Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den New York Rangers und den Tampa Bay Lightning

Im Madison Square Garden lief am Donnerstag gerade die 58. Minute, als sich Torhüter Igor Shesterkin von den New York Rangers ein Herz fasste: Er chippte mit seiner Kelle einen von der hinteren Bande abgeprallten Puck hoch in Richtung des gegnerischen Gehäuses. Die Scheibe setzte in der gegnerischen Zone auf und trudelte zum 5:1-Endstand gegen die Tampa Bay Lightning über die Linie des verwaisten Tores.

„Ich habe den Puck nicht landen sehen und wusste deshalb zunächst nicht so recht, ob ich jubeln kann oder nicht“, sagte der Schlussmann zur fraglichen Szene. Die entsprechende Information bekam Shesterkin postwendend vom Publikum und seinen Mitspielern. Die Kulisse stieß einen kollektiven Freudenschrei aus und seine Teamkollegen fuhren mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu. „Alle sind auf mich draufgesprungen. Das war ein unglaubliches Gefühl“, erklärte der Goalie.

TBL@NYR: Shesterkin erzielt das erste Tor eines Torhüters in der Geschichte der Rangers.

Die Aktion stellte ein Novum in der langen Geschichte des Klubs aus Manhattan dar. Noch nie zuvor hatte sich ein Rangers-Torwart als Torschütze in den Spielberichtsbogen eingetragen. Shesterkin ist nunmehr der 18. Akteur seiner Branche, der einen Treffer in der NHL erzielt hat. 21-mal schlugen Torleute in der Historie der Liga zu, 19-mal in der regulären Saison und zweimal in den Stanley Cup Playoffs.

„Ich hatte mir das schon lange im Kopf ausgemalt und dachte, ich würde auf eine besondere Art und Weise jubeln. Aber wie gesagt: Ich habe nicht gesehen, wie der Puck die Linie überquerte und war deshalb etwas zurückhaltend. Beim nächsten Mal reagiere ich hoffentlich gleich etwas emotionaler. Ich werde auf jeden Fall versuchen, noch einmal ein Tor zu schießen. Denn das macht wirklich viel Spaß“, sagte Shesterkin.

Rangers-Stürmer Mika Zibanejad hat schon seit längerer Zeit mit diesem speziellen Erfolgserlebnis des Torhüters gerechnet. „Ich saß dutzende Male auf der Bank und habe bei seinen Schüssen gedacht: ‚Okay, der geht rein.‘ Aber jedes Mal rutschte er knapp vorbei.“ Nun durfte er sich endlich über einen Treffer von Shesterkin freuen.

Nach Ansicht von New Yorks Trainer Mike Sullivan ist es kein Wunder, dass der Keeper mit einer derart spektakulären Tat von sich reden gemacht hat. „Der Umgang mit dem Puck gehört zu seinen Stärken“, betonte der Coach. „Das war ein großer Moment für ihn und die gesamte Mannschaft. Das konnte man an den Emotionen der Spieler erkennen. ‚Shesty‘ ist ein herausragender Goalie. Er zeigt so viele Paraden genau zum richtigen Zeitpunkt“, fügte Sullivan hinzu.

Rangers-Angreifer Pavel Dorofeyev zeigte sich nicht minder angetan von Shesterkins Darbietung. „Er ist nicht nur ein exzellenter Torhüter, sondern jetzt auch noch ein bedeutender Torschütze“, sagte der Rechtsaußen. „Ich habe mit ihm nun einen ernsthaften Konkurrenten und werde deshalb ein Auge auf ihn werfen“, scherzte Dorofeyev.

TBL@NYR: Dorofeyev baut die Führung mit seinem ersten Tor als Ranger aus.

Shesterkin sorgte im zweiten Saisonspiel der Rangers jedoch nicht nur durch seinen Treffer für Furore, sondern vor allem durch sein eigentliches Handwerk. Er entschärfte 24 Schüsse der Lightning, was einer starken Save-Quote von 96,0 Prozent entsprach. Damit stellte er zugleich seinen 100. NHL-Heimsieg im Rangers-Trikot sicher. Für diese Marke benötigte er 177 Spiele. Shesterkin ist nach Mike Richter (172 Partien), Eddie Giacomin (173) und Henrik Lundqvist der viertschnellste Torwart in der Franchise-Geschichte, der eine dreistellige Anzahl an Erfolgen vor eigenem Publikum vorzuweisen hat.

Die Rangers waren in der Begegnung mit den Lightning von Beginn an die tonangebende Mannschaft. Zibanejad, Dorofeyev und Eeli Tolvanen stellten den Zwischenstand auf 3:0, ehe Nikita Kucherov der Anschluss für die Gäste gelang. Doch davon ließen sich die Hausherren nicht aus dem Konzept bringen. Gabe Perreault stellte den Drei-Tore-Vorsprung wieder her. Und Shesterkin blieb es vorbehalten, mit seinem Weitschuss den Sack zuzubinden.

Lange können die Rangers den Sieg allerdings nicht auskosten. Bereits am heutigen Freitag sind sie erneut gefordert. In der Little Caesars Arena bekommen sie es mit den Detroit Red Wings und Moritz Seider zu tun. Nach diesem Auswärtsmatch steht in dieser Woche noch ein Heimspiel für das Team aus New York auf dem Programm. Der Gegner am Sonntag heißt Utah Mammoth.

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