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Vegas startet nach großen Erfolgen mit Problemen

Die Golden Knights überraschten in ihrer ersten Saison die gesamte NHL, in der neuen Saison suchen sie noch ihre Form

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Es war die große Sensation der vergangenen Saison. Die Vegas Golden Knights schockten in ihrer ersten Spielzeit die gesamte NHL, brachen einen Rekord nach dem anderen, landeten am Ende auf dem ersten Platz in der Pacific Division (51-24-7, 109 Punkte) und stürmten in den Stanley Cup Playoffs bis ins Finale, in dem sie letztendlich den Washington Capitals unterlagen.

Doch die zweite Saison scheint das Team vor größere Probleme zu stellen als sie in ihrer Debüt-Runde hatten. Sie lassen jene Unbeschwertheit und Leichtigkeit vermissen, die sie in der vergangenen Spielzeit ausgezeichnet hatte.

 

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Nach drei Spielen steht nur ein knapper 2:1-Sieg nach Penaltyschießen gegen die Minnesota Wild auf der Habenseite der Golden Knights. Gegen die Philadelphia Flyers unterlagen sie zum Auftakt zu Hause mit 2:5, in Spiel drei nahmen sie, nach einer 2:4-Pleite bei den Buffalo Sabres ebenfalls keine Punkte mit.

"Wir haben irgendwann aufgehört zu laufen", gab Außenstürmer Pierre-Edouard Bellemare nach der Niederlage gegen Buffalo zu. "Egal gegen wen man in dieser Liga spielt, wenn man das macht, dann bezahlt man immer den Preis. Wir haben gute Trainer. Die werden sich das Spiel noch einmal anschauen und uns dann eine klare Ansage geben. Wir sind erwachsene Männer, also werden wir das schlucken und uns auf das nächste Spiel vorbereiten."

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Vegas sucht noch nach einigen der Faktoren, die das Franchise in der vergangenen Saison so stark machte. Mit 268 Toren stellten sie die fünftbeste Offensive der Saison, in der neuen Spielzeit warten sie noch auf den ersten Auftritt, bei dem sie häufiger als zweimal treffen. Dabei verstärkten sie sich im Sommer noch mit Paul Stastny und Max Pacioretty, eigentlich zwei erfahrene und zuverlässige Torgaranten. William Karlsson, der 2017/18 mit 43 Toren der gefürchtete Vollstrecker der Golden Knights war, wartet noch auf seinen ersten Treffer.

Im eigenen Tor steht mit Marc-Andre Fleury, ohne jeden Zweifel einer der namhaftesten und besten Torhüter, die die NHL in den letzten Jahren zu bieten hatte. Gegen die Sabres musste er bei 17 Torschüssen vier Mal hinter sich greifen, im ersten Spiel gegen die Flyers wurde er nach fünf Gegentoren bei 16 Schüssen durch Malcolm Subban ersetzt.

 

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"Sie hatten zu viele hochkarätige Chancen", nahm Pacioretty seinen Torhüter nach dem Spiel gegen die Sabres in Schutz. "Wir haben zwar nicht viele Schüsse zugelassen, aber die Schüsse, zu denen sie kamen, waren einfach zu gefährlich. Wir dürfen unseren Torwart nicht so im Regen stehen lassen."

Im nächsten Spiel treffen die Golden Knights ausgerechnet auf den Gegner aus dem Stanley Cup Finale, die Washington Capitals. Die Capitals verbuchten bisher einen Sieg und eine Niederlage nach Verlängerung. In den beiden Spielen erzielten sie jedoch insgesamt 13 Tore, eine Statistik, die bei einer wackligen Abwehr und einem unsicheren Fleury durchaus alarmierend ist.

Die Qualität im Kader der Golden Knights ist zweifellos nach wie vor vorhanden. Mit Karlsson, Erik Haula, Jonathan Marchessault und Reilly Smith stehen vier ihrer fünf Topscorer der vergangenen Saison wieder im Kader. Mit den Neuzugängen sollte ein deutlich besserer Schnitt als zwei Tore pro Spiel machbar sein. Schlussmann Fleury ist 33 Jahre alt, für einen Torhüter in der NHL ist das kein Alter, bei dem man über das Karriereende, oder nachlassende Leistungen nachdenken muss.

Wahrscheinlicher ist, dass es sich um ein mentales Problem handelt. In ihrer ersten Saison hatten die Golden Knights nichts zu verlieren. Sie wurden vor der Spielzeit als Kandidat für einen der letzten Plätze gehandelt und waren nicht gezwungen etwas zu beweisen. Sie gingen locker in die Saison, starteten mit drei Siegen und acht Erfolgen in den ersten neun Spielen unerwartet erfolgreich und standen die gesamte Saison über auf den vorderen Rängen in der Western Conference.

Nach den Erfolgen in den Stanley Cup Playoffs müssen sie nun eine neue und ungewohnte Rolle ausfüllen. Sie stehen unter höherem Druck und werden an der vergangenen Saison gemessen. Damit muss man umzugehen wissen.

Das Potenzial in der Mannschaft ist jedoch vorhanden und wenn die Golden Knights einmal wieder in die richtige Spur finden, sind sie sicher in der Lage ihren Gegnern erneut das Fürchten zu lehren.

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