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Von wegen den Capitals fehlt das Siegergen

Mit ihrem Stanley Cup Triumph wiederlegten Washingtons Spieler alle Kritiker aus der Vergangenheit

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Es ist vollbracht! Rundum glückliche Gesichter! Das Ertönen der Schlusssirene war jenes Signal, aufgrund dessen die Spannung auf einen Schlag nachließ, die Freude alle Mühen, alle Schmerzen und jene Opfer, die die Protagonisten sowie ihre Familien, Freunde aufbringen mussten, um diese Mission zu vollenden, vergessen ließ.

Der Stanley Cup Champion 2018 heißt Washington Capitals.

 

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Vermutlich wird es nicht nur Stunden und Tage, sondern Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, ehe den Spielern, den Trainern und den Verantwortlichen der Capitals richtig bewusst wird, was sie an diesem Tag erreicht haben. Diese drei Worte 'Stanley Cup Champion' werden in ihren Ohren wie eine Symphonie klingen, die ein Leben lang anhält. 

Das Franchise aus der US-Hauptstadt hat in seiner 43. NHL-Saison endlich den Eishockey-Olymp erklommen. 46 Playoff-Serien hatten sie in ihrer Teamgeschichte bestritten, 27 davon verloren, doch bei ihrer 28. Playoff-Teilnahme waren sie nicht zu bezwingen - auch nicht von den Vegas Golden Knights in der Finalserie 2018.

25 Spieler aus acht verschiedenen Ländern kamen in den diesjährigen Playoffs zu mindestens einen Einsatz für die Capitals. Zusammen komponierten sie jenes Werk, das zwar nicht ganz ohne Solisten auskommt, seine Wirkung jedoch erst dann richtig entfaltet, wenn die Mannschaft eine dominierende Funktion einnimmt.

Video: WSH@VGK, Sp5: Eller im Nachschuss zur Führung

In den vergangenen zehn Jahren, seit der Saison 2007/08, erzielte keine Team mehr Punkte als die Capitals (1113), doch während es vier der nachfolgenden fünf punktbesten Mannschaften auf zusammen acht Stanley Cup Siege brachten, war für Washington spätestens in der zweiten Runde Schluss. Jene Generation an Ausnahmekönnern, die in der letzten Dekade das Gerüst der Capitals bildete, war mit dem Stigma behaftet, in den wichtigen Momenten nicht das aufs Eis zu bringen, zu dem sie fähig sind.

 

Schon eine kleine Disharmonie verhindert eben, dass etwas Großes, etwas Nachhaltiges entsteht.

Immer lauter wurden über die Jahre hinweg, jene Stimmen, die dem Gros der Capitals-Spieler absprachen, über ein Siegergen zu verfügen. Verteidiger Brooks Orpik war der einzige mit Stanley Cup Final-Erfahrung - aus seiner Zeit bei den Pittsburgh Penguins (2008, 2009).

Niemand zweifelte an der Klasse eines Alex Ovechkin, der siebenmal mit der Maurice Richard Trophy und je dreimal mit der Hart Trophy und dem Ted Lindsay Award ausgezeichnet wurde. Doch kann er auch liefern, wenn es darauf ankommt?

Seit der Saison 2012/13 ist Braden Holtby die Nummer 1 im Tor der Capitals und verhalf seinem Team zweimal zum Gewinn der Presidents' Trophy und fünfmal zum Einzug in die Stanley Cup Playoffs. Doch ist der Vezina Trophy Gewinner auch in der Lage diese besonderen Saves zu machen, die in Playoff-Serien notwendig sind, um das hehre Ziel zu erreichen?

Video: VGK@WSH, Sp4: Holtby wehrt Carpenter mit Maske ab

Auch Washingtons Cheftrainer Barry Trotz wurde nicht mehr zugetraut, dass er eine Mannschaft ganz nach oben führen kann. Niemand hatte Bedenken hinsichtlich Trotz' herausragenden Qualitäten als Coach. Wie wäre es sonst möglich gewesen, dass er 15 lange Jahre, von Gründung der Nashville Predators im Jahre 1998 an, den Posten als Verantwortlicher hinter der Bande, hätte innehaben können.

Nach seinem Engagement bei den Capitals zur Spielzeit 2014/15 schloss Washington dreimal die Metropolitan Division als Erster und einmal als Zweiter ab. Trotz qualifizierte sich mit seinen Teams zehnmal für die Playoffs, kam jedoch nie über die zweite Runde hinaus. Schafft er es seine Schützlinge auf die wichtigen Spiele richtig einzustellen?

Die Antworten darauf lauten dreimal 'Ja'!

 

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Jeder einzelne Spieler der Capitals musste sich Fragen dieser Art gefallen lassen. Nun war die Zeit gekommen, ihren Kritikern zu zeigen, dass sie falsch liegen.

Trotz hatte die Gestaltungshoheit, gab den Takt vor und alle zogen sie mit, ordneten sich dem Gelingen des großen Gesamtwerks unter. Chapeau!

Es gab in der über 100-jährigen NHL-Geschichte schon überraschendere Stanley Cup Champions als die Capitals, doch kaum einer dürfte durch den Gewinn seine Reputation so zum Positiven verändert haben, wie Washington in diesem Jahr.

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