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Repariert obwohl nichts kaputt war

Zur Trade-Deadline haben fast alle Top-Teams Talente und Draft-Picks investiert, um sich zu verstärken, doch wird dies positive Wirkung zeigen?

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

"If it ain't broke, don't fix it." und "Never change a winning team!" sind allseits bekannte Sprichwörter. Auf Deutsch bedeuten sie "Repariere nichts, was nicht kaputt ist" und "Verändere niemals ein funktionierendes Team". Entgegen dieser Weisheiten haben nahezu alle Top-Teams zum Ende der Phase, in der Tauschgeschäfte in der NHL erlaubt sind, auf dem Trade-Markt zugeschlagen und sich potenziell verstärkt. Die neuen Akquisitionen der Franchises sollen zum Titelgewinn beitragen, füllen die Spieler doch die von GM und Trainer ausgemachten Lücken.

Besonders die Tampa Bay Lightning wollen mit der Aufnahme von Ryan McDonagh und J.T. Miller , beide von den New York Rangers, ein ernstes Wort bei der Vergabe des Stanley-Cups mitsprechen. Die schon herausragende Offensive wird mit Miller weiter verbessert und durch McDonagh bringen die Bolts Erfahrung, Leadership und Defensivstärke als weitere Faktoren in den Titelkampf ein.

 

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Der nach Florida getradete ehemalige Kapitän der Rangers verpasste die letzten neun Spiele mit einer Oberkörperverletzung, scheint aber laut Steve Yzerman, GM der Bolts, kurz vor seiner Rückkehr zu stehen. Yzerman ist überzeugt: "Wir wollten uns verstärken. Wir denken, dass wir das getan haben." Doch es bleibt abzuwarten, ob Miller den nach New York geschickten Vladislav Namestnikov ersetzen kann und ob McDonagh nach der Verletzungspause schnell wieder den Rhythmus findet.

Der Liganeuling, die Las Vegas Golden Knights, überraschen bisher alle Experten mit ihrer schnellen und, trotz oder gerade wegen dem hohen Risiko, das sie eingehen, erfolgreichen Spielweise.

Bis kurz vor der Trade Deadline beteiligten sich die Glücksspielstädter kaum am Poker um die besten Spieler. Im Trade zwischen den Pittsburgh Penguins und den Ottawa Senators um Derick Brassard konnte mit Ryan Reaves eine physische Komponente hinzugefügt werden. Kurz bevor nichts mehr ging vermeldeten die Golden Knights den Trade mit den Detroit Red Wings, der Tomas Tatar nach Nevada brachte.

Video: DET@WSH: Tatar trifft in der Verlängerung zum Sieg

Tatar, der mit seiner Spielintelligenz, Stocktechnik und Geschwindigkeit hervorragend in das Team der Knights passt, begeistert Las Vegas Manager George McPhee: "Er ist schnell. Er kämpft und er kann scoren. Er hat in den letzten drei Spielzeiten immer über 20 Tore gemacht und ist auch diese Saison auf dem Weg dies wieder zu tun. Er kann links und rechts spielen. Er kann im gesamten Lineup eingesetzt werden. Wir haben nur einen weiteren guten Spieler hinzugefügt. Er ist ein erfahrener Spieler aber trotzdem noch jung."

Der 27-jährige Slowake ist in Sachen Punktausbeute jedoch nicht ganz auf Kurs, ob er in Sachen Vorbereitungen in Las Vegas an alte Stärke anknüpfen kann wird sich zeigen. Im passintensiven Hochgeschwindigkeitseishockey der Golden Knights ist Chemie und blindes Verständnis Trumpf, der Erfolg von Tatar und seinem neuen Team hängt also von der Integrationsdauer ab.

Die Nashville Predators gingen zum Ende des Tradefensters einen anderen Weg als die direkten Konkurrenten an der Tabellenspitze. Mit Ryan Hartman holte die Franchise aus der Musikstadt einen Stürmer für die dritte oder vierte Reihe. Der Manager der Predators David Poile war nicht auf der Suche nach einem Spieler für die Toplinien, ist das Team hier doch gut aufgestellt und mit Eeli Tolvanen, nach Saisonende von Jokerit Helsinki in der KHL, eine weitere Verstärkung absehbar. Mit Hartman verstärkten sich die Preds ebenso in der Tiefe wie mit der Verpflichtung von Brandon Bollig und Mike Fisher. Der Einfluss auf das Mannschaftsgefüge dürfte in Nashville somit geringer ausfallen als bei den anderen Anwärtern auf den Cup.

Die dem Namen nach spektakulärste Verpflichtung tätigten die Winnipeg Jets, die Paul Stastny von den St. Louis Blues nach Manitoba lotsten. Stastny verdrängt vermutlich Andrew Copp aus der Reihe mit Nikolaj Ehlers und Patrik Laine und soll für noch mehr Scoring aus dieser Formation sorgen.

Video: STL@COL: Stastny macht seinen 600. Punkt

Der 32-jährige 2-Wege-Center kann von den Jets in allen Situationen aufs Eis geschickt werden und sollte das Team im Saisonendspurt verstärken. Stastnys neuer Reihenkollege Laine ist sich sicher: "Es sieht so aus, als ob wir dieses Jahr wirklich den Stanley Cup gewinnen wollen und ich denke wir haben gute Chancen das zu tun. Der Trade verbessert unsere Chancen das zu erreichen. Ich denke wir waren mit dem Team glücklich, das wir hatten, aber jetzt sind wir noch glücklicher."

Ob die Jets am Ende der Saison vor Glück strahlen oder ob durch den Veteranen Stastny die Strukturen innerhalb der Mannschaft ins Wanken geraten kann niemand vorhersehen. Doch auch Stastny's zweiter designierter Flügelstürmer Ehlers geht davon aus, dass ein Spieler wie der 32-jährige nur weiterhelfen kann.

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