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Große Investitionen, große Erfolge?

Teure Free Agents führen nicht automatisch zum Erfolg

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Ihre Hausaufgaben dürften alle 31 General Manager bereits gemacht haben, doch erst am 1. Juli öffnet der Free-Agent-Markt. Ab diesem Zeitpunkt können die Klubs vertragslose Spieler an Land ziehen. Schon die letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Klubs den Geldbeutel weit aufgemacht haben, um sich die Top-Spieler zu sichern. Doch nicht immer hat sich die Investition auch gelohnt.

Unrestricted Free Agents dürfen mit allen 31 NHL-Teams frei verhandeln. Während unter den Klubs das Wetteifern um den jeweiligen Wunschspieler beginnt, kann sich dieser für das beste Angebot oder eine bevorzugte Mannschaft entscheiden. In Sachen Gehalt sind jedenfalls fast keine Grenzen gesetzt - das jeweilige Franchise muss lediglich aufpassen, die Gehaltsobergrenze (Cap Space) einzuhalten. Schon die letzten drei Jahre haben gezeigt, dass viele Teams viel Geld auf dem Free-Agent-Markt ausgegeben haben. Doch nicht immer bedeutete eine große Investition auch großen sportlichen Erfolg.

 

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2017: Dallas im Kaufrausch - Thornton kostet acht Millionen

Im Jahr 2017 etwa gaben die Dallas Stars (sechs Spieler für Verträge im Gesamtwert von 50,5 Millionen US-Dollar), Toronto Maple Leafs (acht Spieler, 32,1 Millionen), New York Rangers (fünf Spieler, 30,9 Millionen), Montreal Canadiens (sieben Spieler, 29,4 Millionen) und Vancouver Canucks (sieben Spieler, 24,7 Millionen) am meisten Geld für vertragslose Akteure aus.

Krösus Dallas leistete sich unter anderem mit Alexander Radulov (fünf Jahre, 31,25 Mio. gesamt, 6,25 Mio./Jahr) und Martin Hanzal (drei Jahre, 14,25 Mio. gesamt, 4,75 Mio./Jahr) zwei echte Schwergewichte, was das Jahressalär angeht. Die Rangers zogen Kevin Shattenkirk an Land (vier Jahre, 26,6 Mio. gesamt, 6,65 Mio./Jahr). Und Toronto sicherte sich die Unterschrift von Patrick Marleau (drei Jahre, 18,75 Mio. gesamt, 6,25 Mio./Jahr). 

Von den Top 5 der "Shopping-Queens" schaffte es jedoch mit den Maple Leafs nur eine Mannschaft in die Playoffs. Toronto zog dort bereits in der 1. Runde gegen die Boston Bruins den Kürzeren (3:4). Die anderen vier Teams schafften den Cut für die Endrunde nicht.

Ein Sonderfall ist die Verpflichtung von Joe Thornton, dem teuersten Free Agent im Jahr 2017: Die San Jose Sharks verlängerten mit ihrem langjährigen Center und ließen sich ein weiteres Vertragsjahr satte acht Millionen US-Dollar kosten. Zwar drangen die Fins bis ins Conference-Halbfinale vor (2:4 gegen die Vegas Golden Knights), doch war Thornton da seit Monaten schon nicht mehr auf dem Eis. Der 38-Jährige fiel wegen einer Knie-OP seit dem 23. Januar aus. Nun ist Thornton erneut ein Free Agent.

2016: Edmonton macht den Geldbeutel auf

Im Jahr 2016 machten die Edmonton Oilers (sechs Spieler, 48,1 Mio.), New York Islanders (sechs Spieler, 46,4 Mio.), Buffalo Sabres (vier Spieler, 43,9 Mio.) und Florida Panthers (vier Spieler, 42,9 Mio.) den Geldbeutel am weitesten auf. Die Shoppingtour zahlte sich auch hier nur bedingt aus: Während die Oilers bis ins Conference-Halbfinale vordrangen (3:4 gegen die Anaheim Ducks), war für die Islanders, Sabres und Panthers bereits nach der Hauptrunde Schluss.

Gleich vier Spieler unterschrieben für sechs Millionen US-Dollar Jahresgehalt: Edmontons Milan Lucic (sieben Jahre, 42 Mio. gesamt), Buffalos Kyle Okposo (sieben Jahre, 42 Mio. gesamt), Vancouvers Loui Eriksson (sechs Jahre, 36 Mio. gesamt) und Bostons David Backes (fünf Jahre, 30 Mio. gesamt). Zumindest Lucic und Backes spielten mit ihren Teams noch in den Playoffs, wenn auch nicht lange. Letzterer verabschiedete sich mit den Bruins bereits in Runde 1 (2:4 gegen Ottawa). 

 

[Ähnliches: Ward als einziger Stanley Cup Gewinner]

 

2015: Sharks-Investitionen zahlen sich aus

2015 investierten vor allem Edmonton (zwei Spieler, 38,4 Mio.), San Jose (sechs Spieler, 31,6 Mio.), die Arizona Coyotes (zehn Spieler, 25,8 Mio.), Detroit Red Wings (sechs Spieler, 24,7 Mio.) und Calgary Flames (zwei Spieler, 22,2 Mio.) in vertragslose Kufenflitzer. Der Sprung in die Playoffs gelang aber lediglich Detroit (1:4-Erstrunden-Aus gegen die Tampa Bay Lightning) und San Jose. Die Sharks sind das einzig positive Beispiel aus den letzten drei Jahren, dass sich ausschweifende Einkaufstouren auf dem Free-Agent-Markt am Ende auch auszahlen können. Die Nord-Kalifornier nämlich kamen 2015/16 dem Stanley Cup ganz nahe und mussten sich erst im Finale den Pittsburgh Penguins geschlagen geben (2:4). 

San Jose leistete sich damals mit Paul Martin (vier Jahre, 19,4 Mio. gesamt, 4,85 Mio./Jahr) einen erfahrenen Verteidiger, der dem offensivstarken Brent Burns den Rücken freihielt. Zudem brachte Joel Ward (drei Jahre, 9,825 Mio. gesamt, 3,275 Mio./Jahr) viel Grit mit und löste damit das Physis-Defizit bei den Sharks. 

Die vier teuersten Spieler in jenem Jahr waren allesamt Verteidiger. Dazu zählte neben Martin auch Detroits Mike Green (drei Jahre, 18 Mio. gesamt, 6 Mio./Jahr), Edmontons Andrej Sekera (sechs Jahre, 33 Mio. gesamt, 5,5 Mio./Jahr) und Francois Beauchemin (drei Jahre, 13,5 Mio. gesamt, 4,5 Mio./Jahr) von den Colorado Avalanche. Der spätere sportliche Erfolg ist bekannt.

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