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Canucks gegen Wild in der Analyse

Zwei Teams, die sich in der Qualifikationsrunde auf Augenhöhe begegnen werden.

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com Freier Chefautor

Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer an den Playoffs pro Conference ermitteln. In dieser Ausgabe: Die Analyse der Qualifikationsrunde zwischen den Vancouver Canucks und den Minnesota Wild.

Direkter Vergleich in der regulären Saison:

Minnesota Wild 2-1-0
12. Januar in Minnesota: Canucks 4:1 Wild 
6. Februar in Minnesota: Wild 4:2 Canucks
19. Februar in Vancouver: Wild 4:3 (SO) Canucks

Offensive:

In Sachen Offensiv-Durchschlagskraft nehmen sich die Wild und die Canucks nicht viel. Vancouver erzielte 224 Tore (3,25 pro Spiel) in der regulären Saison 2019/20 und belegte damit Platz zehn in der Liga. Minnesota traf 218 Mal (3,16 Tore pro Spiel) und reihte sich auf Rang 14 ein.

Die Canucks sind jedoch, angeführt von ihrem Topscorer J.T. Miller mit 72 Punkten (27 Tore, 45 Assists), auf der Center-Position stärker bestückt als die Wild. Miller lieferte die beste Saisonleistung in seiner achtjährigen NHL-Karriere ab und er ist neben Center Elias Pettersson (27 Tore, 39 Assists), Center Bo Horvat (22 Tore, 31 Assists) und Linksaußen Tanner Pearson (21 Tore, 24 Assists) einer von vier Spielern der Canucks, die es auf mindestens 20 Tore gebracht haben.

Video: BUF@VAN: Miller trifft in Überzahl zum Sieg

Die Scorerwertung der Wild führt der Schweizer Linksaußen Kevin Fiala mit 54 Punkten (23 Tore, 21 Assists) an. Der St. Galler legte ab Anfang Februar einen Lauf mit 14 Toren und zwölf Vorlagen in 18 Spielen hin, der ihn teamintern auf Platz eins katapultierte. Ebenfalls mehr als 20 Treffer gelangen Linksaußen Zach Parise (25-21--46). Center Alex Galchenyuk, der am 10. Februar von den Pittsburgh Penguins zu den Wild stieß, hatte zunächst Anpassungsprobleme, wusste aber mit zwei Toren und einem Assist in den letzten drei Spielen zu überzeugen. Offensivpower aus der hinteren Reihe bringen bei den Canucks Verteidiger Quinn Hughes (8-45--53) und bei den Wild Verteidiger Ryan Suter (8-40--48) mit.

Defensive:

Weder die Defensive der Wild noch die der Canucks erwies sich als besonders sattelfest. Beide Teams liegen mit ihren Gegentrefferschnitten von 3,10 (Canucks, Platz 20) und 3,14 (Wild, Platz 24) in der unteren Tabellenhälfte.

Vancouvers erfahrenster Abwehrrecke und gleichzeitig ihr Spieler mit dem zweitbesten +/-Wert nach Pettersson (+16) ist der 34-jährige Schwede Alexander Edler (5-28--33; +13). Wie Edler gehörte Christopher Tanev (2-18--20; +4) bereits 2010/11 zum Kader der Canucks mit dem sie ins Stanley Cup Finale eingezogen waren. Die Erfahrung von 39 Playoffpartien mit den Buffalo Sabres (2010, 2011) und den Winnipeg Jets (2015, 2018, 2019) bringt Verteidiger Tyler Myers mit. 

Suter ist nicht nur Minnesotas punktbester Blueliner sondern mit 24:38 Minuten bekommt er auch die meiste Eiszeit pro Spiel. Jonas Brodin (2-26--28; +15) wurde seinem Ruf als 'Mr. Zuverlässig' erneut gerecht. Wie Jared Spurgeon (12-20-32; -1) und Matt Dumba (6-18--24; -7) zählt der 26-jährige zu den Verteidiger-Urgesteinen der Wild.

Video: CHI@MIN: Dumba trifft zum Sieg in der Verlängerung

Torhüter:

Bei den Canucks dürfte Jacob Markstrom (23-16-4; GAA 2,75; 91,8 Prozent Fangquote) als Torwart Nummer 1 vor Thatcher Demko (13-10-2; GAA 3,06; 90,5 Prozent) gesetzt sein, nachdem er seine Knieverletzung auskuriert hat, aufgrund der er die letzten sieben Partien vor der Saisonunterbrechung verpasste.

 

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Noch nicht sicher ist bei den Wild, wer den Vorzug im Tor bekommen wird. Stammtorwart Devan Dubnyk (12-15-2) war mit seinem Gegentrefferschnitt von 3,35 und seiner Rettungsquote von 89,0 Prozent nicht der gewohnt sichere Rückhalt. Seiner statt durfte sich Alex Stalock öfters beweisen als erwartet. Der in St. Paul, Minnesota geborene Stalock (20-11-4) hütete in sieben der letzten acht Saisonpartien den Kasten der Wild. Und auch seine Statistikwerte lesen sich mit einem Gegentorschnitt von 2,67 und einer Rettungsquote von 91,0 Prozent besser als die seines Torwartkollegen.

Special Teams:

Bei den Special Teams haben die Canucks klar die Nase vor den Wild. Mit einer Powerplay-Erfolgsquote von 24,1 Prozent steht Vancouver ligaweit auf dem vierten Rang. Maßgeblichen Anteil an dieser guten Platzierung hatten Horvat mit seinen zwölf Überzahltreffern sowie Miller und Hughes, die jeweils an 25 Powerplaytoren beteiligt waren. Pettersson stand ihnen mit 24 Powerplaypunkten in nur wenig nach.

Video: CHI@VAN: Horvat trifft nach Tic-tac-toe im PP

Während sich gleich drei Spieler der Canucks unter den 20 punktbesten Spielern im Powerplay befinden, teilen sich mit Parise, Suter und Fiala (jeweils 18 Powerplaypunkte) die effektivsten Spieler der Wild den 47. Platz.
Das Unterzahlspiel ließ bei beiden Mannschaften noch Luft nach oben. Vancouver hielt sich in 80,5 Prozent der Unterzahlsituationen schadlos (Platz 16) und Minnesota landete mit 77,2 Prozent auf Platz 25.

Trainer:

Als Hauptverantwortlicher hinter der Bande bei einem NHL-Team in einer Alles-oder-Nichts-Serie, stand weder Travis Green, der im April 2017 das Amt des Cheftrainers bei den Canucks übernommen hat und mit ihnen zweimal an der Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs gescheitert war, noch Dean Evason, der am 14. Februar, einen knappen Monat vor der Saisonpause, vom Assistenztrainer zum Interimscoach der Wild ernannt wurde. In dieser Saison ist jedoch für jeden NHL-Trainer, wie erfahren er auch sei, der Modus mit einer Qualifikationsrunde Neuland.

X-Faktor:

Sollte es den Wild gelingen, ihre Form der letzten sechs Wochen vor der Unterbrechung über die Saisonpause zu retten (12-6-1 seit 1. Februar), dann dürften sie von den Canucks (7-9-2 seit 1. Februar) nur schwer zu schlagen sein. Die Wild sollten sich jedoch von der Strafbank fernhalten, denn das Überzahlspiel ist ein Erfolgsgarant der Westkanadier. Den Torhütern kommt in Ausscheidungsspielen immer eine besonders große Rolle zu. Auf dieser Position sehe ich die Canucks mit einem wiedergenesenen Markstrom leicht im Vorteil.

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