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Sturm über Entwicklung und Aussichten der Bruins

Der deutsche Rekordspieler erinnert sich vor dem Finale an seine Zeit in Boston

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Mit Begeisterung erwarten Fans auf der ganzen Welt das nahende Finale der Stanley Cup Playoffs zwischen den Boston Bruins und den St. Louis Blues. NHL.com/de hat die spielfreie Zeit vor dem ersten Spiel am 27. Mai genutzt, um sich mit dem deutschen Rekordspieler Marco Sturm zu unterhalten, der selbst jahrelang das Trikot der Bruins trug und die Kernspieler der Mannschaft noch gut in Erinnerung hat.

"Es sind noch einige da, mit denen ich im Team war", erinnerte sich der ehemalige Nationaltrainer an seine Zeit in Massachusetts. "Ich war eine lange Zeit da, ich glaube fünfeinhalb Jahre. Da waren mit Chara, Bergeron, Marchand, Rask dem ganzen Betreuerstab schon dieselben Leute da. Sogar der Trainer war damals im Farmteam. Da sind schon noch einige Jungs da, die ich noch kenne."

Sturm hält mit 938 Spielen in der NHL den Rekord unter den deutschen Spielern. Dabei verbuchte er 487 Punkte (242 Tore, 245 Assists). In der Saison 2005/06 kam er von den San Jose Sharks nach Boston und blieb bis 2010. In 301 Spielen kam er für Boston auf 193 Punkte (106 Tore, 87 Assists). Daher weiß er auch genau, was für eine Stimmung dort vor dem Finale herrscht und wie hoch die Erwartungen sind.

 

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"Boston ist einfach eine Sportstadt", berichtete er von seinen Erfahrungen. "Wenn man von New York nach Boston kommt, ist das echt eine Kleinstadt. Es ist eine kleine Stadt, in der man merkt, wie Sportbegeistert die Leute sind. Sie haben im Football, Basketball, Baseball und natürlich Eishockey Teams, die alle immer oben mitspielen. Das ist Wahnsinn. Das merkt man auch in der Stadt, egal wo man hinkommt. Ich hatte aber immer das Gefühl, wenn die Bruins gut spielen, dass es einfach eine Eishockey-Stadt ist. Das war auch das Schöne an Boston, dass die Zuschauer überragend sind, dich anfeuern und mitfiebern und hinter der Mannschaft stehen wie kein anderer."

Sturm blieb der ganz große Wurf mit den Bruins verwehrt, er bekam den Stanley Cup nicht in Finger. Er war jedoch dabei, als der Grundstein für den Erfolg in den Playoffs 2011 gelegt wurde, als Dennis Seidenberg mit Boston den Titel holte. Bereits zu Sturms Zeiten in Boston waren die Schlüsselspieler der Meistermannschaft, wie Torwart Tuukka Rask, Verteidiger Zdeno Chara und die Stürmer David Krejci, Brad Marchand und Patrice Bergeron im Team. Heute erinnert sich Sturm an den Prozess des langsamen Aufbaus und seine liebsten Szenen aus Boston.

"Es gab einige Highlights. Ich bin damals hingekommen und wir haben die Playoffs verpasst, mussten wieder bei Null anfangen. Wir haben uns dann aber von Jahr zu Jahr gesteigert. Ich fand immer, nicht nur wegen meinem Tor, das Outdoor-Game, das Winter Classic, war eines der Highlights. In den anschließenden Playoffs haben wir zwar in der ersten oder zweiten Runde verloren, aber da hat man schon gemerkt, dass da einiges mehr drin ist. Die Mannschaft ist dann von Jahr zu Jahr besser geworden und hat den Cup gewonnen. Das waren für mich schöne Momente, wenn man in den Playoffs gesehen hat, wie die Mannschaft immer besser wird."

Als Assistenztrainer der Los Angeles Kings und ehemaliger Bundestrainer kennt Sturm auch die Herausforderungen, die beim Aufbau einer Mannschaft und auch beim Erhalt des Kerns einer erfolgreichen Mannschaft auftauchen. Das gilt besonders in Zeiten des Salary Caps, durch das die Teams bei Abschlüssen und Verlängerungen von Verträgen eingeschränkt werden.

"Ich finde schon, dass das Salary Cap für mehr Wettbewerb sorgt. Man sieht es jetzt, dieses Jahr war Verrückt, wie schon die letzten Jahre. Gibt es wirklich noch Favoriten? Bestimmt nicht mehr ganz so, wie es früher mal war. Es haben so viele Mannschaften das Finale erreicht, die am Ende gerade so die Playoffs erreicht haben. Das ist auch dank des Salary Caps so. Ich sehe es auch bei uns, da ist es wie in Boston. Die haben den Stanley Cup gewonnen und die Spieler verdienen natürlich anschließend um einiges mehr."

 

 

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Die Bruins haben es nach 2011 jedoch gut verstanden, die wichtigsten Leistungsträger zu halten. Daraus resultierte 2013 der erneute Finaleinzug und in diesem Jahr die dritte Finalteilnahme in neun Jahren.

"Das gute bei Boston ist, dass die Stammspieler alle noch da sind. Rask, Chara, Bergeron, Marchand, Krejci, das sind Spieler, die den Weg vorgeben. Das haben sie schon gemacht, als sie den Cup gewonnen haben und jetzt sind sie wieder die Anführer."

Diese Anführer haben ihre Mannschaft zu beeindruckenden Leistungen angetrieben. Bereits in der regulären Saison gehörten die Bruins zu den stärksten Mannschaften der Liga. In den Playoffs setzten sie im Conference Finale gegen die Carolina Hurricanes mit einem Sweep, einem Sieg in vier Spielen, nochmal ein deutliches Ausrufezeichen vor dem Finale. Gegen die Blues steht nun Gourmet-Eishockey auf höchstem Niveau an, um den Kampf um den Stanley Cup zu entscheiden.

"Es wird schwierig. Aber ich glaube doch, dass die Bruins vielleicht der Favorit sind, aber die Blues überraschen mich immer wieder", zeigte Sturm Respekt vor dem Gegner. "Vor der Serie gegen die Sharks hätte ich nicht gedacht, dass sie die Serie gewinnen. Sie waren dann aber mit ihrer Spielweise sehr dominant und haben eine perfekte Serie hingelegt, auch wenn sie schon ein paar Mal hinten waren. Sie sind einfach eine kompakte Mannschaft und spielen so ähnlich wie die Bruins. Das wird ein interessantes Finale."

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