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Sharks' Achillesferse Powerplay

San Jose muss sich in Spiel 5 in Sachen Überzahl und Effektivität steigern

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Die San Jose Sharks blieben in Spiel 4 bei den Colorado Avalanche ohne Torerfolg und mussten sich 0:3 geschlagen geben (Serien-Stand 2:2). Vor Spiel 5 müssen die Nord-Kalifornier vor allem an ihrer Effektivität arbeiten. Eine Achillesferse ist auch das eigene Powerplay, das gegen die Avs erst ein einziges Mal klickte.

Gegen Colorado weist San Jose in vier Spielen eine Powerplay-Erfolgsquote von nur 9,1 Prozent aus. Nur eine von elf Möglichkeiten konnten die Sharks in ein Tor ummünzen. Ein schwacher Wert. In der ersten Playoff-Runde gegen die Vegas Golden Knights standen noch 23,5 Prozent (8/34) zu Buche. Allerdings erzielten die Kalifornier vier der acht Überzahltore während einer Fünfminuten-Strafe in Spiel 7, als sich San Jose regelrecht in einen Rausch spielte und vier Tore binnen 4:01 Minuten knipste. Klammert man dieses Spiel 7 aus, haben die Sharks in den gesamten Playoffs 2019 nur 14,7 Prozent ihrer Powerplays (5/34) genutzt. Das Überzahlspiel zählt also zu den Baustellen.

 

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Das zeigte auch das jüngste Spiel der Serie gegen die Avalanche, in dem San Jose bei zwei Powerplay-Möglichkeiten blass blieb (0/2). Die erste Überzahl-Reihe bildeten Logan Couture, Tomas Hertl und Gustav Nyquist im Sturm sowie Erik Karlsson und Kevin Labanc an der blauen Linie. Die zweite Formation bestand aus Evander Kane, Joe Thornton und Timo Meier vorne sowie Brent Burns und Marc-Edouard Vlasic hinten. Allerdings kamen diese nie in die angedachte Aufstellung: Colorado agierte im Penalty Killing mit drei bis vier "Wellenbrechern" an der blauen Linie, störte den Aufbau der Sharks damit empfindlich und ließ sie kaum in die Zone kommen. Überquerten die Kalifornier mal die blaue Linie, wurde der puckführende Spieler sofort mit größtmöglicher Aggressivität unter Druck gesetzt. Es resultierten Fehlpässe und Puckverluste. San Jose konnte somit keine Überlegenheit aufbauen und wurde auch nicht gefährlich.

Eine Möglichkeit, diese Unterzahl-Taktik der Avalanche zu überwinden, wäre verstärkt mit Dumps zu arbeiten. Der Puck wird dabei tief in die Rundung gespielt und mehrere Angreifer jagen hinterher. Angesichts der Schnelligkeit und Beweglichkeit der Avs besteht hier natürlich das Risiko, überhaupt nicht an die Scheibe zu kommen. Sharks-Trainer Peter DeBoer muss eine Lösung finden. Mit dem verletzten Kapitän Joe Pavelski fehlt ihm natürlich auch eine gefährliche Überzahl-Waffe: "Pav" gilt als "Deflection"-Experte und kann Pucks wohl besser abfälschen als jeder andere Stürmer in dieser Liga. Wann "Captain America" - wie der US-Amerikaner aufgrund seiner Fähigkeiten in Anlehnung an die Comic-Figur genannt wird - zurückkehren wird, steht noch nicht fest.

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Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass das schwächelnde Powerplay nicht alleine für die schwache Torproduktion verantwortlich ist. Ein Musterbeispiel bieten hier die Carolina Hurricanes, die in der Zweitrunden-Serie gegen die New York Islanders noch kein einziges Überzahl-Tor erzielen konnten (0/9), aber mit 3:0 in Führung liegen. San Jose aber hadert auch bei Gleichzahl mit der Chancenverwertung: In Sachen Schüsse führen die Sharks mit 124:115 gegen die Avalanche - in Sachen Tore fällt dieser Vorsprung mit 12:11 aber deutlich knapper aus. Zum Playoff-Monster mutierte Colorados Torwart Philipp Grubauer, der in dieser Serie auf eine Fangquote von 91,8 Prozent kommt und in Spiel 4 seinen ersten Karriere-Playoff-Shutout feierte. Auch San Joses Torwart Martin Jones zeigt eine sehr ansprechende Leistung (91,4 Prozent Fangquote in vier Partien).

Für Spiel 5 müssen die Sharks vor allem effektiver werden. "Wir haben es einfach nicht hinbekommen", sagte DeBoer nach Spiel 4 und blickt voraus: "Wir haben dort unseren Heimvorteil zurückerobert, fahren jetzt nach Hause und machen dort unsere Hausaufgaben." Genauso sieht es auch Verteidiger Karlsson: "Wir müssen daraus lernen und zuhause in San Jose mit einem besseren Einsatz auflaufen."

 

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Puck-Drop in Spiel 5 ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag (4 Uhr MESZ) im SAP Center von San Jose. Im "Haifischbecken" wird jedes Powerplay mit einer Beiß-Geste der Zuschauer zelebriert - womöglich wird das Überzahlspiel der Nord-Kalifornier dann wieder bissiger.

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