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In Winnipeg setzt man auf Kontinuität

Die Jets planen langfristig mit Coach Paul Maurice und GM Kevin Cheveldayoff

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Für Jets-Miteigentümer Mark Chipman war der Donnerstag ein großartiger Tag. Mit strahlenden Augen gab er die mehrjährige Vertragsverlängerung von Winnipegs Cheftrainer Paul Maurice und auch von General Manager Kevin Cheveldayoff bekannt.

Damit setzt die NHL-Franchise weiterhin auf die Karte 'Konstanz' in beiden Positionen. Eine Taktik welche in der Sporthistorie zwar schon häufig reich belohnt wurde, jedoch längst nicht immer letztendlich auch zum gewünschten sportlichen Erfolg führte.

Ein vordergründig recht mutiger Schritt zudem für eine Organisation, welche seit ihrem Umzug aus Atlanta im Jahre 2011, und ihrer damit verbundenen Transformation von den Atlanta Thrashers hin zu den neuen Winnipeg Jets, bisher lediglich einmal (im Jahre 2015) überhaupt die angestrebten Playoffs erreichen konnte.

Der 47-jährige Cheveldayoff war von Anfang an in Winnipeg mit dabei, Maurice seinerseits ersetzte im Januar 2014 den damals frisch entlassenen Vorgänger hinter der Bande, Claude Noel.

Chipman sieht in der ausbaufähigen sportlichen Bilanz der beiden jedoch kein wirkliches Problem. Ganz im Gegenteil: "Ich freue mich, dass Kevin und Paul die Möglichkeit bekommen ihre Arbeit hier längerfristig fortsetzen zu können. Sie haben es verdient, und ich freue mich den Fortgang der Dinge weiterhin verfolgen zu können."

Und auch wenn die genauen Vertragsdetails (noch) nicht bekanntgegeben wurden werden beide Macher jeweils laut Planung über mehrere Jahre die Verantwortung in ihrem Bereich auch weiterhin tragen. Soviel wurde am Donnerstag dann dazu doch bekannt.

"Cheveldayoff hat seit seiner Verpflichtung alle unsere Erwartungen erfüllt" so Chipman auf der Pressekonferenz. "Er verfügt über eine ganz seltene Kombination aus Wissen und Charakter."

Die bisherige Trainerbilanz von Maurice, welcher aktuell 50 Jahre alt ist, mit dem Team beläuft sich bisher auf 136-112-33.

"Ich denke, auch er hat einen guten Job gemacht, hat das Team in Gänze kontinuierlich wachsen lassen. Und er kann gut mit jungen Spielern umgehen, was nicht immer einfach ist."

Und tatsächlich setzen die Jets seit ihrem Umzug aus Atlanta in erster Linie auf die Ausbildung von jungen, talentierten Spielern. So gesehen scheint der Cheftrainer hier tatsächlich ein sehr geeigneter Kandidat zu sein. Und auch die persönliche 'Chemie' der beiden untereinander soll dem Vernehmen nach stimmen.

Es stellt sich hier, wie jedoch grundsätzlich bei allen Mannschaftssportarten, die Frage welche Zeitspanne denn bitteschön wohl die Richtige für eine langfristige Zusammenarbeit ist. Allgemeingültige Regeln, quasi ein Patenrezept gibt es hier erfahrungsgemäß nicht.

Was in einer Saison noch sehr gut funktioniert hat, das kann kurze Zeit später schon nicht mehr so recht zusammen passen wollen. Das ist auch in der NHL selbstverständlich nicht grundsätzlich anders als z.B. bei uns in Mitteleuropa in der Fußball-Bundesliga, in Deutschland. Wer hätte im Jahre 2014 zum Beispiel schon an das abrupte Ende der Zeit von Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund im Frühjahr 2015 gedacht, nachdem der Coach in den gut sechs Jahren zuvor scheinbar doch so überaus perfekt zum Verein aus dem Ruhrgebiet passte?

Ähnliches dürfte hier auch im Falle der angestrebten Kontinuität bei den Jets in der NHL gelten. Aktuell scheint das Pärchen Cheveldayoff/Maurice wirklich gut zur Philosophie der Franchise zu passen.

Alle Beteiligten finden den nun vollzogenen Schritt einer längerfristigen Vertragsverlängerung irgendwie erstrebenswert und 'logisch'. Wie gut das Ganze dann allerdings in der Realität mit den Erwartungen des Umfelds wird mithalten können, dass muss erst einmal abgewartet werden. Die Erwartungshaltung rund um das Team wird ja sicherlich in Zukunft nicht geringer werden.

Sollten die Jets zum Beispiel auch in der anstehenden Spielzeit 2017-18 erneut die KO-Phase in der besten Eishockeyliga der Welt verpassen, das nun frisch demonstrierte Vertrauensverhältnis aller Verantwortlichen untereinander könnte rascher deutliche Risse bekommen als sich derzeit so manch einer eingestehen möchte in und um Winnipeg.

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