Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Los Angeles Kings und den Florida Panthers

Plötzlich waren alle geschockt! In der letzten Minute des zweiten Drittels befanden sich die Panthers im gegnerischen Drittel, als Brad Marchand den Schläger von Brandt Clarke, dem Verteidiger der Los Angeles Kings, abbekam. In einer unglücklichen Bewegung knallte er gegen den Torpfosten, blieb liegen und hielt sich mit einem schmerzverzerrten Gesicht das Knie. Stille herrschte in der Crypto.com Arena, die mit 18.145 Zuschauern besetzt war. Nach einer kurzen Behandlung wurde der 38-Jährige vom Eis gebracht. Seine Mitspieler Brady Tkachuk und Niko Mikkola mussten Marchand stützen, weil er sein linkes Knie nicht belasten konnte. „Das war brutal“, sagte Matthew Tkachuk später über diese Situation.

Marchand injury Oct 7

Verletzungspech: Auch Barkov fehlt den Panthers

Trotz des Schocks erkämpften sich die Panthers am Mittwoch den 2:1-Auswärtssieg bei den Kings. Als Marchand die Eisfläche verließ, stand es 1:1. Alex Laferriere hatte die Kings nach 19 Minuten in Führung gebracht, Seth Jones glich in der 4. Minute des zweiten Spielabschnitts aus. Im Schlussdrittel sorgte Matthew Tkachuk (52.) für den Siegtreffer. Doch die Freude fiel gedämpft aus. Erst fünf Tage zuvor, als die Panthers in der Overtime mit 3:4 bei den San Jose Sharks verloren, zog sich Center Aleksander Barkov eine Unterkörperverletzung zu und dürfte sechs bis acht Wochen ausfallen. Bei Marchand steht die genaue Diagnose noch aus. „Er wird wahrscheinlich am Donnerstag untersucht“, sagte Trainer Paul Maurice.

Erinnerungen an die Vorsaison werden wach. Als amtierender Stanley Cup Champion verpasste Florida die Stanley Cup Playoffs und landete auf dem 7. Platz der Atlantic Division, weil ein Leistungsträger nach dem anderen verletzungsbedingt ausfiel. „Leider mussten wir in der vergangenen Saison in praktisch jedem Spiel mit solchen Situationen umgehen“, erinnert sich Tkachuk. „Als ich im Januar zurückkehrte, hatte ich das Gefühl, dass sich beinahe in jeder Partie ein weiterer Spieler verletzte.“

Florida Panthers v Los Angeles Kings

Florida zieht Lehren aus der Vorsaison

Immerhin haben die Panthers aus dieser Spielzeit gelernt und fühlen sich nun besser vorbereitet. „Wir haben letzte Saison extrem unter Verletzungen gelitten“, so Trainer Maurice. „Erst erwischte es unsere Stammspieler, dann die Spieler aus der zweiten Reihe, und schließlich mussten wir auf die dritte Ebene zurückgreifen. Wir haben aber hervorragende Arbeit bei der Kaderbreite geleistet, sodass wir gute Spieler haben, die einspringen und helfen können.“

Bereits jetzt würde sich zeigen, dass der Kader mehr Tiefe hat. „Man muss Bill Zito (General Manager, Anm. d. Red.) und unserer Scouting-Abteilung Anerkennung dafür aussprechen, welche Spieler sie verpflichtet haben. Lars Eller (37 Jahre, kam von den Ottawa Senators) war bislang unglaublich wichtig für uns. Er hatte einen großen Anteil daran, dass wir die doppelte Unterzahl überstanden haben, und stand auch am Ende der Partie auf dem Eis. Auch Garnet Hathaway (34, von den Philadelphia Flyers) und seine gesamte Reihe haben mir besonders zu Beginn des Spiels gefallen“, lobte der Trainer.

Panthers lehnen Opfermentalität ab

Es ist zweifellos ein Rückschlag, wenn eine Mannschaft nach vier Saisonspielen bereits zwei absolute Top-Spieler verloren hat und mit längeren Ausfallzeiten rechnen muss. Doch die Aussagen von Spieler und Trainer zeigen, dass niemand nach Alibis sucht. „Jede Mannschaft wird von Verletzungen getroffen“, stellte Verteidiger Seth Jones klar. „Wir werden deshalb keine Opfermentalität entwickeln. Bei uns gilt: Der nächste Spieler ist an der Reihe. Das war schon immer unsere Einstellung. Wir dürfen nicht ständig an die Vergangenheit und die Verletzungen der vergangenen Saison denken. Verletzungen passieren. Meiner Meinung nach besitzen wir einen extrem tief besetzten Kader. Jeder spielt auf die gleiche Art und Weise, und genau das macht uns so stark.“

Auch die Zuversicht von Trainer Maurice ist ungebrochen: „Natürlich gibt es für jede Mannschaft eine Grenze, ab der sie die Anzahl der Verletzungen nicht mehr auffangen kann. Diese Grenze hatten wir in der vergangenen Saison schon früh überschritten. Aber wir haben jetzt auf unserer Auswärtsreise große Widerstandsfähigkeit gezeigt. Unsere Energiereserven sind momentan noch gut gefüllt. Wir hatten einen langen Sommer und sind körperlich stark.“

Sechs Punkte aus vier Auswärtsspielen

Tatsächlich haben die Panthers trotz der Verletzungsausfälle einen starken Saisonstart hingelegt. In vier Auswärtsspielen wurden sechs von acht möglichen Punkten geholt. Abgesehen von dem gestrigen Duell mit den Kings sind die restlichen drei Spiele erst in der Overtime entschieden worden. „Das war eine wirklich sehr gute Auswärtsreise“, fasste Maurice zusammen.

FLA@LAK: Tkachuk trifft per Zeitlupen-Tunnel zum 2:1 für die Panthers

Dass Florida in den ersten drei Spielen in der regulären Spielzeit nie in Führung lag, lässt sich verschmerzen. Waren sie doch stets dazu in der Lage, ein punktloses Spiel abzuwenden. Diese kämpferische Mentalität könnte ihnen helfen, auch die personellen Rückschläge zu verkraften.

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