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Bruins und Blues im Finale auf Bobby Orrs Spuren

Die bislang letzte Begegnung im Titelkampf zwischen Boston und St. Louis endete 1970 mit Orrs weltberühmtem Flugtor

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Am 27. Mai beginnt mit dem Stanley Cup Finale 2019 die Serie, auf die seit Saisonbeginn 31 Teams hingearbeitet haben. Mit den Boston Bruins aus der Eastern Conference und den St. Louis Blues aus dem Westen steht ein Duell auf dem Plan, das nur wenige erwartet haben. Die Geschichte der beiden Mannschaften verspricht ein intensives Duell. Im Rückblick auf das bislang letzte Aufeinandertreffen im Finale stellt sich die Frage, wer der Held sein wird.

Der 10. Mai 1970 war einer der denkwürdigsten Tage der Eishockeygeschichte. Bobby Orrs Treffer ist eines der Bilder, die Eishockeyfans auf der ganzen Welt kennen. Der Verteidiger flog bei seinem Spiel- und Meisterschaftsentscheidenden Treffer förmlich durch den Torraum. Das dabei entstandene Foto ist einzigartig und gleichzeitig eines der letzten aus einem Final-Duell zwischen Boston und St. Louis. Die Bruins gewannen 1970 dank Orr den Stanley Cup und St. Louis blieb bislang ohne Trophäe.

 

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Der Kampf um den Titel beginnt für die Bruins am Montag mit einer Heimpartie. Im TD Garden empfängt Boston St. Louis. Beide Teams wussten in der regulären Saison und in den Playoffs zu überzeugen. Boston konnte mit 107 Punkten als drittbeste Franchise in die Schlussrunde einziehen. St. Louis kam auf 99 Zähler und war ebenfalls nicht auf die Wildcard-Ränge angewiesen. In den Playoffs mussten beide Mannschaften mindestens einmal über die volle Distanz von sieben Partien gehen. Boston tat sich in der ersten Runde gegen die Toronto Maple Leafs schwer während sich die Blues in Runde 2 mit den Dallas Stars über sieben Matches duellierten. In den Conference Finals konnten die Bruins vollends überzeugen und schlugen die Carolina Hurricanes mit 4:0. St. Louis benötigte gegen den Titelkandidaten, die San Jose Sharks, sechs Begegnungen für vier Siege.

 

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Die Reise der Blues in die Final-Serie kommt unerwartet. Noch am 3. Januar rangierte St. Louis mit einer 15-18-4 Bilanz auf dem letzten Rang der Liga. Die Wahrscheinlichkeit einer Playoff-Teilnahme war marginal. Für Coach Craig Berube war es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis seine Mannschaft einen Erfolgslauf starten kann: "Nachdem wir im Januar und Februar in Fahrt gekommen sind, war mir klar, dass wir ein gutes Team haben und bei einer Playoff-Teilnahme alles passieren kann", resümierte Berube, der die Blues erst im November übernommen hatte. Die Bilanz der Blues seit dem 3. Januar lag bei 30-10-5, besser als alle anderen Teams. Für die Bruins gilt es, den vermeintlichen Außenseiter nicht zu unterschätzen.

Mit zehn Tagen Unterbrechung seit der finalen Partie gegen die Hurricanes wird es für Boston wichtig sein, den Rost aus den Kleidern zu bekommen und direkt die richtige Betriebstemperatur zu finden. Die Bruins konnten ihre vergangenen sieben Begegnungen gewinnen und stehen dabei bei einem Torverhältnis von 28 zu 9. Die Dominanz, mit der sie Carolina ausschalteten war beeindruckend und für Cheftrainer Bruce Cassidy geht es nun darum den abschließenden Erfolg einzufahren. "Wir haben uns das Recht erspielt dort zu sein, wo wir sind, im Finale zu spielen. Wir haben gute Teams geschlagen. Wir sind noch nicht fertig, das ist Teil der Emotionen, die du unter Kontrolle halten willst. Du willst es genießen, aber ich glaube unser Team versteht, dass es noch vier Schritte sind, die wir gehen müssen", blickte Cassidy voraus.

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Ein Blick zurück auf die gesamte Spielzeit lässt Boston als vermeintlichen Favoriten in die Serie starten, doch die Stanley Cup Playoffs haben bisher bewiesen, dass die Favoritenrolle schnell ungeliebt werden kann. Für beide Mannschaften geht es um viel. St. Louis kann den ersten Titelgewinn der 51-jährigen Franchise-Geschichte einfahren und die Bruins könnten erstmals seit 2011 wieder den Pokal in die Höhe stemmen. Der Finalauftritt Bostons im Jahr 2013 endete mit einer 2:4-Niederlage gegen die Chicago Blackhawks. 

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Entscheidend wird für beide Teams die Leistung der Top-Akteure und Torhüter sein. Brad Marchand ist in den Playoffs bisher der zweitbeste Scorer. Nach seiner ersten 100-Punkte-Saison steuerte er in der Schlussrunde bisher 18 Zähler zum Erfolg der Bruins bei. Besonders im Conference Finale stach der Angreifer mit fünf Punkten heraus. Bei den Bruins gilt es die Aufmerksamkeit trotz Marchand auf alle Spieler zu richten, konnten doch bereits 19 in den Playoffs punkten. Jaden Schwartz auf Seiten der Blues hat pünktlich zu den Playoffs seinen Torriecher gefunden und konnte bereits zwölf Mal treffen. 

Weitere Treffer durch Schwartz soll Tuukka Rask, der statistisch stärkste Torhüter in den Playoffs. 1,84 Gegentore im Schnitt und 94,2% Fangquote sind ein Garant für Boston, in jedem Match eine Siegchance zu haben. Jordan Binnigton auf der Seite der Blues ist das Gesicht zur Aufholjagd seit Januar, der Calder-Trophy-Kandidat startete am 7. Januar erstmals in der NHL und lieferte bis zum Ende der regulären Saison eine fantastische 24-5-1 Bilanz ab. Seine Leistung in den Playoffs fiel etwas ab, doch gegen San Jose glänzte er in den drei abschließenden Siegen mit 75 Paraden bei 77 Abschlüssen (97,4% Fangquote). 

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"Viele Leute haben diese Saison an uns gezweifelt, aber eines sage ich euch, diese Gruppe war unverwüstlich und ich bin verdammt stolz auf das Team, denn egal wie hart es war, es macht Spaß zurückzuschauen und zu erkennen wo wir jetzt sind", sagt Blues Kapitän Alex Pietrangelo. 

Noch mehr Spaß wird es den Blues machen, sollten sie am Ende den Stanley Cup in die Höhe stemmen können. Dafür müssen sie jedoch diszipliniert bleiben und das tödliche Bruins-Powerplay vom Eis halten. Genauso gilt es Rasks Selbstvertrauen zu schwächen und so Treffer zu erzielen, denn die Scoring-Tiefe der Bruins wird sich kaum ausschalten lassen. Boston hingegen muss frühe Gegentore vermeiden um sich nach einer Führung auf die den Gegner erstickende Defensive um Rask konzentrieren zu können. 

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