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Die NHL zu Gast in Europa

Zufall oder Zauber? Erstaunlich viele positive Auswirkungen auf die Teilnehmer

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Die Auswirkungen der Europa-Spiele auf die NHL-Klubs

Am Donnerstag- und Freitagabend (19 Uhr, MEZ) ist die NHL zu Gast in Finnland. In der Hauptstadt Helsinki treffen sich die Florida Panthers und Winnipeg Jets zu zwei Punktspielen. Die Idee von NHL-Partien in Europa ist nicht neu und existiert bereits seit 80 Jahren. Erstaunlicherweise hatte der Trip für die teilnehmenden Teams oft sehr positive Auswirkungen...

Vor 2000: Ganze Serien in Europa

Erstmals in der Geschichte der NHL machten sich die Detroit Red Wings und Montreal Canadiens im April 1938 auf, um Spiele in Europa auszurichten. An den drei Standorten Earls Court, Brighton (beide England) und Paris (Frankreich) begegneten sich beide Teams insgesamt neunmal. Die Canadiens entschieden diese Serie mit 5-3-1 für sich. Die Mannschaften trafen sich später im Playoff-Viertelfinale wieder, Detroit setzte sich mit 2:1 durch und zog anschließend gegen Toronto mit 1:2 den Kürzeren.

Zwischen Ende April und Ende Mai 1959 bestritten die Boston Bruins und New York Rangers gleich 23 Spiele in Europa. Auf ihrer Tour machten die beiden Klubs Station in London (England), Genf, Zürich (beide Schweiz), Paris (Frankreich), Antwerpen (Belgien), Dortmund, Essen, Krefeld, Berlin (alle Deutschland) und Wien (Österreich) und spielten immer gegeneinander. Die Serie ging mit 11-9-3 an die Rangers. Ein Trip, der offenbar nachhing, denn in der Saison 1959/60 scheiterten ausgerechnet diese beiden Klubs als einzige an der Playoff-Qualifikation.

 

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Nach einer längeren Pause ging es in den Achtziger Jahren wieder auf den alten Kontinent. 1980 trafen sich die Washington Capitals und Minnesota North Stars (Vorgänger der Dallas Stars) im schwedischen Stockholm. Washington gewann mit 4:3 n.V., schaffte es später allerdings nicht in die Playoffs. Dort drangen die North Stars bis ins Stanley-Cup-Finale vor (1:4 gegen die New York Islanders).

Ein Jahr später war Stockholm erneut Austragungsort der Begegnung New York Rangers gegen Washington Capitals (4:1). Für Washington war daraufhin wiederum nach der regulären Saison Schluss, die Rangers kamen bis in die zweite Playoff-Runde (2:4 gegen die Islanders).

In den Neunziger Jahren verdoppelte sich die Anzahl der NHL-Spiele in Europa auf vier. Den Anfang machten die St. Louis Blues und Edmonton Oilers im Jahr 1990 in Düsseldorf. Dort feierten die Blues einen 10:1-Kantersieg. Später drang St. Louis noch bis ins Division-Finale vor (2:4 gegen die Minnesota North Stars), Edmonton schaffte es gar eine Runde weiter ins Conference-Finale (1:4 gegen die North Stars).

1992 war die englische Hauptstadt London der Schauplatz zweier Partien zwischen den Chicago Blackhawks und Montreal Canadiens (2:3, 5:4 n.V.). Beide Teams sollten es im weiteren Verlauf in die Playoffs schaffen. Chicago wurde in der ersten Runde gesweept (0:4 gegen St. Louis), die Canadiens stemmten weniger später den Stanley Cup in die Höhe (4:1 gegen die Los Angeles Kings).

Ein Jahr später hieß es in London zweimal New York Rangers gegen Toronto Maple Leafs (5:3, 3:1). Die Rangers räumten daraufhin die Presidents' Trophy für das beste Team der Hauptrunde ab und kürten sich später auch zum Meister (4:3 gegen die Vancouver Canucks). Toronto scheiterte im Conference-Finale an Vancouver (1:4).

1998 ging es dann nach Österreich, wo die Tampa Bay Lightning und Buffalo Sabres ein Spiel in Innsbruck austrugen (5:1). Während sich Tampa nicht für die Endrunde qualifizieren konnte, ging es für Buffalo beinahe bis zum ultimativen Ziel: Erst im Stanley-Cup-Finale war gegen die Dallas Stars Schluss (2:4).

 

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2000 - 2007: Freundschaftsspiele mit Playoff-Garantie

Zwischen 2000 und 2007 gab es zwar NHL-Besuch auf europäischen Boden, allerdings spielten dort keine NHL-Teams gegeneinander.

2001 machten die Colorado Avalanche ein Testspiel gegen den schwedischen Klub Brynäs Gävle und setzten sich mit 5:3 durch. Die reguläre Saison schloss Colorado dann als Erster der Northwest Division ab und drang bis ins Western Conference Finale vor (3:4 gegen die Detroit Red Wings).

2003 nahmen es die Toronto Maple Leafs in Finnland mit Jokerit Helsinki (5:3) sowie jeweils in Schweden mit Djurgarden Stockholm (9:2) und Farjestad Karlstad (3:0) auf und bestritten alle drei Duelle siegreich. Für die Maple Leafs ging es am Ende bis in die zweite Playoff-Runde (2:4 gegen die Philadelphia Flyers).

Seit 2007: Erstaunlich viele Stanley-Cup-Sieger

In der Saison 2007/08 eröffnete die NHL erstmals ihre reguläre Saison in Europa. In der englischen Hauptstadt London traf der frisch gebackene Stanley-Cup-Sieger Anaheim Ducks zweimal auf den kalifornischen Lokalrivalen Los Angeles Kings. Beide Teams gewannen jeweils ein Spiel mit 4:1. Später wurde L.A. Letzter in der Pacific Division. Anaheim schaffte als Zweiter den Sprung in die Playoffs, schied dort aber gleich in der ersten Runde aus (2:4 gegen die Dallas Stars).

Ein Jahr später verdoppelte sich die Anzahl der Mannschaften und Spiele in Europa: Die New York Rangers trafen in der tschechischen Hauptstadt Prag zweimal auf die Tampa Bay Lightning (2:1, 2:1). Die Ottawa Senators und Pittsburgh Penguins duellierten sich in Stockholm (3:4 n.V., 3:1). Am Ende sollten Tampa Bay und Ottawa die Endrunde verpassen, die Rangers scheiterten in der ersten Playoff-Runde (3:4 gegen die Washington Capitals), Pittsburgh krönte sich zum Stanley-Cup-Champion (4:3 gegen die Detroit Red Wings).

In der Saison 2009/10 machten sich die Chicago Blackhawks und Florida Panthers (3:4 n.P., 4:0) auf den Weg in die finnische Hauptstadt Helsinki. Die Detroit Red Wings und St. Louis Blues (3:4, 3:5) statteten erneut Stockholm einen Besuch ab. In der Endabrechnung verpassten die Panthers und Blues die Playoffs. Die Red Wings stießen bis ins Conference-Halbfinale vor (1:4 gegen die San Jose Sharks), die Blackhawks holten den Stanley Cup (4:2 gegen die Philadelphia Flyers).

2010/11 setzte die NHL noch einen drauf und schickte gleich sechs Teams nach Europa: Die Carolina Hurricanes und die Minnesota Wild duellierten sich in Helsinki (4:3, 2:1 n.P.). Die Columbus Blue Jackets und San Jose Sharks trafen sich in Stockholm (2:3, 3:2 n.V.). Die Boston Bruins und Phoenix Coyotes begegneten sich in Prag (2:5, 3:0). Schlussendlich verpassten die Hurricanes, Blue Jackets und Wild die Endrunde. Dort schieden die Coyotes in Runde eins aus (0:4 gegen Detroit), die Sharks im Conference-Finale (1:4 gegen die Vancouver Canucks) und die Bruins holten den Stanley Cup (4:3 gegen Vancouver).

Im Jahr 2011 wurde Berlin in den Spielplan aufgenommen. In der deutschen Hauptstadt stieg die Begegnung zwischen den Buffalo Sabres und Los Angeles (4:2). Außerdem spielten Anaheim gegen Buffalo in Helsinki (1:4) sowie L.A. (3:2 n.V.) und Anaheim (2:1 n.P.) jeweils gegen die Rangers in Stockholm. Am Ende schafften Anaheim und Buffalo nicht den Cut für die Playoffs. Die Rangers holten zwar die Presidents' Trophy, scheiterten dann aber im Conference Finale an den New Jersey Devils (2:4). L.A. kürte sich gegen die Devils zum Champion (4:2). Unglaublich: Die Kings waren damit die vierte (!) Mannschaft in Folge, die ihre Saison in Europa startete und dann das ultimative Ziel erreichte.

Diese Serie sollte nach sechs Jahren Pause reißen. 2017 kehrte die NHL zurück nach Europa und ließ in Stockholm die Ottawa Senators und Colorado Avalanche gegeneinander antreten (4:3 n.V., 3:4). Ottawa wurde Vorletzter in der Eastern Conference und schaffte es nicht bis in die Endrunde. Colorado sicherte sich den letzten Wildcard-Spot und schied dann in der ersten Playoff-Runde gegen die Nashville Predators aus (2:4).

2018: Global Series in Schweden und Finnland

In der laufenden Saison 2018/19 gab es bereits ein Punktspiel in Europa: Im Rahmen der Global Series spielten die Edmonton Oilers gegen die New Jersey Devils (2:5) im schwedischen Göteborg. Anschließend erwischten beide Klubs einen guten Start in die Saison.

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Am 1. und 2. November ist dann die finnische Hauptstadt Helsinki der Austragungsort für zwei Partien zwischen den Florida Panthers und Winnipeg Jets. Ein gutes Omen für den weiteren Saisonverlauf?

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