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"Wie Krieg": Caps und Knights spielen hart

148 Checks in zwei Spielen: Physis prägt das Stanley-Cup-Finale

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Das Stanley-Cup-Finale 2018 ist bislang von hoher Intensität und Physis geprägt: Nach zwei Spielen zwischen den Vegas Golden Knights und den Washington Capitals (Serien-Stand: 1:1) wurden bereits 148 Checks (!) verzeichnet. Steht in Spiel 3 am Samstagabend in der Capital One Arena also ein "Demolition Derby" bevor?

Sowohl die Knights als auch die Caps haben exzellente Einzelkönner in ihren Reihen, verfügen über ein starkes Passspiel und pflegen einen schnellen und überfallartigen Spielstil. Bislang aber dominierten nicht die flinkeren Schläger oder schnelleren Schlittschuhe, sondern die härteren Checks. Beide Teams versuchen sich durch das Körperspiel zu behaupten und fahren Hit um Hit um Hit. In Spiel 1 wurden 63 Checks gesetzt (Vegas 25, Washington 38), in Spiel 2 wurde diese Statistik sogar noch mit 85 Hits (Vegas 39, Washington 46) auf ein höheres Niveau gehoben.

Sbisa: "Es ist wie Krieg"

"Es ist wie ein Krieg da draußen", sagt Vegas-Verteidiger Luca Sbisa und schiebt mit einem breiten Grinsen hinterher: "Es macht halt auch Spaß, so zu spielen. Es ist das Stanley-Cup-Finale, da wird dir nichts geschenkt. Es wird um jeden Puck gekämpft, so muss das sein."

Von der Gegenseite kommen ähnliche Töne: "Es ist das Stanley-Cup-Finale, da musst du physisch spielen. Du musst die Zweikämpfe annehmen, denn jedes Duell ist wichtig und kann das Spiel entscheiden", betont Washingtons Stürmer Jakub Vrana. Mitspieler Chandler Stephenson stimmt mit ein: "In den Playoffs ist der physische Aspekt sehr wichtig, denn du hast da draußen weder Zeit noch Raum."

 

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Washingtons Hockey-DNA

Vor allem die Capitals teilten mit bereits 84 Checks in zwei Spielen schon gehörig aus und versuchen so, die wohl etwas mobileren Golden Knights auszubremsen und zu zermürben. "Es ist teil unserer Hockey-Mentalität und ein Grund dafür, warum wir so weit gekommen sind", meint Vrana. "Wir pflegen einen harten Stil", pflichtet ihm Caps-Goalie Braden Holtby bei.

"Es ist ein bisschen unsere Spielphilosophie", bestätigt auch der deutsche Backup Philipp Grubauer. "Wir wollen den Puck in ihr Drittel bringen und reinrumpeln. Jeder Zentimeter ist hart umkämpft."

Ovechkin geht mit gutem Beispiel voran

Beeindruckend ist bei den Hauptstädtern vor allem, dass sich kein Spieler zu schade ist, seinen Körper in die Schlacht zu werfen. "Jeder muss es tun, jeder muss alles geben und hart spielen", formuliert es Vrana klar und deutlich. Auch Superstar Alex Ovechkin hat sich ein Beispiel daran genommen. Washingtons Kapitän macht es selbst mustergültig vor und setzte in beiden Final-Partien schon neun (!) Checks. "Er will sich und das Team auf ein neues Level heben", ist sich Capitals-Coach Barry Trotz sicher. "Er liefert in verschiedenen Aspekten dieses Spiels ab, ist als Spieler und als unser Kapitän gewachsen."

Video: WSH@VGK, Sp2: Ovechkin checkt McNabb hart

"Er ist ein großartiger Spieler, einer der besten in dieser Liga", gerät auch Center Jay Beagle ins Schwärmen. Wir haben ein Team um ihn herum aufgebaut, auch wenn es vielleicht ein wenig länger gedauert hat, als manche gedacht hatten. Jetzt sind wir bereit, er ist bereit - es ist ein spannendes Gefühl."

Härte als Vabanquespiel

Die Härte forderte bereits einige Opfer. Allen voran Evgeny Kuznetsov, der in Spiel 2 nach einem harten Hit von Brayden McNabb ausschied und trotz Trainingsbeteiligung am Vortag fraglich für Spiel 3 ist. Eine wirklich dreckige Serie liefern sich beide Mannschaften allerdings nicht: Die Checks sind hart, aber fair. "Die Jungs sind es gewohnt, getroffen zu werden. Das gehört zum Hockey dazu", sagt Knights-Trainer Gerard Gallant. "Es ist ein Finale mit harten aber sauberen Hits. "Es sind zwei disziplinierte Teams, die kaum Strafen nehmen."

 

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Passiert genau dies aber doch, herrscht Alarmstufe Rot: Sowohl die Golden Knights (2/6) als auch die Capitals (1/3) kommen auf eine Powerplay-Erfolgsquote von 33,3 Prozent. Entsprechend kann sich keine Mannschaft erlauben, eine Strafzeit zu ziehen und in eine Unterzahlsituation zu geraten. Das physische Spiel gleicht somit einem Ritt auf der Rasierklinge und gerät zum Vabanquespiel. "Die Balance ist wichtig", betont Sbisa. "Gerade am Anfang und am Ende des Spiels muss man aufpassen. Wegen den Emotionen will man den Hit suchen, anstatt zu warten, bis er zu dir kommt. Du musst ein bisschen Geduld haben, nicht aus der Position rennen. Aber wenn du die Chance auf einen Check hast, dann musst du sie nehmen."

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