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Auf dem Weg zur Trainerlegende

Alain Vigneault konnte am Abend als erst 15. Trainer der Ligageschichte seinen 600. Sieg bejubeln

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Trainer in der NHL zu sein ist für viele Kandidaten ein eher kurzfristiges Vergnügen. Nur wenige Übungsleiter können sich über Jahre in der Szene etablieren, mit diversen Franchises Erfolge vorweisen. Zu dieser raren Spezies gehört seit Längerem unzweifelhaft auch Alain Vigneault.

Dieser wurde beim gestrigen 4:1-Erfolg seiner New York Rangers über die Anaheim Ducks im heimischen Madison Square Garden nun zum insgesamt erst 15. Cheftrainer der NHL-Geschichte, der die stolze Zahl von nun 600 Siegen in der besten Eishockeyliga der Welt vorweisen kann. Der 1961 geborene Kanadier erreichte diesen für Trainer raren Meilenstein zudem als zweitschnellster seiner Art. Zudem rangiert der Coach nun auch mit 491 Siegen seit der Spielzeit 200-07 statistisch ganz vorne. Und auch wenn für die Rangers in dieser Saison längst nicht immer alles glatt lief, einigte er sich mit den Verantwortlichen der Franchise erst kürzlich auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung in Manhattan, verlängerte um zwei weitere Jahre. Eine schöne Anerkennung für den derzeit vierterfolgreichsten Trainer der langen Rangers-Geschichte, der die sechstmeisten Spiele für die New Yorker gecoacht hat in den vergangenen einhundert Jahren Ligageschichte.

Doch allzu viel Lob wollte er am Abend nach dem Jubiläumserfolg gar nicht hören, lenkte die Aufmerksamkeit der Journalisten lieber auch auf seine Schützlinge: "Gute Trainer brauchen eben auch gute Spieler. Und da hatte ich in der Vergangenheit wirklich auch sehr viel Glück."

Und auch wenn der Erfolg gegen die Kalifornier optisch nicht zu den schönsten der Saison gehörte, die Blueshirts den Gästen aus Kalifornien phasenweise sogar unterlegen schienen, deutlich weniger Torschüsse abfeuerten als die Ducks, war es am Ende, wie immer im Sport, nur das Ergebnis das die Stimmung nach dem Spiel prägte. Zufriedene Mienen bei den Rangers, wohin man auch sah. Natürlich auch in Anbetracht des Bewusstseins, soeben ein kleines bisschen NHL-Geschichte geschrieben zu haben, den Coach endgültig zu einer festen Größe in den virtuellen Geschichtsbüchern der Liga gemacht zu haben.

Zwar gewann Vigneault bereits im Jahre 2007 den Jack Adams Award, damals noch in Diensten der Canucks, doch war damals natürlich in dieser Form noch nicht wirklich abzusehen zu was für einem Dauerbrenner auf den NHL-Trainerbänken er sich entwickeln würde.

Bevor der Kanadier Trainer in der NHL wurde, agierte er auch schon als Spieler auf dem allerhöchsten Niveau im Eishockey. Immerhin von 1981 bis 1983 spielte er selber aktiv für die St. Louis Blues.

Schon als Junior agierte Vigneault in der QMJHL für die Hull Olympiques und die Trois-Rivières Draveurs auf dem Eis. Die Blues wählten ihn dann im NHL Entry Draft des Jahres 1981 in der achten Runde an 167. Position für ihre Organisation als Nachwuchsspieler aus.

Letztendlich kam er dann aber 'nur' auf 42 Einsätze in der NHL. Dann schlug er eine Trainerkarriere ein. Zu deren Beginn kehrte er als Cheftrainer zu seinem ehemaligen Juniorenteam, den Trois-Rivières Draveurs, zurück.

Nach einem Jahr beerbte er dann den legendären Pat Burns als Trainer seines anderen ehemaligen Juniorteams, den Hull Olympiques. Dort blieb Vigneault immerhin für fünf Jahre, bevor er zur Saison 1992/93 in der Funktion des Assistenztrainers zu den Ottawa Senators weiterwechselte.

Zur Saison 1997-98 verpflichteten ihn dann die Montreal Canadiens, wo er der jüngste Cheftrainer in der Clubgeschichte wurde.

Nach seiner Entlassung dort im Jahre 2001 übernahm er 2003 mit den Prince Edward Island Rocket erneut ein Team in der QMJHL und wechselte dann 2005 weiter zu den Manitoba Moose in die AHL.

In der Saison 2006-07 wurde er dann als Cheftrainer der Vancouver Canucks wieder von einem NHL-Team engagiert und in deren Diensten im Jahre 2007 für den Jack Adams Award nominiert, den er dann letztendlich auch tatsächlich gewann.

Nach der Saison 2012-13 und einem bitteren Playoff-Aus mit den Westkanadiern trennten sich die Wege. Mitte Juni 2013 übernahm er dann die heutige Position des Cheftrainers bei den New York Rangers, nachdem diese sich kurz zuvor von dem heutigen Coach der Columbus Blue Jackets , John Tortorella, getrennt hatten.

Seither erreichte er mit den Rangers das Stanley Cup-Finale im Jahre 2014, wo man allerdings gegen die Los Angeles Kings unterlag. Nun gelang ihm sein 600. Sieg als Cheftrainer in der NHL. Nicht schlecht für einen ehemaligen Spieler mit 'lediglich' gut 40 NHL-Spielen an Erfahrung. Herzlichen Glückwunsch!

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