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Für die Calgary Flames war das Verfolgerduell am Montagabend gegen die Nashville Predators nochmal ein ultimativer Showdown für eine mögliche Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs 2023. Doch das Heimspiel im Scotiabank Saddledome ging mit 2:3 n.P. verloren. Während sich Nashville weiter an eine kleine Rest-Chance klammern darf, ist Calgary damit auch rechnerisch aus dem Playoff-Rennen eliminiert. NHL.com/de ist auf Spurensuche gegangen.

"Ein Gefühl der Lehre": Bittere Shootout-Niederlage besiegelt das Aus der Flames
"Es ist ein Gefühl der Lehre", sagte Calgarys Stürmer Mikael Backlund nach dem Knackpunkt seiner 15. NHL-Saison, die er alle bei den Flames verbracht hat. "Wir haben es so lange gedrückt. Es ist eine lange Saison und wir haben bis zum Ende gekämpft. Das ist jetzt einfach hart. Ich habe nicht viele Gedanken in meinem Kopf. Es ist wirklich enttäuschend, traurig und hart. Es stinkt."
Die Flames hatten noch einmal alles in die Waagschale geworfen, brachten deutlich mehr Schüsse aufs Tor (44:29), bissen sich aber die Zähne an Nashvilles Torwart Juuse Saros (42 Saves, 95,5 Prozent Fangquote) sowie dessen Vorderleuten aus, die zusätzliche 27 Schüsse blockten. Trotzdem holte Calgary durch die Treffer von Troy Stecher (28.) und Backlund (49.) zwei Rückstände auf und gingen im späteren Penaltyschießen sogar dank Jonathan Huberdeau in Führung. Doch mit dem letzten Schützen retteten sich die Gäste aus Music City ins Stechen, wo Tommy Novak den entscheidenden Penaltyschuss versenkte und das Aus der Flames damit mathematisch bestätigte.
"Das ist alles noch so frisch", sagte Calgarys Verteidiger Rasmus Andersson nach der Niederlage. "Wenn ich heute nach Hause komme oder wenn ich morgen aufwache, werde ich erst realisieren, was für eine Chance wir verpasst haben. Wir können es kaum glauben. Es tut weh. Wir werden erst später realisieren, dass wir damit raus sind. Das stinkt."

Calgarys Ergebniskrise in knappen Spielen
Dass die Flames vor einer schwierigen Saison stehen würden, zeichnete sich schon ab, bevor der erste Puck über das Eis rutschte: Mit Johnny Gaudreau (Columbus Blue Jackets), Sean Monahan (Montreal Canadiens) und Mattew Tkachuk (Florida Panthers) hatten sich drei Franchise-Player, Führungsspieler, Leistungsträger und Gesichter des Klubs verabschiedet.
Trotz klangvoller Neuzugänge wie Huberdeau (78 Spiele, 15-40-55), Nazem Kadri (81 Spiele, 24-31-55) und MacKenzie Weegar (80 Spiele, 4-26-30), die jeweils nicht an ihre starken Statistiken aus der Vorsaison anknüpfen konnten, reichte es aber nicht, um sich für die Playoffs zu qualifizieren.
"Wenn du dich in unserer Kabine umschaust, dann hatten wir eine Mannschaft, die es hätte schaffen können. Das macht es umso schmerzhafter", so Andersson, der für die Gründe des Scheiterns nicht lange suchen musste: "Es waren so viele knappe Spiele, die wir nicht gewonnen haben. Das ist mit Sicherheit das, was uns am meisten frustriert."
Calgary hatte in Spielen, die nur mit einem Tor Unterschied entschieden wurde eine 18-13-17-Bilanz. Oder anders gesagt: Die Flames waren nie weit weg und hatten oftmals eine realistische Chance auf einen Sieg, am Ende aber gingen 30 dieser 48 knappen Begegnungen verloren. Punkte, die in der Endabrechnung nun fehlen.

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Ein großes Effizienzproblem
Beim Blick auf die Zahlen fällt auf, dass die Defensiv-Werte eines Playoff-Teams durchaus würdig gewesen wären: Im Schnitt 3,04 Gegentore/Spiel (13.), 82,5 Prozent Erfolgsquote im Penalty Killing (7.) und nur 27,4 zugelassene Torschüsse pro Partie (3.) können sich durchaus sehen lassen. Steigerungspotenzial haben die Flames hier noch in Sachen Blocks (12,23 geblockte Schüsse pro 60 Minuten, 30.) sowie beim Goaltending, denn weder Jacob Markstrom (89,2 Prozent Fangquote) noch Dan Vladar (89,5 Prozent) konnten Konstanz in ihr Spiel bringen und an ihre Leistungsgrenze gehen.
Bei den Offensiv-Statistiken ist jedoch ein großes Effizienz-Problem nicht von der Hand zu weisen: Zwar gaben die Flames 35,8 Torschüsse/Spiel ab (2.), erzielten aber nur 3,15 Tore/Spiel (T-18.), schossen dafür aber gleich 1154-mal am Tor vorbei (31.). Auch das Powerplay war mit einer Quote von 19,9 Prozent (21.) ausbaufähig.
Eine Talente bieten sich an
Für die neue Saison dürfte Calgary seinem Kader neue Talente zuführen. Jakob Pelletier (Draft 2019, 1. Runde, 26. Stelle) bestritt in dieser Saison bereits seine ersten Spiele in der NHL (23 Spiele, 3-4-7) und könnte den Weg für weitere interessante junge Spieler weisen.
Conor Zary (Draft 2020, 1. Runde, 24. Stelle) etwa stach beim AHL-Farmteam Calgary Wranglers als zweitbester Torjäger und Scorer heraus (69 Spiele, 21-37-58). Auch Jeremy Poirier (Draft 2020, 3. Runde, 72. Stelle) spielte dort eine gute Saison (66 AHL-Spiele, 9-32-41).
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Männer-Eishockey spielten in diesem Jahr auch zwei vielversprechende U20-Nationalspieler aus Europa: Schwede William Stromgren (Draft 2021, 2. Runde, 45. Stelle) ging für Brynäs IF aufs Eis (45 SHL-Spiele, 3-5-8), Finne Topi Ronni (Draft 2022, 2. Runde, 59. Stelle) schnürte die Schlittschuhe für Tappara Tampere (22 Liiga-Spiele, 2-3-5).
Hinzu kommen Talente aus den Nordamerikanischen Juniorenligen wie Stürmer Cole Huckins (Draft 2021, 3. Runde, 77. Stelle) von den Sherbrooke Phoenix (64 QMJHL-Spiele, 28-30-58), Verteidiger Cameron Whynot (Draft 2021, 3. Runde, 89. Stelle) von den Halifax Mooseheads (48 QMJHL-Spiele, 3-22-25) oder Angreifer Matt Coronato (Draft 2021, 1. Runde, 13. Stelle) von der Havard University (34 NCAA-Spiele, 20-16-36).