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Boston ist bereit für den nächsten Schritt

31 in 31: Die Bruins integrieren stetig und äußerst erfolgreich junge Spieler in ihren Kader

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Boston Bruins

Die Boston Bruins können auf eine erfolgreiche Saison 2017/18 zurückblicken, auch wenn ihnen der große Wurf nicht gelungen ist. Mit 112 Punkten (50-20-12) und einem Rückstand von nur einem Zähler auf die Tampa Bay Lightning belegten sie den zweiten Platz in der Atlantic Division und in der Eastern Conference. In der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs rangen sie die Toronto Maple Leafs mit 4:3-Siegen und einem eindrucksvollen Torverhältnis von 33:15 nieder. Im folgenden Conference-Halbfinale erwiesen sich jedoch die Lightning als eine Nummer zu groß. Nach einem 6:2-Erfolg im Auftaktmatch gegen Tampa Bay verloren die Schützlinge von Headcoach Bruce Cassidy vier Spiele in Folge.

Bei den Bruins stimmt die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Die sportliche Leitung hat es nahezu perfekt geschafft, den Umbau des Kaders ohne längere Durststrecke - 2015, 2016 verpassten sie die Playoffs - voranzubringen. Mit dem vierfachen Frank. J. Selke Trophy Gewinner Patrice Bergeron, 33 und dem 30-jährigen Linksaußen Brad Marchand kamen vergangene Saison zwei Stürmer der Bruins an ihre Karriere-Bestwerte heran, obwohl sie weniger als 70 Saisonspiele bestritten. Bergeron sammelte 63 Punkte (30 Tore, 30 Assists) in 64 Partien und Marchand führte die teaminterne Scorerwertung mit 85 Punkten (34 Tore, 51 Assists) in 68 Partien an. Bostons erfolgreichster Torschütze und zweitbester Scorer war mit 80 Punkten (35 Tore, 45 Assists) David Pastrnak. An dem 22 Jahre alten Tschechen, der bereits im zweiten Jahr in Folge konstant gute Leistungen abrufen konnte, werden die Macher der Bruins in den kommenden Jahren noch viel Freude haben.

Video: BOS@NYI: Bergeron erzielt seinen dritten NHL-Hattrick

Eine kaum verzichtbare Größe in der Defensive ist noch immer Teamkapitän Zdeno Chara. Der 41-Jährige wies mit +22 den besten +/-Wert aller Bruins-Verteidiger aus, gefolgt von den beiden Rookies Matt Grzelcyk (+21) und Charlie McAvoy (+20) im jungen Alter von 24 und 20 Jahren.

Auf der Torhüterposition setzen die Bruins auf Tuukka Rask als Nummer 1. Unterstützt wird Rask durch Neuzugang Jaroslav Halak, der von den New York Islanders kommend, als Unrestricted Free Agent einen 2-Jahres-Vertrag mit einem durchschnittlichen jährlichen Salär von 2,75 Millionen Dollar unterschrieb.

In Beantown gibt man der Jugend eine Chance. 2017/18 kamen bei den Bruins gleich elf Rookies zu Einsätzen. Sieben von ihnen bestritten zwölf oder mehr Spiele und zeichneten sich dabei als Scorer aus, angeführt von Center Danton Heinen, dem in 77 Partien 16 Tore und 31 Vorlagen gelangen. Es ist durchaus davon auszugehen, dass sich in der kommenden Spielzeit weitere Prospects der Bruins auf der NHL-Bühne beweisen dürfen. Der 19-jährige finnische Verteidiger Urho Vaakanainen erhielt am 13. Juni einen 3-Jahres-Einstiegsvertrag. Über Einsätze beim AHL-Farmteam Providence Bruins könnte er sich für den NHL-Kader empfehlen. Ebenfalls das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet, haben die Stürmer Trent Frederic, Jack Studnicka, Joona Koppanen sowie Verteidiger Axel Andersson, Bostons Zweitrunden-Draftpick beim NHL Draft 2018, der am 1. Juli einen 3-Jahres-Einstiegsvertrag unterschrieb.

Video: BOS@OTT: Heinen haut Pastrnaks Vorlage im PP rein

"Wir können uns ziemlich wohl dabei fühlen, dass einige unserer Spieler, die Herausforderung angenommen haben. Man weiß dann, dass sie es können. Es ist gut, wo unsere jüngeren Spieler [leistungstechnisch] stehen. Es geht nicht nur darum jemanden neuen reinzubringen, sondern der Job muss angenommen werden", zeigte sich General Manager Don Sweeney gegenüber NHL.com zuversichtlich.

Tiefe im Kader ist enorm wichtig, und über eine solche verfügen die Bruins auf jeder Position. Als ihr Paradestück wird meist die Abwehr herangeführt - sie kassierten die wenigsten Gegentore (211) aller Teams im Osten - dabei geht jedoch unter, dass sie auch die viertmeisten Tore (267) erzielt haben - nur drei weniger als die direkt vor ihnen platzierten Maple Leafs und Pittsburgh Penguins (jeweils 270). Kaum Wünsche offen ließen auch die Special Teams der Bruins. Mit ihrer Penalty Killing Erfolgsquote von 83,7 Prozent (Liga: Platz 3; Eastern: Platz 1) landeten sie ebenso unter den Top 5 wie mit ihrer Powerplay-Quote von 23,5 Prozent (Liga: 4.; Eastern: 4.).

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Die Bruins befinden sich auf einem guten Weg, alles andere als eine erneute Playoff-Teilnahme wäre eine Riesenenttäuschung und nach dem Erstrunden-Aus 2017 sowie dem Erreichen der zweiten Runde in 2018 ist es ihnen durchaus zuzutrauen, dass in der kommenden Saison der nächste Schritt folgt.

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