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Die Edmonton Oilers haben im Stanley Cup Finale 2024 einen Sweep abgewendet, Spiel 4 gegen die Florida Panthers am Samstagabend im Rogers Place mit 8:1 gewonnen und in der Best-of-7-Serie somit auf 1-3 gestellt. Die Oilers profierten dabei von einem Traumstart, bei dem Mattias Janmark eine heiße Partie entzündete. Für Connor McDavid (1-3-4), Leon Draisaitl (0-2-2) und das Powerplay gab es derweil Final-Premieren.

„Es ist erstmal ein Sieg. Mehr nicht. Es ist egal, ob du acht Tore schießt oder nur eines. Es ist nur ein Sieg“, so Kapitän McDavid.

Knoblauch ordnet drei von vier Sturmreihen neu

Oilers-Trainer Kris Knoblauch vertraute auf dasselbe Personal, das Spiel 3 mit 3:4 verloren hatte. Allerdings stellte er drei von vier Sturmreihen neu zusammen: Connor McDavid spielte mit Zach Hyman und Warren Foegele. Leon Draisail centerte die zweite Reihe neben Ryan Nugent-Hopkins und Dylan Holloway. Die vierte Linie setzte sich aus Derek Ryan, Corey Perry und Ryan McLeod zusammen. Im Tor erhielt erneut Stuart Skinner (32 Saves, 97 Prozent Fangquote) den Start.

Panthers-Headcoach Paul Maurice sah auch im vierten Spiel dieser Final-Serie keinen Grund für personelle Wechsel und setzte auch im Tor weiterhin auf Starter Sergei Bobrovsky (elf Saves, 68,8 Prozent Fangquote).

SCF Sp4: Holloway erhöht für Oilers auf 3:1

1. Drittel: Spektakel dank Janmarks Ouvertüre

Florida gab zuerst seine Visitenkarte ab und kam schon früh zu einer Dreifach-Chance durch Sam Bennett, Gustav Forsling und Vladimir Tarasenko (2.). Im anschließenden Powerplay näherten sich Sam Reinhart (3.), Matthew Tkachuk und erneut Reinhart (4., jeweils Pfosten-Schüsse) an.

Edmonton überstand die gegnerische Anfangsoffensive somit unbeschadet und schlug in Unterzahl zurück: In einer 2-auf-1-Situation im Penalty Killing servierte Connor Brown gewieft für Mattias Janmark, der ins halbleere Tor zum 1:0 einschoss (4.). Wenig später traf Draisaitl im Powerplay den Außenpfosten (6.).

Diesen Schwung nahmen die Oilers direkt mit: Janmark verzögerte auf links gekonnt, bis sich Henrique im Rücken von Anton Lundell davonschlich und in den Slot stach. Das scharfe Zuspiel drückte Adam Henrique aus der Nahdistanz zum 2:0 ins Ziel (8.). Damit stach die einzige Reihe, die Knoblauch unangetastet ließ (Janmark/Henrique/Brown). Der Rogers Place stand Kopf.

„Tore im PK schmerzen ein bisschen mehr. Weil es auch noch das erste Tor der Partie war, war das enorm wichtig“, betonte Janmark.

Die Panthers nutzten eine TV-Unterbrechung, um sich ein wenig zu sammeln und fanden dann eine Antwort: Einen Schuss von der blauen Linie von Gustav Forsberg fälschte Tarasenko unhaltbar zum 1:2 ab (12.). Kurz darauf hatte Florida eine 2-auf-1-Situation, in der Skinner gegen Carter Verhaeghe mit einem Monster-Save rettete (13.).

„Eine enorm wichtige Parade“, so Hyman. „Dieser Save hat den Unterschied gemacht. Er war heute der bessere Torwart.“

Ein spektakulärer Anfangsabschnitt ging in die nächste Phase über, in der Edmonton wieder aufs Gaspedal drückte. Draisaitl legt in einer 2-auf-1-Situation quer zum Dylan Holloway, der Bobrovsky mit einer Vorhand-Rückhand-Bewegung überwand – 3:1 (15.). Für den 28-jährigen Kölner war es der erste Scorerpunkt im Stanley Cup Finale 2024.

„Sie sind über das komplette Eis geflogen“, musste Floridas Tkachuk anerkennen. „Sie haben unglaublich gespielt. Jeder von ihnen, in allen vier Sturmreihen und drei Verteiger-Paaren haben verrückt-gute Spielzüge gezeigt. Sie haben überragend ausgesehen, wir konnten darauf keine Antwort geben.“

2. Drittel: McDavid und Nurse sorgen für Bobrovsky-Auswechslung

Mit Wiederbeginn legten die Oilers direkt nach: McDavid tauchte frei vor Bobrovsky auf, jagte den Puck ins Torwarteck und erzielte so seinen ersten Treffer im Stanley Cup Finale 2024 zum 4:1 (22.).

Während Florida ein wenig verunsichert wirkte, trug Edmonton selbstbewusste Angriffe vor. Draisaitl hatte in einer 2-auf-1-Situation den fünften Treffer auf dem Schläger, scheiterte aber an Bobrovsky (25.). Genauer zielte Sekunden später Darnell Nurse: Der Verteidiger schlenzte die Scheibe aus dem hohen Slot in den linken Winkel – 5:1 (25.). Damit war auch der Arbeitstag von Bobrovsky beendet, Maurice wechselte Backup Anthony Stolarz (16 Saves, 84,2 Prozent Fangquote) ein.

„Er hatte genug“, erklärte Maurice seine Maßnahme. „Wenn du ein Comeback starten willst, dann nicht mehr wegen des Torhüters, das muss auf der anderen Seite des Eises passieren.“

Der Sturmlauf der Oilers war damit aber längst nicht beendet: Im Powerplay setzte McDavid den Puck mit einem verzögerten Schuss ans rechte Lattenkreuz (30.), Draisaitls Direktabnahme aus dem Slot zischte haarscharf vorbei (31.).

Nach einer Rudelbildung vor dem Panthers-Tor kassierte Florida gleich zwei kleine Strafen. In 5-gegen-3-Überzahl gelang Edmonton das erste Powerplay-Tor im Stanley Cup Finale: Draisaitl schien Stolarz mit einer Direktabnahme aus seiner „Rockstar Zone“ schon überwunden zu haben, doch drückte final Nugent-Hopkins den Puck zum 6:1 über die Linie (34.).

„Das war heute Scoring aus der Tiefe“, so Janmark. „Die Top-Jungs tragen meist die Hauptlast, aber es gibt auch Spiele, in denen jeder etwas beitragen muss. Heute war so ein Spiel. Das war wichtig, hoffentlich können wir das beibehalten.“

3. Drittel: Skinner reißt die Fans mit

Im Schlussdurchgang versuchten die Panthers das Momentum mit einem schnellen Treffer noch einmal auf ihre Seite zu ziehen. Im Powerplay aber scheiterte erst Carter Verhaeghe (41.), dann Aleksander Barkov (42.) und schließlich auch noch Lundell (43.) am glänzend aufgelegten Skinner.

Die Oilers schalteten derweil ein Stück weit in den Energiesparmodus und trugen nur noch punktuelle Angriffe vor, während sich Florida reihenweise die Zähne an Skinner ausbiss. Sehenswert war insbesondere seine nächste Glanzparade gegen Tkachuk (52.).

Also setzte Edmonton kurz vor Schluss noch die Kirsche auf die Sahnetorte: Erst stellte Holloway per Tip-in auf 7:1 (55.), dann knüppelte McLeod den Puck zum 8:1-Endstand in die Maschen (57.).

„Es ist überragend zu sehen, was passiert, wenn du dich nicht immer selbst schlägst. Wir haben heute gedrückt. Wenn wir unsere Fehler abstellen und besser mit dem Puck umgehen, haben wir eine gute Chance“, glaubt Hyman.

Für Spiel 5 wechselt die Serie zurück nach Süd-Florida. Faceoff ist am Dienstagabend (8 p.m. EDT; Mittwoch, 2 Uhr MESZ; live auf Sky Sport, ProSieben, MySports, NHL.tv) in der Amerant Bank Arena in Sunrise.

„Ich glaube überhaupt nicht an Momentum“, sagte Maurice. „Wir müssen wieder zu unserem Spiel finden und den Kampf wieder annehmen. Ich habe noch ein Klischee für euch: Wir sind nach Edmonton gekommen, um mindestens ein Spiel zu stehlen. Das ist uns gelungen. In vielen Klischees steckt auch ein bisschen Wahrheit. Wir haben ein Spiel verloren, jetzt gibt es ein Spiel 5.“

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