. Doch während Streit, der in seiner gesamten Karriere auf 434 Punkte (96 Tore, 338 Assists) kam, den Meilenstein mit 36 Jahren erreichte, ist Josi mit 28 Jahren im besten Eishockeyalter und dürfte aller Voraussicht nach seinen Freund und früheren Weggefährten deutlich überholen.

Video: BOS@NSH: Josi lässt Verteidigung stehen und trifft

Unbestritten ist Streit aufgrund seiner NHL-Karriere, die erst mit 27 Jahren startete und den darin erreichten Erfolgen bis zur Krönung, dem Stanley Cup-Gewinn zum Abschluss im Jahr 2017 mit den Pittsburgh Penguins, das Aushängeschild bzw. der Pionier des Schweizer Eishockeys in Nordamerika. Er war es auch, der im Jahr 2012 als erster Schweizer Kapitän einer NHL-Mannschaft, in diesem Fall der New York Islanders, wurde.

Josi ist nicht nur in diesem Punkt Streit schon ebenbürtig geworden, als er im Jahr 2017 das C auf der Brust bei den Predators übernahm, sondern er wird ihn in den kommenden Jahren in vielen Bereichen übertreffen. Das Besondere an der Situation ist, dass Josi viele Jahre zusammen mit seinem Freund Streit in Bern das Sommertraining absolvierte und so sicher viele Tipps vom Routinier erhalten hat. Ratschläge, die mit dazu beitragen, dass Josi mittlerweile zu den besten Verteidigern in der NHL zählt.

Josis Treffer gegen die Bruins war ein Beleg für seine Stärke. In einem Zweikampf mit Jake DeBrusk erhielt er den Puck in der Nähe der Blauen Linie, schüttelte seinen Verfolger Danton Heinen mit läuferischer Qualität ab, umkurvte Verteidiger Torey Krug und schoss flach gegen Bostons Torhüter Jaroslav Halak zu seinem vierten Saisontor ein.

 

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Es war einer von insgesamt zehn(!) Torschüssen, die Josi auf Halak feuerte. Mit zwei Toren und zwei Assists war er der beste Scorer der Predators in der abgelaufenen Woche und schraubte seine Saisonbilanz auf acht Punkte (vier Tore, vier Assists). In der Karriere stehen 300 Punkte durch 82 Tore und 218 Vorlagen zu Buche. Im Bereich der Treffer wird Josi schon bald, eventuell diese Saison, Streit hinter sich lassen. 14 Tore fehlen hierfür noch.

Josi wäre aber kein guter Kapitän, wenn er seine Erfolge über die der Mannschaft stellen würde und so äußerte er sich nach dem Spiel in erster Linie dazu, warum Nashville gegen Boston gewinnen konnte und weniger über seinen großen Anteil daran.

"Das ist eine wirklich gute Mannschaft, der wir heute gegenüberstanden", sagte er. "Ich bin der Meinung, dass wir für 60 Minuten wirklich richtig gut gespielt haben. Wir haben ihnen nicht viele Chancen zugelassen. Natürlich wollen wir im Powerplay besser werden und einige unserer Chancen besser nutzen, aber als Mannschaft haben wir wirklich richtig gut gespielt."

 

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Nashville hat durch den Sieg drei Mal in Serie doppelt gepunktet und befindet sich in einer guten Frühform, ebenso wie Josi. General Manager David Poile dürfte sich jeden Tag darüber freuen, dass er den Verteidiger mit der Nummer 59 im Juni 2013 für sieben Jahre und vergleichsweise günstige vier Millionen US-Dollar jährlich unter Vertrag nehmen konnte.

Der Marktwert von Josi dürfte im Bereich des doppelten liegen und könnte sich weiter steigern, sollte er die Predators zum großen Ziel, den Gewinn des Stanley Cups führen. Bis dahin ist aber noch eine große Wegstrecke zurückzulegen und dies ist deutlich ungewisser als die Frage, ob Josi die Werte von Streit jemals übertreffen wird.

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