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Blackhawks hängen weiter im Tabellenkeller fest

Nach der siebten Niederlage in Folge steckt Chicago und der Trainer Jeremy Colliton in einem Dilemma

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Jeremy Colliton, seit dem 6. November 2018 als Nachfolger des erfolgreichen Trainers Joel Quenneville bei den Chicago Blackhawks angestellt, ist derzeit wahrlich nicht zu beneiden. 

Als er die Mannschaften übernahm, lautete die Bilanz seines Vorgängers sechs Siege und sechs Niederlagen nach regulärer sowie drei weitere nach der Extra-Spielzeit (6-6-3). 

Etwas mehr als einen Monat und 16 Spiele später stehen seit dem Wochenende die Blackhawks mit 23 Punkten auf dem letzten Platz in der Western Conference. Das Team konnte unter Colliton nur drei Siege bei 13 Niederlagen (3-11-2) einfahren - eine verheerende Bilanz. Der Rückstand auf die Wildcard-Plätze zur Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs beträgt bereits zwölf Zähler.

Am Sonntag im Heimspiel gegen die Montreal Canadiens gab es für die Blackhawks mit einem 2:3 die siebte Niederlage in Folge (0-7-0) und ihre neunte in den letzten zehn Partien (1-9-0). Dabei muss den Blackhawks attestiert werden, ein gutes Spiel abgeliefert zu haben, bis auf die Tatsache, dass sie zu wenig Kapital aus ihren Chancen sowie den Powerplaysituationen geschlagen haben. Ein Phänomen, das ihr steter Begleiter seit Saisonbeginn ist.

 

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"Ich denke unser Schlüssel zu den zwei Punkten heute war Carey Price", lobte Montreals Stürmer und frühere Blackhawks-Spieler Andrew Shaw seinen Torhüter, der 36 Saves verbuchte. "Er war einfach unglaublich. Das Unterzahlspiel war großartig. Wir haben ihnen acht Überzahlspiele gegeben und uns damit selbst in den Fuß geschossen, doch wir haben es auch wegen unserem Torhüter überlebt."

Chicago erwischte wieder einmal einen schlechten Start und geriet im zehnten Spiel in Folge in Rückstand. Gegen Montreal sogar mit 2:0. Es war das neunte Mal in den letzten zehn Auftritten, dass sie mindestens zwei Tore im ersten Drittel kassierten.

"Es ist als hätten wir nicht darüber gesprochen und das ist sehr, sehr frustrierend, besonders wenn es immer wieder passiert", haderte Stürmer Patrick Kane. "Ich bin sicher, dass wir weiter daran arbeiten und versuchen werden, es abzustellen, neue Wege zu gehen und vielleicht Dinge zu ändern. Ich weiß es nicht. Es ist frustrierend, dass es immer wieder passiert."

 

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Doch möglicherweise sind es gerade die laufend vorgenommenen Veränderungen, die die Mannschaft gerade zu Beginn einer Begegnung verunsichern. Colliton hat in den vergangenen Wochen seines Wirkens viel ausprobiert und die Reihen durcheinander gewürfelt. Davon betroffen war selbst Stürmer Dominik Kahun, der am Sonntag erstmals wieder an der Seite von Kane stürmte und diesem auch prompt das Tor zum 2:2-Ausgleich auflegte. Für den Deutschen war es der erste Zähler nach vier punktlosen Spielen.

Colliton und sein Trainerteam müssen schon intensiv darüber diskutieren, ob ihre häufigen Wechsel der Reihen eher zur Verunsicherung, denn zur Stabilität beitragen. Allerdings die Tore selbst schießen kann er nicht. Zum dritten Mal in dieser Saison unterlagen die Blackhawks, obwohl sie mindestens 38 Mal auf den gegnerischen Kasten schossen. Am 1. November gegen die Edmonton Oilers waren es deren 40 und am 21. November gegen die Washington Capitals 39.

Chicago hatte gerade im Schlussabschnitt genug Chancen, das Spiel zu seinen Gunsten zu entscheiden, doch Price war nicht mehr zu überwinden, auch nicht bei fünf Powerplays der Blackhawks. Sie setzten damit ihre Misere bei einem Mann mehr auf dem Eis fort, obwohl Kane beim 1:2-Anschlusstreffer den Bann gebrochen zu haben schien, nachdem sie in acht der letzten neun Spiele nicht in Überzahl getroffen hatten.

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"Es ist enttäuschend", merkte Colliton, auf den fehlenden Torerfolg bei fünf Powerplays im dritten Drittel angesprochen, an. "Man wünschte sich der Puck wäre reingegangen. Ich denke wir haben eigentlich genug Einsatz gezeigt. Wir hätten es verdient gehabt, wenn einer reingerutscht wäre und wir hatten ein paar Rebounds, die wir nicht vollenden konnten. Unglücklich, dass wir am Ende noch das Tor kassiert haben. Das war dann noch die Krönung des Ganzen."

In der Tat, denn Jeff Petry erzielte 77 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer für die Canadiens und traf die Blackhawks damit mitten ins Herz. Es war ein weiterer Nackenschlag für das ambitionierte Team.

Trotzdem kann die Devise nur lauten: Mund abwischen und weitermachen. Doch die Aufgaben werden nicht einfacher. Am Dienstag geht es zu den heimstarken Winnipeg Jets (10-4-2).

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