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Sonne oder Eis, Palmen oder Ahorn

NHL.com/de hat mehrere Spieler danach befragt, inwieweit das Klima Einfluss auf ihre sportlichen Leistungen hat

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

NHL.com/de hat sich kürzlich mit einigen Spielern aus der Liga unterhalten, um einen Einblick in breit gefächerte Themen zu bekommen. In dieser Ausgabe schreibt Bernd Rösch ob das Klima Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Spieler hat:

"Was ist denn hier los, als wir vor 14 Tagen bei euch spielten, gab es schon Vorboten des Frühlings und nun herrscht hier leichter Schneefall bei minus 20 Grad Celsius", wunderte sich der Schweizer Schlussmann Jonas Hiller am 26. März 2014, kurz bevor er mit seinen Anaheim Ducks ein weiteres Gastspiel bei den Calgary Flames gab.

Der Leistung des in Südkalifornien beheimateten Teams tat die rasche Veränderung der klimatischen Verhältnisse in Alberta keinen Abbruch. Die sonnenverwöhnten Ducks bezwangen die Flames mit 3:2, nachdem sie zwei Wochen zuvor, bei deutlich angenehmeren Temperaturen um die plus 20 Grad, mit 2:7 Toren von den Hausherren noch kräftig eine eingeschenkt bekommen hatten.

Welcher Mitteleuropäer wünscht sich nicht die Wärme des Sommers zurück, wenn die Abende länger und die Tage kälter werden? Wer stellt sich denn nicht gerne vor, dass er im Winter-Halbjahr unter Palmen seiner Arbeit nachgeht und anschließend den Feierabend an einer Strandbar mit Blick auf den Sonnenuntergang verbringen kann?

Sieben Klimazonen umfasst das Gebiet, in denen die 31 NHL-Franchisenehmer ihr Zuhause haben - vom kühlen Kontinentalklima in Winnipeg bis hin zum feuchten Passatklima in Sunrise. Die Spieler der Ducks ließen sich damals vom Wetterumschwung in Calgary nicht beeindrucken - Profis halt!

Inwieweit hat die Örtlichkeit tatsächlich Einfluss darauf, wie sich die Spieler fühlen, wie sie sich vorbereiten und wie sie ihr Potenzial ausschöpfen?

Gabriel Landeskog von den Colorado Avalanche glaubt nicht daran, dass der Spielort eine recht große Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit hat. "Letztendlich macht das Klima nichts aus. Man versucht überall seine Vorbereitung auf ein Spiel gleich zu gestalten. Sicher, es ist schön, wenn man einen freien Tag in Florida hat, man geht raus und genießt, was Florida so bietet, man geht an den Strand, aber insgesamt macht es keinen großen Unterschied", erzählte er NHL.com/de. Colorados Teamkapitän schränkte seine Meinung zu diesem Thema jedoch noch etwas ein: "Ich habe bisher immer nur für die Avalanche gespielt. Alles, was ich zu diesem Thema weiß, ist daher aus dieser Perspektive."

Video: CAR@COL: Landeskog kommt an den freien Puck vorm Tor

Anaheims Verteidiger Josh Manson genießt die Vorzüge einer sportlichen Heimat, in der auch im Winter die Temperaturen nicht in den Keller fallen, und es weniger als eine Handvoll Regentage pro Monat gibt.

"Die Vorteile in wärmeren Gefilden zu spielen, überwiegen definitiv die Nachteile. Das ganze Jahr über ist es schön. Ich bin ein großer Freund des Golfsports. Sobald wir mehrere Tage hintereinander frei haben, spiele ich Golf. Das macht schon einen Unterschied aus. Du startest mit einem ganz anderen Gemüt in den Tag, wenn morgens die Sonne durchs Fenster schaut und dich aufweckt", sagte der 26-Jährige Kanadier, der weiß wovon er spricht. "Ich komme aus Saskatchewan und kenne daher die rauen Winter. Wenn man dort um vier Uhr morgens aufwacht, dann hat es draußen minus 40 Grad. Also ich habe den Winter gesehen und ich kann dir sagen, warm ist besser."

Bo Horvat von den Vancouver Canucks hat das Glück, in der während einer NHL-Saison wärmsten, aber auch niederschlagreichsten Region Kanadas seinem Sport nachgehen zu dürfen. "Man ist doch mit den Gedanken stets beim Eishockey. Selbstverständlich ist es ganz nett, wenn man ins Stadion geht und es scheint dabei die Sonne, doch andererseits glaube ich nicht, dass das Wetter etwas damit zu tun hat, wie gut man spielt. Jeder von uns liebt es aufs Eis zu gehen, jeder möchte hier dabei sein und jeder möchte tagein, tagaus gewinnen", stellte Vancouvers Center den sportlichen Erfolg in den Vordergrund.

Es nützt das schönste Wetter nichts, wenn das Umfeld, in dem der Sportler Höchstleistungen erbringen muss, nicht stimmt, weiß auch Jan Rutta. Der Verteidiger gab vergangene Saison im Alter von 27 Jahren als ungedrafteter Spieler bei den Chicago Blackhawks sein NHL-Debüt.

Mit der Wahl seines Arbeitgebers zeigte er sich hochzufrieden: "Wir haben in Chicago großartige Einrichtungen, da macht mir das Wetter nichts aus. Man setzt sich ins Auto, fährt zur Anlage und dort findest du alles vor, was man braucht, um sich zu erholen oder was man sonst so tun möchte. Das Wetter ist kein großer Faktor. Klar kannst du an Orten wie Dallas oder Arizona in Shorts rumlaufen, doch ich komme aus der Tschechischen Republik und von dort bin ich gewohnt, dass es im Sommer warm und im Winter halt kalt ist. In Chicago ist es ähnlich, also passt das ganz gut."

 

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