Oilers Igor Split DE 10022026

In der Serie „Hot Topics“ blickt NHL.com/de an jedem Freitag auf die heißesten NHL-Themen innerhalb einer Woche zurück. 

In dieser Ausgabe: Die Torflut der Edmonton Oilers & weitere spannende Themen

Top-Thema: Torflut der Edmonton Oilers

Die Edmonton Oilers boten in der gerade einmal drei Tage alten Saison 2026/27 schon eine Menge Spektakel. Im „Home-and-Home“ gegen die Vancouver Canucks gab es zum Auftakt am Dienstag eine 5:6-Heimniederlage n.V. in Edmonton sowie am Donnerstag einen 9:7-Auswärtssieg in Vancouver. Somit stehen nach zwei Spielen drei Zähler auf dem Punktekonto sowie ein total verrücktes Torverhältnis von 14:13. 

Das Positive an diesem Spektakel ist die Offensive, auf die bei den Oilers traditionell Verlass ist. Alleine Verteidiger Evan Bouchard (4-4-8) markierte in den ersten beiden Partien schon vier Tore und acht (!) Punkte (im Schnitt 4,0 Punkte/Spiel). In der Scorer-Wertung folgen Kapitän Connor McDavid (1-6-7; 3,5 Punkte/Spiel), Stürmer Vasily Podkolzin (3-1-4; 2,0 Punkte/Spiel) und der deutsche Superstar Leon Draisaitl (2-2-4, 2,0 Punkte/Spiel). Zusammen mit Kasperi Kapanen (1-1-2), Ryan Shea (1-1-2), Trent Frederic (1-0-1) und Owen Michaels (1-0-1) kann Edmonton bereits acht unterschiedliche Torschützen vorweisen. Elf von 19 eingesetzten Spielern sammelten mindestens einen Scorerpunkt.

Auch das Powerplay zeigte sich stark verbessert. Im ersten Aufeinandertreffen hatten die Oilers noch eine Überzahl-Erfolgsquote von 25 Prozent (1/4), im Rückspiel waren es starke 40 Prozent (2/5). Zudem machten McDavid und Kapanen mit Unterzahl-Treffern den Wahnsinn perfekt.

EDM@VAN:Draisaitl erzielt seine ersten Tore der regulären Saison beim 9:7-Sieg von Edmonton in Vancouver

Doch nun zum negativen Teil der beiden Torfestivals: Edmonton kassierte in zwei Spielen schon 13 Gegentore - viel zu viel für eine Mannschaft, die sich als Top-Team in der NHL sieht und das bislang nur gegen das abgeschlagene NHL-Schlusslicht der Vorsaison antrat. Die große Hoffnung war, dass der neue Trainer Mike Babcock die seit Jahren ungelöste Problemzone Defensive in den Griff bekommt. Gleichwohl hatte er in einer kurzen Preseason nicht viel Zeit und nur wenige Vorbereitungsspiele, um ein neues System zu etablieren.

Eklatante Schwächen sind aber nicht von der Hand zu weisen. Da wäre zum einen ein extrem anfälliges Penalty Killing, das gerade mal auf 60 Prozent (!) Erfolgsquote kommt. Eine weitere Schwachstelle scheint das Goaltending zu bleiben: Tristan Jarry startete im ersten Spiel (Gegentorschnitt: 5,85; Fangquote: 73,9 Prozent) und hat ähnlich desaströse Statistiken wie Neuzugang Devon Levi (Gegentorschnitt: 7,02; Fangquote: 68,2 Prozent), der den Start im zweiten Spiel erhielt. Viel Sicherheit strahlten beide Torhüter bislang nicht aus.

Fakt ist aber auch: So lange McDavid, Draisaitl, Bouchard & Co. vorne derart abliefern, fährt Edmonton trotzdem Punkte ein. Zu einem Stanley Cup führte dieser Ansatz allerdings noch nicht, was die jüngere Vergangenheit zeigte.

VAN@EDM: Bouchard verzeichnet den zweiten NHL-Hattrick im ersten Saisonspiel

Mit Zach Hyman wird ein wichtiger Power Forward aufgrund einer Oberkörperverletzung auf unbestimmte Zeit ausfallen. Dies ermöglichte immerhin Josh Samanski die Rückkehr in den NHL-Kader. Der 24-jährige Erdinger wurde am Donnerstag in Vancouver direkt eingesetzt, konnte sich bei 8:41 Minuten aber nicht am Torfeuerwerk beteiligen (0-0-0).

Torwart-Tor von Shesterkin

Igor Shesterkin sorgte in dieser Woche für Schlagzeilen. Beim 5:1 seiner New York Rangers gegen den Tampa Bay Lightning überzeugte der Torwart allen voran in seinem Kerngeschäft, dem stoppen von Schüssen (24 Saves, 96 Prozent Fangquote). In den Highlight-Filmchen zu diesem Spiel aber sticht keine Parade, sondern ein eher seltenes Phänomen heraus: ein Torwart-Tor. Als Tampa in der Schlussphase den Goalie für einen zusätzlichen Angreifer zog, schlug Shesterkins Stunde. Der 30-Jährige chippte den Puck im hohen Bogen über die komplette Eisfläche ins entblößte Tor.

„Ich habe nicht gesehen, wie der Puck landet, also habe ich gar nicht gewusst, ob ich jubeln kann oder nicht“, blickt Shesterkin auf ein unvergessliches Erlebnis zurück. „Jeder ist auf mich draufgesprungen. Das war ein unglaubliches Gefühl.“

TBL@NYR: Shesterkin erzielt das erste Tor eines Torhüters in der Geschichte der Rangers.

Es war der erste Torwart-Treffer in der Franchise-Geschichte der Rangers, was Shesterkins Kunststück noch einmal aus historischer Bedeutung aufwertete.

„Ich hatte das schon lange Zeit in meinem Kopf. Ich habe mir vorgestellt, dass ich anders jubeln würde. Aber wie bereits gesagt, habe ich nicht gesehen, wie der Puck über die Torlinie gerutscht ist. Ich war ein wenig schüchtern und wusste nicht, was ich tun sollte“, so Shesterkin. „Vielleicht das nächste Mal. Ich werde versuchen, ein weiteres Torwart-Tor zu erzielen.“

Celebrinis Reihe liefert

Mit Spannung war der Start der jungen wilden San Jose Sharks erwartet worden. Macklin Celebrini führt einen Kader voll mit Top-Talenten gespickten Kader als Kopf und Kapitän an. Beim Saisonauftakt gegen die Florida Panthers (4:3 n.V.) centerte Celebrini die erste Sturmreihe neben seinem Kumpel Will Smith und „Heimkehrer“ Mason Marchment (wurde bei den San Jose Jr. Sharks ausgebildet). Eine Linie, die klickte, denn sie war bei allen vier Treffern auf dem Eis: Celebrini (0-3-3) lieferte drei Assists, Smith (2-1-3) und Marchment (1-0-1) traten als Torschützen in Erscheinung. Der Overtime-Siegtreffer durch Abwehr-Talent Luca Cagnoni wurde selbstredend von Smith und Celebrini vorbereitet.

FLA@SJS: Smith bereitet Cagnonis Siegtreffer in der Verlängerung vor – sein erstes Karrieretor.

Sharks-Trainer Ryan Warsofsky scheint mit Marchment genau den richtigen Spieler als Ergänzung des Duos Celebrini/Smith gefunden zu haben. Während die 20 bzw. 21 Jahre alten Youngsters mit Tempo, Spielfreude und Torgefahr bestechen, steht der 31-jährige Marchment für Härte und Physis (1,96 Meter groß, 96 Kilogramm schwer) und verschafft seinen kongenialen Linemates den nötigen Platz.

Sorgen um Barkov

Wie geht es Aleksander Barkov? Diese Frage dürfte jedem im Kreis der Florida Panthers seit Donnerstagabend umtreiben. Der Kapitän und Zwei-Wege-Stürmer war beim Auswärtsspiel bei den San Jose Sharks (3:4 n.V.) Mitte des zweiten Drittels in einem Zweikampf in der rechten Ecke zu Boden gegangen und verließ das Eis sofort in Richtung Kabine. Dabei warf er seine Handschuhe gefrustet auf den Boden.

Sofort wurden Erinnerungen an die letzte Saison 2025/26 wach, die Barkov aufgrund eines Innen- und Kreuzbandrisses im Knie komplett verpasst hatte. Zumindest diesbezüglich gab Panthers-Trainer Paul Maurice Entwarnung: „Es hat überhaupt nichts mit der Verletzung aus dem letzten Jahr zu tun. Wir werden ihn morgen untersuchen, dann wissen wir mehr.“

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