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Wochenrückblick: Den Anschluss gefunden

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Zeit vergeht schnell bei unterhaltsamen, hochklassigen Eishockey! In der NHL ist schon wieder die erste Saisonhälfte 2014/15 Geschichte. Am vergangenen Wochenende wurde die 615., mittlerweile die 627., von insgesamt 1230 Partien bestritten und es ging des Öfteren richtig eng zu, so dass den Fans Spannung bis zur letzten Sekunde geboten wurde.

Mehr als die Hälfte aller Spiele (50,4 Prozent) endeten mit nur einem Tor Unterschied.

Bei weiteren 8,6 Prozent sorgte erst ein Empty Net Goal für einen 2-Tore Vorsprung. Bei fast zwei Drittel der Partien (62,4 Prozent) stand es zur zweiten Pause noch Unentschieden oder es trennte nur ein Treffer die Kontrahenten. 164 Begegnungen wurden erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden.

Diese knappen Entscheidungen spiegeln sich auch im Tabellenstand wieder: Die 13 punktbesten Mannschaften trennen gerade einmal zehn Zähler. Auch der Kampf um die Wildcards lässt es an Brisanz nicht missen, auch weil Teams, die bereits abgeschlagen schienen, sich drauf und dran machten doch noch ein Wörtchen um die Vergabe der Playoffplätze mitreden zu wollen.

Da sind zum einen die Colorado Avalanche, die aus ihren drei Auftritten der letzten Woche sechs Punkte einfahren konnten. Vor dem Jahreswechsel lagen die Avalanche noch auf dem letzten Platz in der Central Division - nun liegen sie in ihrer Division vor den Dallas Stars und den Minnesota Wild.

In der Western Conference trennen Colorado von den Los Angeles Kings nur noch vier Zähler.

Bei allen drei Siegen konnten sich die Avalanche auf ihren Schlussmann Semyon Varlamov verlassen: Im United Center von Chicago, die Partie endete 2-0, hielt Varlamov alle 54(!) Schüsse, die auf seinen Kasten kamen. Diese 54 Paraden waren nicht nur eine persönliche Bestmarke, sondern auch ein Ligarekord.

Noch nie hatte ein Torwart bei einem Shutout auf fremden Eis mehr Schüsse abgewehrt. Über mangelnde Arbeit konnte sich der 26-jährige Russe auch bei den folgenden Heimsiegen über die Ottawa Senators (5-2) und die Dallas Stars (4-3) nicht beklagen. Weitere 36 bzw. 37 Mal konnte er rettend eingreifen.

Vor allem in den letzten zwei Dritteln der Partie gegen die Texaner wuchs Varlamov mit jeweils 16 Saves über sich hinaus und hatte seinen Anteil an der erfolgreichen Aufholjagd nach einem frühen 0-2 Rückstand.

Mit acht doppelten Punktgewinnen aus ihren letzten elf Partien sind die Avs hinter den Nashville Predators das zweiterfolgreichste Team im Westen.

Einen noch besseren Lauf haben die New York Rangers, die seit dem 6. Dezember nur eine Partie verloren haben. 13 Siege aus ihren letzten 14 Spielen konnten sie feiern, was ihnen in ihrer ruhmreichen Geschichte zuletzt vor knapp 32 Jahren, zwischen dem 7. Januar und 10. Februar 1973 (14-0-1), gelungen war.

In den vergangenen sieben Tagen befanden sich die Mannen aus Manhattan auf einer schweren Auswärtstour in Kalifornien. Sie absolvierten diese mit Bravour. Die Ducks bezwangen sie mit 4-1 Toren, die Kings, im ersten Aufeinandertreffen seit dem Stanley Cup Finale 2014, mit 4-3 und schließlich entführten sie auch am Samstag aus San Jose (3-1) zwei Punkte.

Noch niemals zuvor waren sie auf einer Tour gegen diese drei Teams ungeschlagen geblieben. Die Rangers sind erst die zweite Mannschaft aus der Eastern Conference, nach den Canadiens in der Spielzeit 1997/98, denen es in einer Saison gelungen ist, bei den Oilers, Sharks, Ducks, Kings, Canucks und Flames zu gewinnen.

Pikanterweise hieß damals Montreals Trainer auch Alain Vigneault.

Rangers Stürmer Rick Nash untermauerte noch einmal seine Ambitionen auf die Torjägerkrone der Liga.

Durch seinen 'Empty Netter' zum 3-1 Endstand im Spiel gegen die Sharks schloss er nach Toren mit dem bisher alleinig führenden Tyler Seguin (26 Tore) von den Dallas Stars gleich. Gefolgt werden die Beiden von St. Louis Blues Vladimir Tarasenko mit 23 Treffern.

Die Blues waren mit 18 Treffern in drei Partien das torhungrigste Team der vergangenen Woche. Sie bauten damit ihre Erfolgsserie auf vier Siege, in denen sie 25 Mal ins Schwarze trafen, aus. Beim 6-0 Triumph gegen Arizona netzte David Backes viermal hintereinander ein. Der 30-jährige Center ist damit nach Tarasenko, T.J. Oshie, Jori Lehtera und Jaden Schwartz der fünfte Spieler der Blues, der sich in dieser Saison über einen Hattrick freuen konnte.

Auch in den Heimpartien gegen San Jose und Carolina konnte sich Backes in die Scorerlisten eintragen.

Fünf Tore und drei Assists lautet seine eindrucksvolle Bilanz aus diesen drei Begegnungen.

Und was ist sonst noch geschehen? New Jersey Devils Patrik Elias kam in der Partie gegen Buffalo zu seinem 600. Assist und 1000. Scorerpunkt.

Floridas Torwart Roberto Luongo wurde am Donnerstag an seiner alten Wirkungsstätte, der Rogers Arena in Vancouver, ein freundlicher Empfang beschert, verteilte aber keine Gastgeschenke an seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Luongo ließ nur einen Gegentreffer beim 3-1 Sieg seiner Panthers zu. Die Columbus Blue Jackets verlängerten am Freitag den Vertrag ihres Stammtorhüters Sergei Bobrovsky um vier weitere Jahre bis zum Ende der Saison 2018/19 und last but not least stellten am Wochenende die NHL und Reebok die All-Star Jerseys für das am 24./25. Januar in Columbus stattfindende NHL All-Star Wochenende vor.

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