Ottawa Senators v Detroit Red Wings

Die wöchentliche „Leser-Fragerunde“-Rubrik von NHL.com/de läuft in dieser Saison auf Hochtouren. Jede Woche geht Stefan Herget eure Fragen durch, die ihr über die deutschen und Schweizer NHL-Social-Media-Kanäle eingereicht habt, und beantwortet sie.

Wenn ihr an zukünftigen Leser-Fragerunden teilnehmen möchtet, schickt eure Fragen an @NHLDE und verwendet den Hashtag #NHLDEFragerunde oder #NHLDEMailbag

Wie unterscheiden sich die Trainingspläne von Torhütern und Feldspielern in der spielfreien Zeit? Und wie viele Wochen benötigen beide Positionen nach der Sommerpause normalerweise, um wieder auf NHL-Niveau zu kommen? -- @ChrKu83

Natürlich hat das Trainingsprogramm von Torhütern komplett andere Facetten als das von Feldspielern. Torhüter arbeiten stärker an Explosivität, Reaktionsfähigkeit und Beweglichkeit, während Feldspieler mehr den Fokus auf Muskelaufbau, Ausdauer, Geschwindigkeit, Balance und Schnellkraft legen. Nicht zu vergessen die Stocktechnik, Puckkontrolle und Schusstechnik.

Von Philipp Grubauer, dem deutschen Torhüter der Seattle Kraken, weiß ich zum Beispiel, dass er sehr intensiv an seiner Augenkoordination arbeitet und dafür sogar einen Simulator mit VR-Brille nutzt. Es geht sehr detailliert darum zu trainieren, dass sich die Augen schneller bewegen und den Puck erfassen.

Grubauers Top-5-Saves in 2025/26

Deine zweite Frage war gerade dieses Jahr ein Thema, da die Preseason auf eine Woche verkürzt wurde. Ich denke, das ist sehr individuell, wie lange ein Spieler braucht, um bei 100 Prozent zu sein, denn wenn es um Punkte geht, ist immer noch eine spezielle Herausforderung, die sich nicht trainieren lässt. Aus meinen Gesprächen mit Spielern kann ich zusammenfassen, dass sie selbst davon ausgehen, schnell wieder im Rhythmus zu sein, also schon nach ein paar Spielen.

Ist Ovi der beste Spieler seiner Generation oder sogar der Beste aller Zeiten? -- @AndMo!

Das ist eine gern diskutierte Frage, aber ich bin da immer etwas differenziert. Erstens stellt sich immer die Frage, wie definiert man den besten Spieler? Zum Beispiel gemessen nur an den individuellen Statistiken oder was er mit seinen Teams erreicht hat? Außerdem lassen sich halt die Zeiten eines Wayne Gretzky in den 80er- und 90er-Jahren nicht mit dem Eishockey in der jetzigen Zeit vergleichen. Es haben sich Taktiken und Regeln, Trainingsmethoden und Ausrüstung geändert, die das Spiel wesentlich beeinflussen.

Fakt ist, dass Alex Ovechkin so viele Tore geschossen hat, wie noch kein NHL-Spieler vor ihm und vor allem beeindruckend sein Niveau bis ins hohe Alter hochgehalten hat. Ein Thema, dass bei Gretzky auffällt, dass er gegen Ende seiner Karriere weniger produktiv war als noch zu Beginn. Vor zehn Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass Gretzkys Zahlen jemals gebrochen werden können. Ovechkin hat es geschafft und vor allem durch Konstanz, was extrem beeindruckend ist.

Ovechkin führt die Capitals mit einem Hattrick gegen Crosby und die Penguins zum Comeback

Aber wie gesagt, es gibt in der Geschichte der NHL viele überragende Spieler, die auf irgendeine Weise überzeugt haben, und meiner Meinung nach das über Generationen hinweg kaum vergleichbar ist. Deswegen einer der besten Spieler seiner Generation und einer der Besten aller Zeiten. Aber definitiv der beste Torschütze aller Zeiten, da messbar.

Wird der von Flyers-GM Daniel Briere gesetzte Offer Sheet (für Anaheims Leo Carlsson) das Verhalten der GMs bei der Teamplanung grundlegend verändern? -- @HafenPapstFrW

Der Offer Sheet, also die Möglichkeit eines Teams, einem Restricted Free Agent (RFA) eines anderen Teams ein Vertragsangebot zu machen, ist in der NHL ein wesentliches Instrument für die Möglichkeit eines Spielerwechsels. Dass es diese Möglichkeit gibt, erhöht natürlich den Druck auf Teams, sich mit ihren RFA auf einen neuen Vertrag zu einigen. Daher ist es sinnvoll. Gäbe es diese „Gefahr“ des Offer Sheets nicht, dann könnte ein Team einfacher auf Zeit spielen, wenn es um die Verlängerung eines Vertrags mit einem RFA geht, da die Rechte am Spieler auch ohne gültigen Vertrag Bestand haben.

Dass der Offer Sheet in der Vergangenheit nicht so häufig angewendet wurde, liegt natürlich auch daran, dass sich die GMs in der Regel nicht gegenseitig „wehtun“ möchten. Andererseits muss dem avisierten Spieler ein überzogenes Angebot gemacht werden, damit er es erstens unterschreibt und zweitens das bestehende Team nicht sowieso matcht, also dieses übernimmt.

Ich denke daher, dass es ein gutes Instrument ist, das Bleiben wird, allerdings zukünftig keine Veränderungen in der Kaderplanung hervorruft, denn wie in der Vergangenheit wird es aus erwähnten Gründen nur gelegentlich eingesetzt werden.    

Was ist bloß los in Detroit? -- @stopper_58

Detailliert kann ich diese Frage natürlich nicht beantworten, da ich zu weit weg bin. Aber die Nervosität in Detroit ist schon groß, nachdem in den vergangenen Jahren die Stanley Cup Playoffs trotz einem Kader mit Potenzial teilweise sträflich verpasst wurden. Irgendwie klickt es im Team der Red Wings nicht so richtig, auf der anderen Seite muss man aber fairerweise erwähnen, dass die Atlantic Division durch das Aufstreben der Montreal Canadiens, Buffalo Sabres und Ottawa Senators mittlerweile ein verdammt schweres Pflaster ist.

Vergangene Saison war die Chance auf den Playoff-Einzug groß, da die Toronto Maple Leafs und Florida Panthers schwächelten. Das haben Montreal, Buffalo, Ottawa und die Boston Bruins genutzt. Aber da Toronto und Florida dieses Jahr wieder angreifen werden und die Tampa Bay Lightning wegen ihrer Qualität ebenfalls gesetzt sein sollten, wird die Luft dahinter schon dünn.

OTT@DET: Larkin trifft bei seinem Comeback aus der Nahdistanz

Aber es sind erst drei Spiele absolviert und man muss abwarten. Immerhin wurden am Dienstag die Senators nach den zwei Auftaktniederlagen besiegt. Und gerade diese direkten Duelle werden sehr wichtig sein.

Erschwerend kommt bei den Red Wings hinzu, dass die Situation bei zwei wichtigen Spielern ungeklärt ist: Der frühere Kapitän und Nummer-1-Center Dylan Larkin verlangte im Sommer nach einem Trade, der bis jetzt nicht passiert ist. Verteidiger-Talent Simon Edvinsson ist noch immer ein RFA. Statt einer Einigung über einen neuen Vertrag in Detroit reiste dieser in seine Heimat Schweden nach Göteborg und trainiert dort bei Frölunda mit. Somit ist auch er ein Kandidat für einen Trade, was intern sicherlich Unruhe stiften dürfte. Dass bei den Red Wings mit Shawn Horcoff gerade ein Interims-GM im Amt ist, könnte derart wichtige Weichenstellungen für die Zukunft beeinträchtigen.

Könnt Ihr mal ein Gewinnspiel machen, wo man Trikots gewinnen kann? -- @jas0x_0

Gute Neuigkeiten. Es gibt ab sofort die NHL GameZone unter https://gamezone.nhl.com/ dort gibt es mehrere interessante Spiele, bei denen es attraktive Preise und unter anderem auch Trikots zu gewinnen gibt. Derzeit ist die Seite nur in Englisch und Französisch abrufbar, aber Deutsch ist in Vorbereitung.

Verwandte Inhalte