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Der Weg der Capitals war kein einfacher

In Washington ist der Jubel groß, doch war die zurückliegende Saison alles andere als einfach für das Team

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Sie sind die großen Helden der Stunde, gar keine Frage. Nach dem Sieg in der Stanley Cup Finalserie 2018 gegen die Vegas Golden Knights haben die Washington Capitals das erreicht, was sie seit Jahren nicht bewerkstelligen konnten. Noch nie zuvor gelang es der Organisation die begehrteste Trophäe des Eishockeysports zu erringen. Überhaupt erst einmal stand das Franchise im Finale. Vor genau 20 Jahren war das der Fall. Im Jahre 1998 unterlag das Team den Detroit Red Wings glatt mit 0:4. Einige Male war man seither angetreten als Favorit den Titel zu erringen. Geklappt hat es jedoch nie. 

Durch etliche Enttäuschungen in den letzten Jahren war die Erwartungshaltung gesunken. Und wie es so häufig ist im Leben, genau dann gelingt einem etwas Besonderes. Auch in diesem Falle. 

 

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Die vorherige Saison endete für Washington, wie schon so oft, mit einem bitteren, vorzeitigen Aus in den Playoffs. Wieder einmal waren es die Pittsburgh Penguins gewesen, die den Hauptstädtern den unerwünscht frühen Sommerurlaub verpassten. Dass sie erst in einem Spiel 7 unterlagen, machte die Sache umso schmerzhafter für die Capitals.

Personelle Veränderungen waren die Konsequenz. General Manager Brian MacLellan begann mit einem bemerkenswerten Kaderumbruch, aufgrund dessen sich unter anderem drei der Top-6-Verteidiger und zwei namhafte Stürmer aus den ersten beiden Angriffsformationen verabschieden mussten.

So verließen beispielsweise Verteidiger Karl Alzner (Montreal Canadiens), Kevin Shattenkirk (New York Rangers) und Justin Williams (Carolina Hurricanes) die Organisation, suchten anderswo neue sportliche Herausforderungen. Es war nicht gerade die ideale Ausgangslage für einen Titelgewinn der Capitals im folgenden Sommer. 

Obwohl zum Saisonstart noch vieles ungeordnet erschien im Hause Washingtons, wurde am 7. Oktober Alex Ovechkin der erst vierte Spieler der Ligageschichte, dem es gelang mit zwei Hattricks hintereinander in eine Spielzeit zu starten. Beim Spiel gegen Carolina gelangen ihm gar vier Tore und die Caps sicherten sich einen Saisonstart mit zwei Siegen.

Video: WSH@VGK, Sp5: Ovi holt Überzahl raus und trifft

Doch so gut ging es nicht weiter. Ende Oktober stand das Team bei einer Zwischenbilanz von 5-6-1. Es sollte das letzte Mal in dieser Runde sein, dass Washington eine negative Statistik vorwies.

Bis zum 19. Dezember kletterte der neue Champion vom sechsten auf den ersten Platz in der Metropolitan Division. Eine Platzierung, die man auch am Ende der Hauptrunde innehaben sollte, wodurch sich die Capitals einmal mehr die Krone in der eigenen Gruppe aufsetzen durften.

In Erinnerung aus der Hauptrunde blieb zudem der erste Auftritt in Las Vegas am 23. Dezember 2017. Mit 0:3 ging das Kräftemessen bei den Golden Knights glatt verloren.

Das Jahr 2018 begann für Ovechkin erfreulich. Als meistgewählter Spieler aus der Division wurde er von den Fans zum Kapitän der Metropolitan für das All Star Game 2018 auserkoren. Es sollte nicht der einzige Grund zur Freude für den Teamkapitän der Caps bleiben, wie wir jetzt wissen. Bereits am 25. Januar markierte er seinen 500. Karriere-Assist, was zuvor in der Franchise-Geschichte lediglich Nicklas Backstrom gelungen war.

 

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Der 26. Februar, der Tag der Trading Deadline, ging an den Hauptstädtern in aller Ruhe vorbei. Nicht unbedingt typisch für einen späteren Stanley Cup Gewinner. Häufig versuchen die Titelanwärter auf den letzten Drücker noch den einen oder anderen Veteranen mit in den Kader zu nehmen. Washington verzichtete in diesem Jahr darauf. Eine Taktik, die am Ende belohnt werden sollte.

Am 12. März war es erneut Ovi, der die Schlagzeilen der Eishockeywelt bestimmte. Als erst 20. Spieler der Ligageschichte landete er bei der Marke von 600 Toren. Zudem gelang ihm das Kunststück als erst viertem Aktiven in weniger als 1000 Spielen.

Video: WPG@WSH: Ovechkin versenkt Rebound zum 600. NHL-Tor

Die Playoff-Teilnahme der Capitals wurde am 30. März unter Dach und Fach gebracht. Es war ihre zehnte in elf Jahren und die vierte in Folge unter Coach Barry Trotz. Nach einem 3:1-Erfolg über Pittsburgh am 1. April war ihnen auch der erste Platz in der Metropolitan Division nicht mehr zu nehmen.

Kurz vor dem Start der Stanley Cup Playoffs gab Trotz am 10. April bekannt, dass der deutsche Schlussmann Philipp Grubauer der Stammtorhüter des Teams in der KO-Phase sein wird.

Doch nach zwei Auftaktniederlagen in der ersten Runde gegen die Columbus Blue Jackets wechselte Trotz den Keeper, kehrte zur ursprünglichen Nummer 1, Braden Holtby, zurück. Danach lief es plötzlich für die Capitals und sie drehten mit vier Siegen in Folge die Serie eindrucksvoll. Erstmals in der Franchise-Geschichte meisterten sie vier Mal hintereinander die erste Playoff-Runde erfolgreich.

Video: WSH@VGK, Sp5: Holtby hält Engellands Schuss

Als nächstes traf Washington auf die Penguins, gegen die es zuletzt in der KO-Runde regelmäßig das Aus gab. Auch in diesem Jahr ging es in der Serie eng zu. Nach vier Partien stand es 2:2. Doch einem glücklichen 6:3 in Spiel 5 folgte ein 2:1 in Spiel 6, so dass die Serie am Ende mit 4:2 an die Hauptstädter ging. Ihre erste Conference-Finalteilnahme nach 20 Jahren war geschafft!

Washington erwischte einen perfekten Start in die Serie gegen die hoch eingeschätzten Tampa Bay Lightning. Die ersten beiden Spiele in Florida gingen an die Gäste, die jedoch ihre beiden folgenden Heimspiele ebenfalls verloren, wodurch es nach vier Begegnungen erneut 2:2-Unentschieden hieß. Nach Spiel 5 standen die Caps angesichts eines 2:3-Rückstandes sogar mit dem Rücken zur Wand. Doch sie entschieden die folgenden Spiele 6 und 7 mit 3:0 und 4:0 überraschend glatt für sich entscheiden.

Der zunächst umstrittene Holtby avancierte mit zwei Shutouts in dieser wichtigen Phase zum Helden für sein Team und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Organisation aus der US-Hauptstadt ins Stanley Cup Finale einzog, wo sie auf die Golden Knights trafen, die sich gegen die Winnipeg Jets im Westen durchgesetzt hatten.

Das Ende ist bekannt!

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