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Oilers brauchen einen kühlen Kopf

Edmontons Coach McLellan muss vor Spiel 4 gegen die Ducks einige Baustellen angehen

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

EDMONTON - Wenn es eine wichtige Lehre für die Edmonton Oilers aus der 3:6-Niederlage am Sonntag gegen die Anaheim Ducks gibt, dann diese: Nach einem Moment größter Euphorie ist es ratsam, schnell wieder einen kühlen Kopf zu bewahren. Hätten die Gastgeber dies zu Beginn des Spiels und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich im Mitteldrittel beherzigt, wäre die Partie womöglich anders ausgegangen.

So aber gelang es den Ducks, den Rückstand in der Playoff-Serie der zweiten Runde auf 1:2 zu verkürzen. Damit sicherten sie sich ein weiteres Mal Heimrecht in Kalifornien - unabhängig davon, wie Spiel 4 am Mittwoch im Rogers Place ausgeht.

Das Eröffnungsbully am Sonntag war noch keine 25 Sekunden vorbei, als es das erste Mal im Gehäuse von Edmontons Goalie Cam Talbot klingelte. Die Oilers verloren den Puck bei ihrem ersten Angriff in der Zone der Ducks und ließen an der roten Linie auch noch Rickard Rakell ausbüxen. Damit passierte genau das, wovor Coach Todd McLellan gewarnt hatte: im Hurra-Stil in einen Konter zu laufen und früh ins Hintertreffen zu geraten.

 Video: ANA@EDM, Sp3: McDavid trifft eiskalt unter Latte

Doch trotz eines Drei-Tore-Rückstand bewiesen die Oilers Moral und kämpften sich eindrucksvoll ins Match zurück. Als Connor McDavid den vielumjubelten Ausgleichstreffer erzielt hatte, unterlief dem Team jedoch der spielentscheidende Fauxpas. Sie ließen sich von der johlenden Menge weiter nach vorne peitschen, anstatt innezuhalten und zu einem späteren Zeitpunkt die Chance zum Knockout des Gegners zu suchen. Aber ganz offensichtlich hatten die Oilers in diesem Augenblick zu viel Adrenalin im Körper, um den Vorwärtsgang herauszunehmen. Sinnbildlich für diese These steht McDavids Reaktion auf sein Tor zum 3:3. Er hüpfte wie wild auf dem Eis umher und klatsche einige Zuschauer durch die Plexiglasscheibe ab. 48 Sekunden später machte Anaheims Chris Wagner dem kollektiven Freudentaumel in Orange den Garaus.

Die Oilers mögen sich trösten, dass so etwas selbst namhaften und erfahrenen Mannschaften schon passiert ist. Dennoch sollte Coach Todd McLellan darüber nachdenken, wie er seine Spieler in solchen Phasen zu mehr Sachlichkeit animieren kann.

Handlungsbedarf bei Edmonton besteht darüber hinaus im Powerplay. Das wurde in der Serie gegen die Ducks von Spiel zu Spiel schwächer. Am Sonntag gingen die Oilers erstmals leer aus. Die gesamte Ausbeute liegt aktuell bei drei Treffern aus zwölf Überzahlsituationen.

Luft nach oben haben die Oilers zudem bei den Bullys. In allen drei Partien waren sie den Ducks in der Endabrechnung am Punkt unterlegen. Selbst ansehnliche Einzelquoten wie beispielsweise von Leon Draisaitl im ersten Match, als er 86 Prozent der Puckwürfe für sich entschied, änderten nichts daran. Bei einem Bully war Draisaitls Einsatz sogar so vehement, dass der Schläger von Ducks-Kapitän Ryan Getzlaf zu Bruch ging.

Für Edmonton heißt es nun im Hinblick auf Spiel 4: Mund abputzen und weitermachen. Das empfiehlt zumindest Spielführer McDavid. "Wir sollten die guten Dinge aus dieser Partie mitnehmen und den Rest einfach vergessen", sagte er. Dass die Oilers einen herben Rückschlag wegstecken können, haben sie in der ersten Playoff-Runde nach der 0:7-Klatsche gegen die Sharks bewiesen.

Bei den Ducks besteht vor Spiel 4 keinerlei Notwendigkeit für Modifikationen. Sie boten am Sonntag eine überzeugende Leistung und hatten auf den Oilers-Ausgleich die passende Antwort parat. Das zeichnet eine Spitzenmannschaft wie Anaheim aus.

"Wir hatten viele gute Aktionen und haben uns endlich einmal dafür belohnt. Das gesamte Team hat gezeigt, dass es sich nicht so leicht unterkriegen lässt.", sagte Getzlaf. Der Center hatte in der Begegnung seinen 34. Playoff-Treffer für Anaheim erzielt. Damit fehlt ihm nur noch ein Tor, um mit Teemu Selanne gleichzuziehen, der in dieser Wertung an der Spitze der Franchise liegt. Gut möglich, dass Getzlaf diese Marke bereits in Spiel 4 am Mittwoch in Rogers Place egalisiert oder womöglich sogar übertrifft.

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