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Tampa Bay setzt voll auf seine Korsettstangen

NHL.com/de 31 in 31: Die Analyse der Lightning für die Saison 2019/20

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Tampa Bay Lightning.

Die Tampa Bay Lightning gehen mit einem nur an wenigen Stellen veränderten Team in die Saison 2019/20. Für einen tiefgreifenden Wandel der Belegschaft bestand auch keinerlei Anlass. Der Klub aus Florida dominierte die zurückliegende Hauptrunde nach Belieben. Mit 62 Siegen und 128 Punkten sicherten sie sich souverän die Presidents´ Trophy als beste Mannschaft der regulären Saison. Umso mehr schmerzte das unerwartet frühe Aus in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs gegen die Columbus Blue Jackets. Die Pleite war jedoch einer Verkettung unglücklicher Umstände geschuldet, die zuvor schon einige Titelfavoriten erleben mussten: Verletzungspech, kurzzeitig indisponierte Stars und ein Underdog als Gegner, der in der Serie über sich hinauswuchs.

Die Verantwortlichen der Lightning setzen deshalb weiter auf das Gros der Spieler, die den Fans mit reihenweise spektakulären Auftritten viel Freude bereiteten. Die Transferaktivitäten beschränkten sich auf ein Mindestmaß und galten ausschließlich der Tiefe des Kaders.

 

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Neu hinzugekommen an namhafteren Akteuren sind Stürmer Pat Maroon (zuletzt St. Louis Blues), die Verteidiger Luke Schenn (Vancouver Canucks), Kevin Shattenkirk (New York Rangers) und Luke Witkowski (Detroit Red Wings) sowie Torhüter Curtis McElhinney (Carolina Hurricanes). Zu den Abgängen zählen die Defensivspieler Anton Stralman (Florida Panthers) und Dan Girardi (noch ohne Verein) sowie die Angreifer J.T. Miller (Vancouver Canucks), Adam Erne (Red Wings) und Ryan Callahan (Ottawa Senators).

Die Schlüsselspieler

Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Schlussmann Andrei Vasilevskiy setzten die Lightning ein Zeichen an die Konkurrenz, dass sie alles daransetzen, nach 2004 endlich den zweiten Stanley Cup nach Tampa zu holen. Das neue Arbeitspapier gilt ab der Saison 2020/21. Damit steht die zentrale Achse um Vasilevskiy, Verteidiger Victor Hedman, Kapitän Steven Stamkos und Topscorer Nikita Kucherov langfristig unter Vertrag. Das bedeutet, dass es keine Störfeuer durch unnötige Personalspekulationen gibt und sich die Mannschaft voll und ganz auf die Mission Titelgewinn konzentrieren kann.

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Sie könnten nachrücken

Die Lightning zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Talente nicht überstürzt ins kalte Wasser werfen, sondern langsam an die NHL heranführen. In der neuen Saison wird vor allem Verteidiger Callan Foote sowie den Stürmern Carter Verhaeghe und Alexander Volkov zugetraut, sich in der obersten Etage der Organisation festzusetzen.

Dem 20-jährigen Foote (Gesamtpick Nr. 14 beim NHL Draft 2017) wird zugetraut, sich bereits beim Trainingscamp im September einen festen Platz in der Defensive für die Spielzeit 2019/20 zu erkämpfen. Er bestritt zuletzt 76 Spiele für Tampas AHL-Filiale Syracuse und verbuchte dabei 31 Punkte (10 Tore, 21 Assists).

Die gleiche Prognose gilt für den 24 Jahre alten Verhaeghe (Gesamtpick Nr. 82 beim NHL Draft 2013, Toronto Maple Leafs), der sich in der abgelaufenen Serie zum besten Scorer der AHL aufschwang. Für Syracuse erzielte er 82 Punkte (34 Tore, 48 Vorlagen) in 76 Partien. Er wäre eine gute Besetzung für die Rechtsaußenposition in der dritten Angriffsreihe der Lightning.

Vielleicht noch nicht auf einen festen Startplatz, aber zumindest auf nennenswerte Einsatzzeiten im NHL-Team darf der 22-jährige Volkov hoffen. Der Gesamtpick Nr. 48 beim NHL Draft 2017 schoss 46 Tore für Syracuse in den letzten zwei Jahren.

Stärken

Die Offensive der Lightning sucht in der Liga ihresgleichen. 325 Tore markierten die Lightning 2018/19 und führten damit die Gesamtwertung mit großem Vorsprung an. Als absoluter Überflieger der Abteilung Attacke präsentierte sich Kucherov. Mit 128 Punkten sicherte er sich souverän die Art Ross Trophy für den erfolgreichsten Scorer. Zudem wurde er als wertvollster Spieler mit der Hart Trophy ausgezeichnet. Kapitän Stamkos (98 Punkte) und Brayden Point (92 Zähler, persönlicher NHL-Rekord) sorgten mit ihrer Offensivpower ebenfalls dafür, dass den Gegnern häufig Hören und Sehen verging. Goalie Vasilevskiy und Blueliner Hedman zählen ebenfalls zum Besten, was die NHL zu bieten hat.

Bei den Special Teams setzten die Lightning ebenfalls Maßstäbe. 28,2 Prozent Erfolgsquote im Powerplay und 85 Prozent beim Penalty-Killing bedeuteten unangefochten Platz 1 nach der Hauptrunde der zurückliegenden Saison.

 

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Entwicklungspotenzial

Wenn es etwas zu mäkeln gibt, dann ist es die Tatsache, dass den Lightning bei ihrer immensen Spielfreude ab und an ein gewisses Maß an Sachlichkeit fehlte. Das führte in einigen Begegnungen zu einer für ein Spitzenteam untypisch hohen Anzahl an Gegentoren. Der Stanley Cup lässt sich jedoch nicht ausschließlich im Hurra-Stil erobern. Gerade in den Playoffs ist ein pragmatisches und ergebnisorientiertes Auftreten mitunter der erfolgreichere Weg. Dies seinen Schützlingen noch einmal eindrücklich mit auf den Weg zu geben, dürfte Trainer Jon Cooper eine Herzensangelegenheit sein.

Playoff-Chancen

Die Lightning verfügen über genügend Potenzial, um in der kommenden Spielzeit erneut den Stanley Cup ins Visier zu nehmen. Das schmerzhafte Aus gegen die Blue Jackets wird die Mannschaft künftig vor Übermut bewahren. Sie hat am eigenen Leib erfahren, dass in den Playoffs alles wieder von vorne beginnt und man keinen Kontrahenten auf die leichte Schulter nehmen darf. Zudem hat die Vergangenheit gezeigt, dass Spitzenteams nach Misserfolgen enger zusammenrücken und damit häufig noch entschlossener auftreten.

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