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Special Teams als Erfolgsfaktor

Powerplay und Penalty Killing können den Unterschied ausmachen

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Samstag ermöglicht Euch nhl.com/de mit dem wöchentlichen Advanced Analytics Feature einen Blick hinter die Zahlen. Von Schüssen über Tore bis hin zu Eiszeit und darüber hinaus möchten wir Euch die statistischen Trends und Themen näherbringen, um Euer NHL-Wissen zu erweitern. In dieser Ausgabe analysieren wir den Einfluss der Special Teams auf den Erfolg der Klubs.

Beim Eishockey wird im Normalfall Fünf-gegen-Fünf gespielt. Kommt es jedoch zu einer Strafzeit, schicken die Mannschaften ihre Special Teams aufs Eis. Dazu zählen die Powerplay- und Unterzahl-Formationen, die den Unterschied in einem Spiel ausmachen können. Das zeigen auch die Zahlen in der aktuellen Saison.

Powerplay als Erfolgs-Indikator

Nach etwas mehr als zwei Dritteln der absolvierten Hauptrunden-Spiele stellen die Pittsburgh Penguins (26,6 Prozent Erfolgsquote), der Tampa Bay Lightning (24,3), die Winnipeg Jets (23,2), die San Jose Sharks (22,9) und die Nashville Predators das beste Überzahlspiel in der NHL. Alle fünf Teams befinden sich derzeit auf Playoff-Kurs: Pens (11.), Bolts (1.), Jets (5.), Sharks (10.) und Preds (4.) zählen derzeit zu den Top-11 der Liga.

Video: COL@WPG: Laine erzielt PP-Tor mit Direktschuss

Andersherum haben die Columbus Blue Jackets (14,7), Edmonton Oilers (14,9), Chicago Blackhawks (15,9), St. Louis Blues (16,2) und Ottawa Senators (16,6) das schlechteste Powerplay. Bis auf die Blue Notes (8.) stehen Jackets (20.), Oilers (27.), Hawks (24.) und Sens (29.) eher schlecht da und drohen die Endrunde zu verpassen.

 

Das beste Überzahl-Spiel der NHL

Pittsburgh, das beste Powerplay-Team der Liga, schickt in Überzahl-Situationen seine Top-Stars Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Phil Kessel gemeinsam aufs Eis. Malkin gibt den Center, Kessel den Rechtsaußen und Crosby den "Point Man" an der blauen Linie. Hinzu kommen Jake Guentzel als Linksaußen sowie Justin Schultz als weiter Blueliner. Somit stehen die vier besten Torjäger (Malkin, Kessel, Crosby, Guentzel) sowie die drei besten Scorer (Makin, Kessel, Crosby) der Penguins in einer Reihe, was neben der geballten Star-Dichte auch für komprimierte Firepower spricht. Immerhin schnüren die Stahlstädter 245 Saison-Scorerpunkte sowie 96 Saison-Treffer in ihrer Parade-Powerplay-Reihe zusammen. Das Ergebnis: Bislang kommt der erste Überzahl-Anzug der Penguins auf 36 Powerplay-Tore. Der ultimative Spezialist ist Malkin, der mit 13 Überzahl-Treffern ligaweit den zweitbesten Wert vorweist (nach Patrik Laine, Winnipeg Jets, 14).

 

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Das zweitbeste Powerplay der Liga, das des Lightning, kommt neben Schussgewalt vor allem über Schnelligkeit und Passsicherheit. Tampa versteht es wie kaum eine andere Mannschaft, den Puck schnell und präzise von Kelle zu Kelle zu spielen, dabei den Gegner müde zu machen und letztendlich erfolgreich den Abzug zu drücken. Linksaußen Vladislav Namestnikov, Center Steven Stamkos, Rechtsaußen Alex Killorn sowie die beiden Blueliner Victor Hedman und Nikita Kucherov sind die ersten Auserwählten in Überzahl (insgesamt 30 Powerplay-Tore). Auch die zweite Formation büßt mit den Akteuren Ryan Callahan, Brayden Point, Yanni Gourde, Mikhail Sergachev und Tyler Johnson kaum an Tempo und Torgefahr ein (insgesamt 15 Powerplay-Tore). Als Überzahl-Spezialisten ragen Stamkos (13 Powerplay-Treffer) und Gourde heraus. Letzterer hat mit einer Überzahl-Schuss-Effizienz von 43,75 Prozent den besten Wert aller NHL-Spieler.

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Penalty Killing als Trumpf

In den Special Teams wird aber nicht nur gestürmt, sondern auch verteidigt. Ein vielverbreitetes Sprichwort besagt sogar, dass die Offensive zwar Spiele, die Defensive aber Meisterschaften gewinnt. Bezogen auf das Unterzahlspiel dürften somit die San Jose Sharks (84,5 Prozent Erfolgsquote), Boston Bruins (84,2), Colorado Avalanche (83,8), Los Angeles Kings (83,2) und Toronto Maple Leafs (83,2) gute Karten haben. Sharks (10.), Bruins (3.) und Leafs (6.) zählen aktuell zu den Top-10-Teams der Liga. Avs (15.) und Kings (18.) sind in der Western Conference noch im Playoff-Rennen dabei.

Das schwächste Unterzahlspiel haben die Edmonton Oilers (70,7 Prozent Erfolgsquote), New York Islanders (73,9), Philadelphia Flyers, Ottawa Senators (beide 75,0) und Columbus Blue Jackets (75,8). Kurios: Die Oilers haben auswärts zwar das zweitbeste PK der gesamten NHL (85,5), dafür aber zu Hause schier unglaublich desaströsen Wert von 54,8! Abgesehen von den Flyers, stehen die anderen vier Teams derzeit nicht auf einem Playoff Rang. Auch hier lässt sich also ein Zusammenhang aus Penalty Killing und dem Erfolg der Klubs ablesen.

Goalies als PK-Faktor?

In Unterzahl kommt es nicht nur auf die Defensivarbeit der Stürmer und Verteidiger an, sondern vor allem auch auf einen starken Torhüter, der in diesen besonderen Drucksituationen die Kohlen aus dem Feuer holt. Haben die besten Penalty Killer der Liga also auch die besten Goalies?

Die Anaheim Ducks (81,3 Prozent, 15.) haben beispielsweise nur ein durchschnittliches Unterzahlspiel, dafür aber den beste PK-Torwart: John Gibson kommt auf eine Fangquote von 91,4 Prozent in Unterzahl. Ein eher schwaches Penalty Killing, dafür aber starke Keeper haben die Washington Capitals (80 Prozent, 19.) mit Braden Holtby (89,5, 3.) sowie Tampa Bay (77,8, 24.) mit Andrei Vasilevskiy (89,3, 5.). Gute Shorthanded-Auftritte samt starker Schlussmänner können wiederum die Winnipeg Jets (82,9, 6.) mit Connor Hellebuyck (91,4, 2.) und Toronto (83,2, 5.) mit Frederik Andersen (89,4, 4.) vorweisen.

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Blick in die Vergangenheit

Sind gute Special Teams also tatsächlich eine Garantie für eine Playoff-Qualifikation? In den letzten fünf Jahren schafften 74 Prozent der jeweiligen Top-5-Powerplay-Teams den Sprung in die Endrunde. 76 Prozent der jeweils besten fünf Unterzahl-Mannschaften buchten ebenfalls das Playoff-Ticket. Special Teams sind also ein wichtiger Erfolgsfaktor - Grundlage bleibt jedoch auch ein erfolgreiches Hockey in den "normalen" Fünf-gegen-Fünf-Situationen.

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