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Viermal ohne Gegentreffer und nur knapp den Rekord verfehlt

Die Schlussmänner von Florida, Calgary, Arizona und den Islanders sorgen mit Shutouts für eine Seltenheit in der NHL

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Freier Autor

Für die Schlussmänner der NHL und alle anderen Eishockeytorhüter ist der Shutout das ultimative Ziel in einer Partie. 60 Spielminuten muss es dem Mann im Netz gelingen, die auf ihn abgegebenen Schüsse zu parieren. Treibt er die gegnerischen Stürmer über die gesamte Dauer des Matches zur Verzweiflung, so ist die Freude bei ihm und seinen Vorderleuten groß. Nicht selten fliegen mit der Schlusssirene Blocker und Fanghandschuh im Freudentaumel in die Höhe. Am Samstag konnten gleich vier der NHL-Goalies das Kunststück eines Null-Gegentore-Spiels vollbringen. Besonders in der torhungrigen NHL ein Ereignis mit absolutem Seltenheitswert.

14 Partien standen auf dem Spielplan. Semyon Varlamov, Sergei Bobrovsky, David Rittich und Darcy Kuemper gelang es ihren Kasten sauber zu halten. Varlamov siegte mit den New York Islanders, mit 1:0, gegen die Buffalo Sabres und verbuchte ebenso wie Sergei Bobrovsky den ersten Shutout für sein neues Team. Bobrovskys Florida Panthers schlugen die Detroit Red Wings mit 4:0. Besonders für den Neuzugang der Panthers könnte das Match ein Knotenlöser sein. Nach der Verpflichtung von Bobrovsky, der in der Vorsaison für die Columbus Blue Jackets auf dem Eis stand, erhofften sich die Verantwortlichen eine Verbesserung zwischen den Pfosten. Der Goalie konnte bei den Blue Jackets immer Fangquoten von deutlich über 90 Prozent aufweisen. Zu Saisonbeginn bei den Panthers fiel dieser Wert auf 87,3 Prozent und einen Gegentorschnitt von 3,7 pro Partie, die schlechtesten Werte unter den Nummer-Eins-Torhütern der Liga. 

Die schwachen Statistiken von Bobrovsky liegen, wenn Aleksander Barkov richtig liegt, jedoch nicht in der Leistung des Schlussmannes begründet. "Sehr glücklich für ihn," gab Barkov auf die Frage nach seinen Gefühlen gegenüber Bobrovsky nach dem Shutout an. "Er war in dieser Saison unglaublich für uns und endlich bekommt er seinen Shutout und das Selbstvertrauen, dass er daraus ziehen kann. Wir sind gerade eine sehr selbstbewusste Gruppe. Wir werden weiter arbeiten und weiter hart spielen." Und auch bei Bobrovsky scheint die Begegnung ohne Gegentor Glücksgefühle auszulösen. "Das Spiel hat definitive Spaß gemacht. Ich glaube das Team hat offensiv einen super Job gemacht und den Puck gut laufen lassen. Defensiv haben sie die klugen Entscheidungen getroffen. Es hat Spaß gemacht ein Teil dieser Partie zu sein." Viel geprüft wurde Bobrovsky zwar nicht, doch die 22 parierten Abschlüsse sorgten für den 34. Karriere-Shutout.

"Es war nicht einfach," so umschrieb Varlamov seinen ersten Shutout für die Islanders. Das Lob für die gegentorlose Partie beansprucht der russische Schlussmann dennoch nicht für sich alleine. "Wir haben einen unglaublichen Job in Unterzahl und beim Blocken von Schüssen gemacht, würde ich sagen." Selten ist es der alleinige Verdienst des Torhüters, wenn ein Team ohne Gegentreffer bleibt. Besonders in der NHL, in der pro Partie 3,07 Tore fallen, müssen alle Zahnrädchen ineinandergreifen, um die Null auf der Anzeigetafel festzuhalten. Nur selten gelingt das an einem Spieltag mehreren Mannschaften.

Video: NYI@BUF: Varlamov rettet spektakulär gegen Miller

Der Rekord für Shutouts an einem 14-Spiele-Spieltag liegt bei fünf. Am 3. Februar 2007 gelang es Marc-Andre Fleury, Sean Burke, Manny Legace, Tomas Vokoun und Niklas Backstrom die Stürmer des Kontrahenten ohne Treffer zurück in die Kabine zu schicken. Am 3. Oktober 2010 schafften Henrik Lundqvist, Tim Thomas, Brent Johnson, Andrew Raycroft und Dan Ellis dasselbe Kunststück. Beinahe wäre es auch an diesem Samstag zu fünf Shutouts gekommen. In der Partie Montreal Canadiens gegen Dallas Stars blieb Stars-Goalie Ben Bishop 56:18 Minuten ohne Gegentreffer, ehe Artturi Lehkonen eine Einstellung des Shutout-Rekords verhinderte.

David Rittich musste für seinen dritten NHL-Shutout die meisten Schüsse der vier gegentorlosen Goalies parieren. 43 Paraden zeigte der Schlussmann der Calgary Flames bei deren 3:0-Sieg gegen die Columbus Blue Jackets. Die herausragende Leistung brachte dem Goalie Lob von den Kollegen ein, die sich auf Rittich verlassen konnten. "Er ist jede Partie voll da, egal, ob wir unsere Leistung bringen oder nicht. Wenn wir es nicht schaffen, dann ist er es, der die Antwort gibt," stimmte Stürmer Sean Monahan die Lobeshymnen auf Rittich an. Für die Torhüter selbst ist der Shutout zwar das persönliche Ziel, doch der damit verbundene Teamerfolg wird noch höher eingestuft, auch bei Rittich: "Es ist Teil meiner Aufgabe. Ich versuche der Mannschaft zu helfen, wo es nur geht."

Video: CGY@CBJ: Rittich lässt Nyquist keine Chance

Dem Team helfen, das war sicher auch für den vierten Shutout-Goalie im Bunde das ultimative Ziel des Abends. Darcy Kuemper stoppte alle 33 Torschüsse der Colorado Avalanche beim 3:0-Sieg der Arizona Coyotes. Trotz der Shutouts ist es für alle Teams wichtig, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Der Zu-Null-Sieg bringt, wie ein knapper Erfolg mit vielen Gegentreffern auch, zwei Punkte und die Lobeshymnen für die Goalies verstummen spätestens zum Eröffnungsbully des nächsten Matches. "Wir dürfen uns das nicht zu Kopf steigen lassen nach einer Nacht wie dieser, genauso wie wir den Kopf nicht hängen lassen dürfen, wenn es mal nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen", fasste Kuemper die Auswirkungen eines Shutouts für beide beteiligten Teams gut zusammen.

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