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Wir geben nicht auf

von Bernd Roesch / NHL.com

Ein Schweizer, ein Österreicher und ein Deutschkanadier kämpfen um den Einzug in die Playoffs. Aktuell liegen die Flyers in der Eastern Conference auf Platz zehn. Sechs Punkte fehlen ihnen auf die zweite Wildcard, die aktuell die Boston Bruins für sich beanspruchen.

Die 2-5 Niederlage der Philadelphia Flyers, letzte Nacht gegen die Columbus Blue Jackets, war durchaus ein Rückschlag in ihrem Streben nach einem Playoffplatz. Philadelphias Trend zeigt trotzdem eindeutig nach oben. Keine andere Mannschaft im Osten konnte aus ihren letzten zehn Spielen mehr Punkte einheimsen als die Flyers (6-1-3). Sie konnten in diesem Zeitraum gegenüber den Bruins und den ebenfalls noch vor ihnen platzierten Florida Panthers fünf Zähler gutmachen.

Der Schweizer Verteidiger Mark Streit zeigt sich schon einmal kämpferisch und hat die Devise herausgegeben, nicht aufzugeben und hart daran zu arbeiten, damit sie ihre Tabellensituation von Spiel zu Spiel, von Woche zu Woche, verbessern. Der 37-Jährige hat auch eine Vorbildfunktion inne und seine Worte haben Gewicht in der Kabine der Flyers. Headcoach Craig Berube setzt große Stücke auf seinen erfahrenen Verteidiger und schenkt ihm immer mehr Vertrauen. Der Eidgenosse bekommt bei den Flyers umso häufiger die meiste Eiszeit. Am Sonntag, beim 2-1 Auswärtssieg in Buffalo, stand Streit sagenhafte 24:37 Minuten auf dem Eis. Gegen die Blue Jackets waren es 23:49 Minuten. In der momentanen Situation ist Mark Streit, der sich in einer herausragenden körperlichen Verfassung befindet, für die Flyers unverzichtbar.

Eine Topform kann man auch dem Österreicher Michael Raffl nicht absprechen. Der Stürmer bestreitet aktuell die beste Spielzeit in seiner noch jungen NHL-Karriere, die in der vergangenen Saison bei den Flyers begann. Im Spiel gegen die Sabres, es war sein erster Auftritt nach einer krankheitsbedingten Pause von fast vier Wochen, gelang dem 26-Jährigen gut sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das entscheidende Siegtor auf Vorarbeit von Ryan White: Zuerst brachte Raffl sein Team im eigenen Drittel in Puckbesitz, dann schloss er auf der Gegenseite den Angriff mit einem Bauerntrick ab. Michael Raffl war hocherfreut über seinen ersten Auftritt nach der Zwangspause: "Das erste Drittel war schon hart, aber was gibt es noch Schöneres als mit einem Tor und einem Sieg zurückzukommen." Raffl stellt auch noch einmal klar, dass das Team nicht erst nach diesem doppelten Punktgewinn das Gefühl hat, sich im Rennen um die Playoffs zu befinden: "Das denken wir schon seit Monaten, doch wir müssen einfach von Sieg zu Sieg ziehen und dann sehen was passiert."

Auch bei der darauffolgenden bitteren Heimpleite war der Villacher ein positiver Aktivposten der Flyers: Gleich fünfmal suchte er den Abschluss und damit häufiger als ein Claude Giroux (4) oder Jakub Voracek (3). Nur das Glück war ihm und seinen Kollegen in dieser Begegnung nicht hold. Philadelphia bestimmte fast 60 Minuten lang das Spiel, allein im Mittelabschnitt prüften sie 20 Mal Columbus Torwart Curtis Mcelhinney, doch am Ende behielten die Gäste, vor allem dank ihres hervorragenden Schlussmanns, die Oberhand.

Hoffnung auf weitere Einsätze in der NHL kann sich auch der deutsch-kanadische Torhüter Rob Zepp machen, der am Montag aus dem AHL-Team wieder in den Kader der Flyers zurückbeordert wurde. Der fünffache Deutsche Meister mit den Eisbären Berlin hatte am 19. Januar seine bisher letzte Partie für Philadelphia bestritten. Der 33-jährige hat nach eigenem Bekunden, trotz seines Alters, den Anspruch noch eine feste Torwartgröße in der besten Eishockeyliga der Welt zu werden: "Ich möchte mich immer weiterentwickeln. Es ist mein Ziel und mein Traum mich in der NHL zu etablieren." Vielleicht bekommt er schon Donnerstagnacht, wenn es für die Flyers erneut gegen die Sabres geht, Gelegenheit den nächsten Schritt in diese Richtung zu machen. Ray Emery, hatte gestern Abend, als er von 24 Schüssen der Blue Jackets vier passieren lassen musste, einen nicht ganz so sicheren Eindruck hinterlassen. Die folgende Partie könnte durchaus ein Schlüsselspiel für Philadelphia - und auch für Zepp - werden. Weitere zwei Punkte sind gegen den Tabellenletzten fast Pflicht, möchte man nicht wieder den Anschluss an die Playoffplätze verlieren - vor allem wenn man berücksichtigt, dass danach zwei sehr schwere Heimaufgaben gegen Nashville und Washington anstehen, in denen die Flyers ihre gesamte Heimstärke ausspielen müssen.

Mark Streit, Michael Raffl und Rob Zepp werden auf jeden Fall ihres dazutun, damit man in Philadelphia nicht schon vorzeitig, Mitte April, die Sommerpause antreten muss.

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